Berlin:

Einigung auf Fangquoten 2020 für die Nordsee
Bei der Tagung des EU-Fischereirats am 16. und 17. Dezember 2019 in Brüssel haben sich die Fischereiministerinnen und Fischereiminister auf die Gesamtfangmengen (TACs) und Fangquoten für die Fischerei für das kommende Jahr 2020 geeinigt. Dies betrifft insbesondere die Fischbestände für die Nordsee und den Nordostatlantik. Die TACs und Quoten für die Ostsee hatte der Rat bereits im Oktober 2019 beschlossen.

Planungssicherheit für deutsche Fischer durch überwiegend stabile Quoten – Sorgen bereitet der Nordseekabeljau
Zum Abschluss der Verhandlungen der Europäischen Fischereiminister in Brüssel über die Fangquoten für das kommende Jahr erklärte Bundesministerin Julia Klöckner: „Im kommenden Jahr sind die Fangmöglichkeiten in der Nordsee insgesamt zufriedenstellend mit den üblichen Schwankungen bei einzelnen Beständen.“ So sind die Heringsquoten gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben, die Quoten bei Schellfisch und Makrele steigen, und die Quote bei Scholle sinkt leicht um 3 Prozent, bei Seelachs um 15 Prozent. Große Sorge bereite hingegen der Kabeljau in der Nordsee, wo ein drastischer Bestandseinbruch zu verzeichnen ist. Dementsprechend musste die Fangmenge für den Kabeljau um 50 Prozent gesenkt werden, wie es vorher zwischen Norwegen und der EU für diesen gemeinsam bewirtschafteten Bestand vereinbart worden war. Diese Senkung ist zwingend, um die Erholungschancen für diesen Bestand nicht zu gefährden. Der Bestand soll darüber hinaus durch zusätzliche Maßnahmen wie Schließung von Gebieten mit hoher Laichkonzentration geschützt werden. Weitere Schutzmaßnahmen sollen zudem zwischen Norwegen und der EU in Angriff genommen werden.
Ansonsten wird das Ziel der Gemeinsamen Fischereipolitik, spätestens 2020 die Bestände nachhaltig zu bewirtschaften, damit in der Nordsee für nahezu alle Bestände erreicht. Damit werde der besorgniserregenden Lage bei für die deutsche Fischerei wichtigen Beständen Rechnung getragen. Gleichzeitig sei eine Balance geschaffen zwischen der wirtschaftlichen Situation und den Anliegen der Küstenfischer und ihrer Familien sowie der Notwendigkeit, die langfristige Erholung der Bestände durch eine nachhaltige Bewirtschaftung zu ermöglichen, so die Ministerin.

Wissenschaft ist Basis für Quoten
Die Fangmengen für 2020 wurden grundsätzlich auf Basis der wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) festgelegt. Dieser hatte insbesondere für Kabeljau in der Nordsee eine drastische Kürzung der Fangmenge empfohlen, um eine nachhaltige Bewirtschaftung dieses Bestandes sicherzustellen.
„Die Fischereiministerinnen und Fischereiminister haben mit ihren Beschlüssen bei wichtigen Fischbeständen Verantwortung bewiesen. Der rechtzeitige Abschluss der Fischereiverhandlungen mit Norwegen schafft zusätzliche Planungssicherheit zu Beginn der neuen Fangsaison“, betont Bundesfischereiministerin Julia Klöckner und fügte hinzu: „Fischereipolitik mit Augenmaß nützt der Natur, den Fischern und den Verbraucherinnen und Verbrauchern.“

EU- und deutsche Quoten 2020 bei wichtigen Nordseebeständen und Makrele
Bestand EU-Quote
(Angaben in Tonnen) Deutsche Quote
(Angaben in Tonnen) Veränderung EU-Quote 2020/2019
(Angaben in %)
Hering 230.755 39.404 ±0 %
Scholle 89.728 5.177 -3 %
Seelachs 38.110 8.314 -15 %
Kabeljau 12.216 1.584 -50 %
Schellfisch 27.753 1.288 +23 %
Makrele
(Nordost-atlantik) 368.031 23.416 +41%

Quelle:bmel.bund.de

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