Waldkirchen:

Modellprojekt „Smart City Analytics Waldkirchen“ liefert wichtige Erkenntnisse

Foto: StMWi/ K. Huber 

Aiwanger: „Der Einzelhandel braucht gezielte Unterstützung durch Politik und Digitalisierung. Das neue Ladenschlussgesetz bringt neue Möglichkeiten“ Über die Ergebnisse von ‚Smart City Analytics Waldkirchen‘ sprach Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (2. v. r.) mit Projektleiter Michael Seidel (v. l.), Johannes Huber, Geschäftsführer des Modehauses Garhammer, Moderator Christian Hörmann und Heinz Pollak, Bürgermeister von Waldkirchen.

Der Handel ist mit 52.200 Unternehmen und knapp 571.200 Beschäftigten eine tragende Säule der bayerischen Wirtschaft. Doch Fachkräftemangel, überbordende Bürokratie und wachsende Konkurrenz durch Billiganbieter belasten die Branche. Für Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist klar: „Der Einzelhandel prägt das Gesicht unserer Innenstädte und Ortskerne. Wir müssen zunehmendem Leerstand in Bayern begegnen. Mit dem neuen Ladenschlussgesetz und den bis zu zwölf längeren Verkaufsnächten hat der Einzelhandel neue Möglichkeiten, gezielt Kunden anzusprechen und Einkaufserlebnisse zu schaffen.“   Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat dazu das Projekt „Smart City Analytics Waldkirchen“ gefördert. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren wurden im niederbayerischen Waldkirchen Bewegungsströme und Besucherfrequenzen im öffentlichen Raum erfasst. Die Daten ermöglichen konkrete Rückschlüsse auf Einzelhandel und Stadtmarketing, woraus sich zielgenaue Handlungsempfehlungen ableiten lassen. Im Beisein von Wirtschaftsminister Aiwanger wurden am Mittwoch die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert.   Aiwanger: „Mit dem Projekt wollen wir die Aufenthaltsqualität in den Innenstädten und Ortskernen bewahren, ihre Attraktivität steigern und Leerstand vermeiden. Bis jetzt sind Bauchgefühl und individuelle Erfahrungen die Grundlage der meisten Entscheidungen über Flächennutzung und Besucherlenkung gewesen. Die hier erprobte Technologie ermöglicht es den Kommunen, dem Stadtmarketing und den Einzelhändlern Kundenanalysen in Echtzeit nachzuverfolgen. Dadurch können wir den traditionellen innerörtlichen Handel gegen die Marktmacht der großen Handelsplattformen und Konzerne verteidigen.“   Die wichtigsten Ergebnisse des Abschlussberichts im Überblick:   Im gesamten Messzeitraum (Januar 2024 bis Oktober 2025) besuchten rund 2,4 Millionen Menschen die Waldkirchener Innenstadt. Den Spitzenwert erzielte der Mai 2025 mit über 184.000 Besuchern im gesamten Stadtgebiet. Der Einzelhandel ist ein Besuchermagnet. Lagen mit starkem stationärem Einzelhandel verzeichnen eine um 36 Prozent höhere Frequenz als der Stadtdurchschnitt. An Feiertagen, wenn die Geschäfte geschlossen sind, sinkt die Frequenz auf rund 35 Prozent des Normalwerts. Magnetwirkung von Veranstaltungen wie der Faschingszug (über 17.000 Besucher), der Ostermarkt oder Marktsonntage vervielfachen das Besucheraufkommen um das Zwei- bis Dreifache. Bis zu 35 Prozent der Schüler und über 21 Prozent der Besucher von Freizeiteinrichtungen (Eishalle/ Schwimmbad) nutzen im Anschluss die Angebote der Innenstadt. Gering sind dagegen bislang die Koppelungen zum Besucherzentrum der Firma Penninger – hier gibt es Optimierungspotenzial. Rund 60 Prozent der Besucher halten sich länger als 30 Minuten in der Stadt auf, was die hohe Aufenthaltsqualität unterstreicht.   Auf Basis der Daten empfiehlt der Abschlussbericht unter anderem eine gezielte Ansiedlungsinitiative für Einzelhandel und Gastronomie in Leerständen. Zudem wird angeregt, besucherschwache Zeiten am Samstagnachmittag durch flexiblere Öffnungszeiten und innovative Formate wie „Late-Night-Shopping“ zu beleben, wofür das neue bayerische Ladenschlussgesetz seit August 2025 erweiterte Spielräume bietet.   „Die in Waldkirchen gewonnenen Erkenntnisse sind nicht nur für das lokale Stadtmarketing Gold wert, sondern dienen als Blaupause für ganz Bayern“, so der Minister. Außerdem wies er auf die Chancen des neuen Ladenschlussgesetzes hin: „Unser neues bayerisches Ladenschlussgesetz bietet den Händlern und Kommunen mehr Spielraum. Ich appelliere an die Verantwortlichen: Nutzt diese Chancen.“   Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hat das Projekt mit insgesamt 192.000 Euro gefördert. Außerdem haben sich der Handelsverband Bayern und die Günther Rid Stiftung für den bayerischen Einzelhandel an der Förderung beteiligt. Die Durchführung erfolgte durch die Stadt Waldkirchen in Zusammenarbeit mit der Ariadne Maps GmbH und der CIMA Beratung + Management GmbH.   Ansprechpartner:  Korbinian Huber  Stv. Pressesprecher  Vor der Podiumsdiskussion betonte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger die Wichtigkeit des Einzelhandels für die bayerische Wirtschaft.

Quelle:stmwi,bayern.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.