Straubing:
Energiewende schreitet in Niederbayern zügig voran
Aiwanger: „Wir setzen auf den pragmatischen Ausbau Erneuerbarer Energien in Niederbayern. Wir brauchen passgenaue Lösungen, um die Bürger bei der Energiewende ins Boot zu holen, keine ideologischen Scheuklappen.“
Die Energiewende in Niederbayern schreitet zügig voran. Schon jetzt sind rund 207.000 Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von etwa 6 Gigawatt in Betrieb, das sind rund 19 Prozent der gesamten PV-Anlagenleistung Bayerns. Der Ausbau von Windenergieanlagen in geeigneten Regionen gewinnt an Fahrt und die knapp 400 niederbayerischen Biogasanlagen tragen einen gewichtigen Teil zur Wärme- und Energieversorgung in ihren jeweiligen Regionen bei, ebenso wie die Wasserkraft. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zeigte sich anlässlich der Ministerratssitzung in Straubing zufrieden mit dem Fortschreiten der Energiewende in Niederbayern: „Wir setzen auf den pragmatischen Ausbau Erneuerbarer Energien in Niederbayern. Deshalb berücksichtigen wir bei unseren Planungen regionale Unterschiede. Niederbayern ist ein sonnenreicher Regierungsbezirk, hier ist Photovoltaik sehr stark. Aber auch die heimischen Energieträger Bioenergie und Wasserkraft tragen einen wichtigen Teil zur Energiegewinnung bei. Wir brauchen passgenaue Lösungen, um die Bürger bei der Energiewende ins Boot zu holen, keine ideologischen Scheuklappen.“ Photovoltaik: Die mit Abstand am weitesten ausgebaute Erneuerbare Energieform in Niederbayern ist Photovoltaik mit einer installierten Leistung von insgesamt 6 Gigawatt. Davon entfallen 2,5 Gigawatt auf Freiflächenanlagen. 2025 wurden Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 813 Megawatt (MW) zugebaut. Aiwanger: „Mit dem Ausbau von Photovoltaik-Anlagen sind wir in Niederbayern auf einem sehr guten Weg. Ich erwarte von der Bundesregierung, dass sie diese Entwicklung weiter unterstützt. Das heißt, dass wir jetzt keinen Fadenriss bei der Förderung bekommen dürfen und zunächst ein Rahmen für die Direktvermarktung des Stroms geschaffen werden muss. Wir setzen auf einen Mix aus Dachanlagen, Freiflächenanlagen und Agri-PV.“ Windkraft: Derzeit sind in Niederbayern 21 Windenergieanlagen (WEA) mit einer installierten Leistung von rund 35 Megawatt in Betrieb. Obwohl das derzeit nur einem Anteil von 1,3 Prozent der gesamten installierten Windkraft-Leistung im Freistaat entspricht, zeigt der Trend deutlich nach oben. Bis Ende November 2025 wurden 36 Genehmigungen für WEA beantragt, sieben Genehmigung wurden 2025 erteilt. Aiwanger: „Ich sehe eine große Chance im Bau von Windkraftanlagen. Ein heutiges Windrad liefert Strom für rund 10.000 Bürger, hohe Pachteinnahmen stärken Kommunen und Waldbesitzer, damit können sie ihre Wälder gut bewirtschaften. Außerdem reduziert die stetige technische Weiterentwicklung der Anlagen die Auswirkungen auf die Natur deutlich. Trotzdem müssen wir die Bevölkerung beim Windkraft-Ausbau mitnehmen. Wir haben die Vorgabe, bis Ende 2032 in Bayern 1,8 Prozent der Fläche für Windenergie bereitzustellen, wir machen aber eine Differenzierung je nach Planungsregion. So planen wir derzeit in der Region Donau-Wald nur mit 1,4 Prozent.“ Biogas: In Niederbayern sind 392 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von rund 206 MW in Betrieb. Die Anlagen sparen jährlich rechnerisch rund 7.600 Tonnen Kohlendioxidäquivalente ein. Aiwanger: „Biogasanlagen sind grundlastfähig und können somit die Netze auch an bewölkten und windstillen Tagen stabilisieren. Außerdem versorgen sie zehntausende Haushalte mit Abwärme. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die niederbayerischen Biogasanlagen weiter am Netz bleiben.“ Wasserkraft: Die installierte Leistung der rund 800 Wasserkraftanlagen in Niederbayern beträgt etwa 590 Megawatt. Damit entfällt rund ein Viertel der Leistung der in Bayern installierten Wasserkraftanlagen auf Niederbayern. Aiwanger: „Wasserkraft macht einen gewichtigen Teil der bayerischen Energieversorgung aus und braucht eine klare Zukunftsperspektive. Wir stehen voll hinter dieser Energieform.“ Pumpspeicherkraftwerk Riedl: Das Pumpspeicherkraftwerk Riedl im Landkreis Passau soll in wenigen Jahren fertiggestellt werden. Mit einer installierten Leistung von 300 Megawatt und einer Speicherkapazität von 3,5 Millionen Kilowattstunden wird das Pumpspeicherkraftwerk zu einem zentralen Baustein beim Umbau der Energieversorgung. Aiwanger: „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien, vor allem von Photovoltaik ist in Niederbayern so stark fortgeschritten, dass wir im Sommer die Sorge vor einem Brownout hatten, also vor einer Überlastung der Netze und Abregelung von Anlagen. Deswegen stehe ich vollkommen zum Pumpspeicherkraftwerk Riedl, das völlig unverständlicherweise vom Bund Naturschutz beklagt wird. Wir brauchen solche Speicher.“ Stromspeicher: Bayern ist mit einer installierten Leistung von 3,4 GW und einer Kapazität von 5,6 GWh im Bereich Batteriespeicher deutschlandweit führend. Mit 19 Großbatteriespeichern mit einer Leistung von insgesamt 67 MW und einer Speicherkapazität von insgesamt 150 MWh ist Niederbayern bereits sehr gut aufgestellt. Zahlreiche weitere Großspeicherprojekte sind in ganz Bayern und Niederbayern geplant. Aiwanger: „Stromspeicher nehmen einen zentralen Platz bei der Energiewende ein. Wir müssen sie zielgerichtet ausbauen, um die Erneuerbaren Energien nicht mehr in dem Umfang abregeln zu müssen und Netzschwankungen ausgleichen zu können. So stabilisieren wir unsere Energieversorgung nachhaltig.“ Stromleitungsausbau: In Deutschland, Bayern und Niederbayern muss das Stromnetz erheblich ausgebaut werden, um Erneuerbare-Energie-Anlagen netztechnisch zu integrieren. In Niederbayern laufen hierfür bereits zahlreiche Vorhaben: In der Bauphase befinden sich das Höchstspannungs-Gleichstrom-Erdkabel SuedOstLink und das Ersatzneubauvorhaben Altheim (Landkreis Landshut) – St. Peter (AT). Im Planfeststellungsverfahren befinden sich die 380-kV-Leitung Isar – Altheim, der Ersatzneubau Prienbach (Landkreis Rottal-Inn) – Pleinting (Landkreis Passau) und der Ersatzneubau der Juraleitung im Abschnitt C zwischen Altheim und Sittling (Landkreis Kelheim). Aiwanger: „Stromleitungen leisten einen wesentlichen Anteil an einer sicheren und bezahlbaren Stromversorgung. In Niederbayern kommt deren Ausbau eine besondere Bedeutung zu. Insbesondere in der Nähe des ehemaligen Kernkraftwerks Isar enden beziehungsweise beginnen mehrere Ausbauvorhaben. Wir haben zahlreiche Maßnahmen zur effizienteren Netzintegration von Erneuerbaren Energien auf den Weg gebracht: Es wurden Koordinierungsstellen im Wirtschaftsministerium und den jeweiligen Regierungen eingerichtet, im Rahmen der Initiative ,Verteilnetz und erneuerbare Energien Bayern‘ entstehen passgenau Lösungen für den Netzausbau und auf Bundesebene setzen wir uns vehement für den Ausbau der Netzanschlüsse ein.“
Quelle:stmwi.bayern.de
