München:

Übertragungsnetzbetreiber haben neues Konzept für Netzanschlussverfahren vorgelegt

Aiwanger: „Geplante Neuordnung des Netzanschlussverfahrens durch Übertragungsnetzbetreiber ist zu begrüßen. Nun muss der Bund für Rechtssicherheit sorgen“

Die vier Übertragungsnetzbetreiber haben ein neues Konzept für Netzanschlussverfahren vorgelegt, das ab 1. April 2026 im Übertragungsnetz zur Anwendung kommen soll. Künftig sollen Netzanschlussanfragen für das Stromübertragungsnetz von Lastnehmern wie etwa Batteriespeichern und Industriekunden im Übertragungsnetz nicht mehr nach dem derzeit geltenden „Windhundprinzip“ bearbeitet werden, sondern nach einem sog. „Reifegradverfahren“. Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger begrüßt diesen von den Übertragungsnetzbetreibern angekündigten Schritt. „Ein neues Netzanschlussverfahren ist überfällig. Auch Bayern hat schon mehrfach Änderungen gefordert, um die aktuell bestehenden Herausforderungen rund um die knappe Ressource Netzanschluss effizienter zu lösen. Das nun vorgeschlagene Konzept der Übertragungsnetzbetreiber ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.“   Hintergrund des Vorschlags der vier Übertragungsnetzbetreiber zur Neuordnung des Netzanschlussverfahrens ist die in den vergangenen Jahren stetig gestiegene Zahl an Netzanschlussanfragen, insbesondere für Batteriespeicher. Insoweit ist jedoch davon auszugehen, dass letztendlich nur ein Bruchteil der angemeldeten Projekte realisiert wird. Das derzeit noch praktizierte Windhundprinzip – also das Abarbeiten der Anträge in chronologischer Reihenfolge – kommt daher zunehmend an seine Grenzen und birgt die Gefahr, dass freie Netzanschlusskapazitäten auf Jahre ausgebucht sein könnten.   Dem neuen Konzept der Übertragungsnetzbetreiber zufolge sollen freie Netzanschlusskapazitäten künftig anhand einer Bewertung nach objektiven Kriterien wie beispielsweise der Planungsreife des Projekts und dem Anlagen- und Anschlusskonzept vergeben werden. Hierfür werden in unterschiedlichen Kategorien für das Projekt Punkte vergeben. Zum Zuge kommen soll, vereinfacht gesagt, künftig also nicht mehr der Anschlusspetent mit dem schnellsten, sondern dem „reifsten“ Konzept. Erfasst werden durch das Neukonzept Netzanschlussanfragen von Lastnehmern wie etwa Batteriespeichern, Industriekunden oder Rechenzentren bei einer bestehenden Knappheit. Das Netzanschlussverfahren für Erneuerbare-Energien-Anlagen oder konventionelle Kraftwerke bleibt dadurch unberührt.   Die Übertragungsnetzbetreiber fordern nun eine Bestätigung des Verfahrenskonzepts durch die Bundesnetzagentur sowie flankierend eine gesetzliche Klarstellung zum Netzanschlussverfahren im Bundesrecht. „Der Ball liegt jetzt beim Bund und der Bundesnetzagentur, um den Weg für ein neues Netzanschlussverfahren zügig freizumachen“, so Energieminister Aiwanger weiter. „Das jüngst geleakte Netzpaket aus dem Bundeswirtschaftsministerium enthält wichtige Impulse für eine Neuregelung des Rechtsrahmens für Netzanschlüsse. Hier muss der Bund nun die gesetzliche Flankierung der Neuordnung auch formal auf den Weg bringen. Allerdings muss das Netzpaket an einigen Stellen wie beim Redispatch noch grundlegend überarbeitet werden, um den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zu gefährden.“

Quelle:stmwi.bayern.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.