München:
Bayerns Wirtschaftsminister kommentiert Studie zu Start-ups
Aiwanger: „Die Studie der UnternehmerTUM ist mehr als ein Warnruf. Deutschland muss endlich mehr in die Zukunft statt in Bürgergeld investieren, sonst verlieren wir völlig den Anschluss“
Nach einer Studie der UnternehmerTUM warnt Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vor einem Wettbewerbsverlust Deutschlands im globalen Technologiewettbewerb. Die gemeinsam mit der Boston Consulting Group (BCG) erarbeitete Analyse „Wachstumspfade“ beziffert das ungenutzte technologische Wertschöpfungspotenzial bis 2030 auf bis zu 1,7 Billionen Euro. Zugleich gilt der europäische Markt für Wagnis- und Wachstumskapital im internationalen Vergleich als zu klein, fragmentiert und stark reguliert. Aiwanger: „Die Studie ist mehr als ein Warnruf. Deutschland muss endlich mehr in die Zukunft statt in Bürgergeld investieren, sonst verlieren wir völlig den Anschluss. Bayerns Gründerszene ist stark, aber der Freistaat allein kann den Rest Deutschlands nicht auf Dauer mitziehen. Der Bund muss endlich die richtigen Prioritäten setzen. Anstatt Bürgergeldempfängern zu zeigen, wie sie noch den einen oder anderen zusätzlichen Euro an Leistung abschöpfen können, muss den Leuten mit guten Ideen, aber ohne nötigem Geld klarer aufgezeigt werden, welche Förderungen sie bekommen können und der Bund muss diese Gelder auch zur Verfügung stellen.“ Entscheidend seien bessere Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und ein innovationsfreundliches Umfeld. Bayern ist hier gut aufgestellt und zugleich auf funktionierende Risiko- und Wachstumskapitalmärkte angewiesen. Laut Ernst & Young Startup-Barometer 2026 hat Bayern 2025 seine Position als stärkster Start-up-Standort weiter ausgebaut und Berlin beim Wagniskapitalzufluss überholt. Rund 3,3 Milliarden Euro Venture Capital flossen in bayerische Start-ups – das ist bundesweit der Spitzenwert. Wachstumstreiber sind insbesondere KI, Energie- sowie Gesundheits- und Biotechnologien. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Eigenkapitalfinanzierung. Mit der Bayern Kapital GmbH verfügt der Freistaat über einen der aktivsten Venture-Capital-Investoren im deutschsprachigen Raum. Seit 30 Jahren wurden über 320 bayerische Start-ups finanziert, aktuell sind mehr als 110 Unternehmen im Portfolio. Mit der VC4Startups-Initiative wird eine neue Fondsgeneration mit einem Volumen von 750 Millionen Euro aufgelegt; künftig sind Beteiligungen von bis zu 50 Millionen Euro möglich, um Finanzierungslücken in der Wachstums- und Scale-up-Phase zu schließen. Zur Stärkung der Kapitalbasis hat Bayern im Bundesrat die Initiative „Maßnahmen zur Mobilisierung von Investitionen in Wagniskapital“ gestartet. Vorgesehen sind unter anderem ein steuerlich gefördertes Altersvorsorgedepot, ein German Business Angels Fund nach dem Vorbild des European Angels Fund sowie verbesserte Konditionen beim INVEST-Zuschuss. Aiwanger betont: „Wenn wir im internationalen Wettbewerb bestehen wollen, müssen wir privates Kapital besser mobilisieren und regulatorische Hürden abbauen.“
Quelle:stmwi.bayern.de
