Berlin:

Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe Berichtsmonat März 2026

 

Die Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde im März abermals leicht gedrosselt. Preis-,
kalender- und saisonbereinigt nahm sie gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent ab, nachdem sie
bereits im Februar um 0,5 Prozent reduziert wurde[1]. Im Vergleich zum Vorjahr büßte sie
arbeitstäglich bereinigt 2,8 Prozent ein. Im Quartalsvergleich verringerte sich die Ausbringung im
ersten Quartal 2026 gegenüber dem Schlussquartal 2025 um 1,2 Prozent, im Verhältnis zum ersten
Quartal 2025 lag sie kalenderbereinigt um 1,3 Prozent niedriger.


Die Industrieproduktion wurde im Vormonatsvergleich mit -0,9 Prozent zum vierten Mal in Folge
zurückgefahren. Im Baugewerbe ergab sich nach zwei witterungsbedingten Rückgängen hingegen ein
deutliches Plus von 1,9 Prozent. Im Gegensatz dazu erfuhr der Energiesektor nach einem starken
Jahresauftakt einen deutlichen Rücksetzer um 4,0 Prozent.
Bei den industriellen Gütergruppen sind unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. Während sich
die Ausbringung von Konsum- (-1,9 Prozent) und Investitionsgütern (‑1,6 Prozent) verringerte,
konnte die Vorleistungsgüterproduktion leicht gesteigert werden (+0,8 Prozent). Von der Erholung im
Baugewerbe war der witterungsabhängigere Tiefbau (+8,0 Prozent) stärker betroffen als der Hochbau
(+4,0 Prozent). Das Ausbaugewerbe stagnierte (+0,0 Prozent).
Die Wirtschaftszweige innerhalb der Industrie geben ein uneinheitliches Bild ab:
Produktionssteigerungen wiesen Bereiche wie Kfz- und Kfz-Teile (+1,9 Prozent), chemische
Erzeugnisse (+2,1 Prozent), elektrische Ausrüstungen (+2,3 Prozent) und DV-Geräte, elektrische und
optische Erzeugnisse (+5,0 Prozent) aus. Demgegenüber wurde die Produktion z. B. im Maschinenbau
(-2,7 Prozent), bei der Herstellung von Metallerzeugnissen (-2,4 Prozent) und pharmazeutischer
Erzeugnisse (-2,5 Prozent) gedrosselt.
Nach der Erholung der Industrieproduktion im Schlussquartal des vergangenen Jahres hat sie sich zu
Jahresbeginn 2026 – auch vor dem Hintergrund der gestiegenen geopolitischen Unsicherheiten infolge
des Konflikts im Nahen Osten – wieder spürbar abgeschwächt. Im Gegensatz dazu blieb ein weiterer
Indikator für die Industriekonjunktur, die preisbereinigten Umsätze des Verarbeitenden Gewerbes, im
Trend aufwärtsgerichtet. Getrieben wurden die positive Umsatzentwicklung neben den
Vorleistungsgüterproduzenten auch von den Investitionsgüterproduzenten, zu denen auch der Sonstige
Fahrzeugbau zählt. Letzterer profitiert derzeit insbesondere von öffentlichen Investitions- und
Beschaffungsvorhaben im Verteidigungsbereich.
Jüngste Stimmungsindikatoren weisen auf eine Eintrübung der Industriekonjunktur im zweiten Quartal
hin. Der Konflikt im Nahen Osten sorgt nicht nur für ein erhöhtes Preisniveau, sondern führt
zunehmend zu Lieferengpässen bei wichtigen Vorleistungsgütern. Deshalb hängt die konjunkturelle
Entwicklung entscheidend von dem weiteren Verlauf des Konflikts ab.
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[1] Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 8. Mai 2026.

Quelle:@bundeswirtschaftsministerium.de

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