München:

Wirtschaftsminister stellt aktuelle Studie zu Struktur- und Marktdaten im Einzelhandel 2026 vor

Aiwanger: „Bayerns Einzelhandel bleibt stark, dynamisch und zukunftsorientiert“

Bayerns Bürgerinnen und Bürger geben im Einzelhandel weiterhin mehr aus als im Bundesdurchschnitt. Das belegen aktuelle Zahlen der Studie „Struktur- und Marktdaten im Einzelhandel“ auf Basis des Wirtschaftsjahres 2025. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Bayern liegt im Einzelhandel weiter klar über dem Bundesdurchschnitt und das in allen wichtigen Segmenten. Das zeigt: Unsere Wirtschaft ist robust, die Kaufkraft hoch und der Handel bleibt eine tragende Säule im Freistaat.“   In Bayern wurden im Jahr 2025 insgesamt 43,5 Milliarden Euro für Nahrungs- und Genussmittel ausgegeben, was einer Pro-Kopf-Ausgabe von 3.287 Euro entspricht. Damit lagen die Pro-Kopf-Ausgaben 128 Euro über dem Bundesdurchschnitt. Im Bereich Elektronik beliefen sich die Gesamtausgaben auf 7,2 Milliarden Euro bzw. 542 Euro pro Kopf (32 Euro mehr als im Bundesdurchschnitt). Für Bau- und Gartenmärkte wurden 5,7 Milliarden Euro umgesetzt, entsprechend 427 Euro pro Kopf (+13 Euro). Im Segment Bekleidung lagen die Ausgaben bei 7,6 Milliarden Euro bzw. 571 Euro pro Kopf (+37 Euro).   Die Zahlen zeigen zugleich aber auch strukturelle Veränderungen im Einzelhandel: Internationale Online-Plattformen erhöhen den Wettbewerbsdruck, während die Kundenfrequenz in den Innenstädten weiter unter Druck steht.   Aiwanger: „Der Wettbewerb im Handel wird härter, die Spielregeln verändern sich. Deshalb müssen wir unsere Innenstädte neu denken, mit mehr Erlebnis, mehr Qualität und klaren Anreizen, vor Ort einzukaufen. Mit dem neuen bayerischen Ladenschlussgesetz schaffen wir dafür die notwendigen Freiräume. Der Handel kann flexibler auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren und neue Konzepte umsetzen – von erweiterten Öffnungszeiten bis hin zu Smart Stores. Das stärkt die Versorgung und bringt neue Impulse für unsere Städte und Gemeinden.“   Überblick der zentralen Markttrends ausgewählter Segmente:   Lebensmittelhandel: Preisentwicklung prägt Nachfrage Die Pro-Kopf-Ausgaben für Nahrungs- und Genussmittel stiegen gegenüber dem Vorjahr um rund fünf Prozent, maßgeblich getrieben durch Preissteigerungen. Die Marktstruktur bleibt insgesamt stabil, während SB-Warenhäuser weiter an Bedeutung verlieren. Supermärkte und Lebensmitteldiscounter entwickeln ihre Verkaufsflächen kontinuierlich weiter. Parallel gewinnen Smart Stores mit 24/7-Konzepten zunehmend an Bedeutung – ihre Zahl stieg seit 2019 bis Sommer 2025 auf 723 Standorte.   Bekleidung: Polarisierung setzt sich fort Der Bekleidungsmarkt verzeichnete leicht rückläufige Pro-Kopf-Ausgaben von rund zwei Prozent. Der Markt ist zunehmend polarisiert: Preisgünstige Anbieter und internationale Online-Plattformen erhöhen den Wettbewerbsdruck, während sich das Luxussegment stabilisiert bzw. erholt. Das mittlere Marktsegment steht weiterhin unter Druck. Gleichzeitig gewinnt der Second-Hand-Markt über Plattformen wie Vinted sowie „zirkuläre Kaufhäuser“ weiter an Bedeutung.   Bau- und Gartenmärkte: Konsolidierung hält an Die Branche verzeichnete erneut rückläufige Pro-Kopf-Ausgaben von rund drei Prozent. Ursachen sind eine anhaltend schwache Bautätigkeit sowie Konsumzurückhaltung. Der Markt befindet sich in einer Phase der Konsolidierung mit starkem Fokus auf Effizienz, Kostenoptimierung sowie Digitalisierung und Nachhaltigkeit als zentrale Wettbewerbsfaktoren.   Elektronik: Strukturwandel und Sättigung Der Markt für technische Konsumgüter ist weiterhin im Wandel. Während einzelne Segmente – insbesondere Haushaltselektronik – Wachstum zeigen, ist die Unterhaltungselektronik von Marktsättigung und Konsumzurückhaltung geprägt. Der Handel entwickelt sich zunehmend vom Produktanbieter zum Lösungsanbieter, auch vor dem Hintergrund steigender Nachhaltigkeitsanforderungen.   Sport: Stabilisierung nach Wachstumsphase Der Sportmarkt wird weiterhin von den Megatrends Gesundheit, Fitness und Longevity geprägt. Auch der Trend zur Alltagsnutzung von Sportmode unterstützt die Nachfrage. Gleichzeitig erhöhen steigende Online-Anteile und eine sinkende Innenstadtorientierung den Anpassungsdruck auf den stationären Handel. Erlebnisorientierung und Inszenierung gewinnen weiter an Bedeutung.   Schuhe: Strukturwandel verändert Markt nachhaltig Der Schuheinzelhandel steht weiterhin unter strukturellem Druck. Gewinner sind insbesondere Sneaker-orientierte Anbieter, während klassische Schuhhäuser Marktanteile verlieren. Konsumzurückhaltung und intensiver Wettbewerb prägen das Marktumfeld. Auffällig ist zudem ein rückläufiger Onlineanteil, der sich zuletzt um rund acht Prozent verringerte.   Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie beauftragt regelmäßig die Erhebung der Struktur- und Marktdaten im Einzelhandel, um die landesplanerische Steuerung großflächiger Einzelhandelsvorhaben im Freistaat zu unterstützen. Die Daten bilden eine wesentliche Grundlage für die Anwendung des Landesentwicklungsprogramms Bayern und folgen dem sogenannten Kongruenzgebot.   Die von den Handelsexperten der BBE Handelsberatung GmbH, der IPH Gruppe und dem IFH Köln erstellte Studie ist ab sofort auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie abrufbar.   Studie: „Struktur- und Marktdaten im Einzelhandel“

Quelle:stmwi.bayern.de

Von redaktion