Kulmbach -München:

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle bei der Jahreshauptversammlung der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern

Die nahe Zukunft wird den bayerischen Gymnasien Qualitätsverbesserungen bringen – und „zwar ohne Experimente und strukturelle Verwerfungen“. Dies betonte Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bei der Jahreshauptversammlung der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern „Zukunft Schule – Zukunft Gymnasium“ am Freitagabend in Kulmbach. Die Qualitätsverbesserungen sind für ihn auch Früchte des Runden Tisches im vergangenen Jahr, an dem Lehrkräfte, Eltern und Schüler 2012 teilgenommen hatten.

„Wir wollen den Schülern die Zeit geben, die sie brauchen“

Im Mittelpunkt der Qualitätsverbesserungen stehen die individuelle Lernzeit und das Flexibilisierungsjahr in der Mittelstufe des Gymnasiums. Minister Spaenle begründete sein Vorgehen wie folgt: „Wir wollen den Schülerinnen und Schülern, die in der Mittelstufe mehr Zeit für das Lernen und zusätzliche Fördermaßnahmen brauchen, diese geben.“
Dabei setzt der Minister nicht auf eine strukturelle Verlängerung der Laufzeit des Gymnasiums – „das Gymnasium bleibt achtjährig“. Der Minister setzt auf ein Mehr an Zeit für einzelne Schülerinnen und einzelne Schüler, die diese benötigen oder wünschen. Wer sich für ein Flexibilisierungsjahr entscheidet, besucht weiter die Regelklasse, besucht aber spezielle Förderangebote und wird vom Unterricht in bestimmten Fächern freigestellt.
Ausgangspunkt für die passenden Förderangebote bildet eine frühzeitige Diagnose möglicher Schwierigkeiten und entsprechende Beratung – eine Art „Frühwarnsystem“.
Auf die Diagnose folgt dann ein pädagogisches Zusatzangebot, nämlich flexible Intensivierungsstunden, individuelle Fördermodule oder Blockseminare bis hin zu einem Flexibilisierungsjahr, das von den Gymnasien angeboten werden kann. Dieses kann von der Schülerin oder dem Schüler in zwei Varianten genutzt werden:
1. einer, bei der eine bereits bestandene Jahrgangstufe 8, 9 oder 10 mit modifizierter Stundentafel erneut belegt wird,
2. und einer prospektiven mit Blick auf eine kommende Jahrgangsstufe. So kann z.B. ein Schüler die Jahrgangsstufen 8 oder 9 in „zwei Etappen“ durchlaufen.
Das Flexibilisierungsjahr richtet sich zugleich als Angebot an besonders begabte Schülerinnen und Schüler, die ihre speziellen Begabungen in dieser Zeit fortentwickeln wollen.

schule

Den Schulen wird dazu das nötige Personal in den kommenden beiden Schuljahren zugewiesen.

Vorerfahrungen mit zusätzlichen Formen der individuellen Förderung hatten 12 Gymnasien gesammelt.

Integrierte Lehrerreserve und neuer Lehrplan

Zu den Qualitätsverbesserungen zählen zudem u. a.:
– die Einführung einer flächendeckenden integrierten Lehrerreserve zum neuen Schuljahr 2013/2014. Damit könne der Unterricht verlässlich sichergestellt werden.
– die Erstellung des neuen Lehrplans nach dem Konzept LehrplanPLUS, bei dem die Kompetenzorientierung noch stärker als bisher im Vordergrund steht.

Abschließend dankte Kultusminister Spaenle in Kulmbach den Eltern und Lehrkräften, die sich höchst engagiert an den Schulen einbringen.

Quelle: stmuk.bayern.de

Von redaktion

Versäumt

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