Landshut:

Bayerns Wirtschaftsminister ruft ersten bayerischen Glasgipfel ins Leben

Aiwanger: „Die bayerische Glasindustrie muss Zukunft haben – die CO2-Bepreisung muss gestoppt werden!“ Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Mitte) begutachtete gemeinsam mit Herbert Unnasch (l.), Geschäftsführer der Gründerwerkstatt Glas Zwiesel, und dem stv. Landrat des Landkreises Regen, Andreas Eckl, einige mitgebrachte Ausstellungsstücke.

Foto: StMWi/ K. Huber

Um auf die aktuellen Herausforderungen in der Glasindustrie aufmerksam zu machen und die wichtigsten Akteure miteinander zu vernetzen, hat Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger den ersten bayerischen Glasgipfel ins Leben gerufen. Gerade die hohen Energiepreise und die CO2-Bepreisung belasten die energieintensive Branche und schaden der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Aber auch zu viel Bürokratie, eine hohe Steuerbelastung und aggressive Wettbewerbsmethoden ausländischer Konkurrenten setzen den bayerischen Glasherstellern zu. Darüber, aber auch über Chancen und Innovationen, sprachen Unternehmer, Wissenschaftler und staatliche Akteure  am Montag in Landshut.    Bei seiner Rede sagte Wirtschaftsminister Aiwanger: „Der Glasgipfel soll der gesamten Glasindustrie in Bayern Rückenwind geben. Wir wollen, dass dieser wichtige Wirtschaftszweig auch künftig Arbeitsplätze, industrielle Wertschöpfung und handwerkliche Tradition sichert. Auch viele Hightech-Anwendungen sind auf Glas angewiesen, wir dürfen hierbei nicht nur vom Import abhängig sein. Für viele Regionen in Bayern ist die Glasherstellung ein Kulturgut, das die heimische Identität prägt. Deshalb müssen wir bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen, um der Branche unter die Arme zu greifen. Wegen internationaler Krisen sind die Energiepreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Berlin und Brüssel zumindest die Preisbestandteile streichen, die sie selbst in der Hand haben. Schluss mit CO2-Bepreisung und Stromsteuer.“   Trotz der Schwierigkeiten sehe er auch viele positive Signale aus der Branche, so Aiwanger weiter. „Glas ist heute ein fester Bestandteil vieler Hightech-Produkte und kommt beispielsweise in der Medizintechnik oder der Mikroelektronik zum Einsatz. Das ist eine große Chance für heimische Hersteller, denn Qualität und sichere Lieferketten sind hier von überragender Bedeutung. Aber auch traditionelle Glashersteller können durch technischen Fortschritt effizienter und günstiger werden – und so ihre Spitzenposition behaupten. Ich bin davon überzeugt, dass unsere innovationsstarke bayerische Glasindustrie den Sprung in die Zukunft schaffen wird. Dann können wir uns auch gegen ausländische Konkurrenten, allen voran China, durchsetzen.“ Das vom Bayerischen Wirtschaftsministerium ins Leben gerufene bayernweite Netzwerk Glas 2.0 mit Sitz in Zwiesel unterstützt die Branche mit Informationen und Netzwerkveranstaltungen.   Die deutsche Glasindustrie zählt mit rund 400 Unternehmen und etwa 51.000 Beschäftigten zu den energieintensivsten Branchen. Glas wird rund um die Uhr bei Temperaturen von bis zu 1.600 Grad Celsius geschmolzen. Schmelzwannen können aus technischen Gründen nicht einfach abgeschaltet werden. Auch deshalb verzeichnete die Branche in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen wirtschaftlichen Rückgang (2024 -8,3 Prozent auf 11,26 Mrd. Euro, 2025 -4,8 Prozent auf 10,7 Mrd. Euro). In Bayern mussten die Glasverarbeiter 2025 ein Umsatzminus von rund 6 Prozent hinnehmen. Sie erwirtschafteten noch 1,4 Mrd. Euro. Die Mitarbeiteranzahl der Glasindustrie in Bayern verringerte sich ebenfalls um 6 Prozent auf rund 7.500 Beschäftigte.   Gleichzeitig steht die Branche vor der Herausforderung, ihre Produktion klimaneutral umzubauen. Der europäische Emissionshandel erhöht den Kostendruck durch die schrittweise steigende CO2-Bepreisung. Aktuell stammen noch 77 Prozent des Endenergiemixes der Branche aus Erdgas. Für die Umstellung auf klimaneutrale Produktionsprozesse werden Investitionen von bis zu 5,6 Mrd. Euro veranschlagt.

Quelle.stmwi.bayern,de

Von redaktion