München:
Windenergie-Ausschreibung: Bayern erhält erneut kaum Zuschläge
Aiwanger: „Der Bund muss die Wind-Ausschreibungen endlich regional ausgewogener gestalten“
Bei der jüngsten Ausschreibung der Bundesnetzagentur für Windenergie an Land hat Bayern zwei Zuschläge für sechs Windenergieanlagen mit insgesamt rund 39 Megawatt erhalten. Damit entfallen nur rund 1,6 Prozent des bundesweiten Zuschlagsvolumens auf Bayern. Bei der vorherigen Ausschreibung waren es noch rund 2,2 Prozent. Insgesamt hatten sich 15 bayerische Gebote mit rund 275 Megawatt beteiligt, 13 davon gingen leer aus. Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger fordert angesichts der Ergebnisse bessere Bedingungen für Windenergie in Süddeutschland: „Die Zahlen zeigen erneut ein deutliches Nord-Süd-Gefälle. Nur 1,6 Prozent des bundesweiten Zuschlagsvolumens entfallen auf Bayern – das ist viel zu wenig. Der Bund muss die Wind-Ausschreibungen endlich regional ausgewogener gestalten. Wir brauchen mehr Windstrom dort, wo die Industrie sitzt. Das entlastet die Netze, stärkt die Versorgungssicherheit und reduziert den Bedarf, Strom über weite Strecken zu transportieren. Der Süden muss bei den Ausschreibungen endlich stärker zum Zug kommen.“ Die aktuellen Ausschreibungsergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit der gemeinsamen Bundesratsinitiative von Bayern und Baden-Württemberg. Beide Länder haben Anträge zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eingebracht, um die Wettbewerbsbedingungen für Windenergie im Süden zu verbessern. Unter anderem soll sichergestellt werden, dass mindestens 20 Prozent des jeweiligen Ausschreibungsvolumens auf Windenergieprojekte in der Südregion entfallen. Zudem sollen die Korrekturfaktoren für windschwächere Standorte angehoben und die Ausschreibungsvolumina erhöht werden. Aiwanger: „Unsere Bundesratsinitiative ist dringend notwendig. Wir brauchen eine stärkere Berücksichtigung der Südregion mit mindestens 20 Prozent des jeweiligen Ausschreibungsvolumens, bundesweit höhere Ausschreibungsmengen und höhere Korrekturfaktoren im Referenzertragsmodell für windschwächere 50- und 60-Prozent-Standorte. Es kann nicht sein, dass wir in Bayern den Windkraftausbau massiv vorantreiben und unsere Projekte dann bei den Ausschreibungen reihenweise leer ausgehen.“ Konkret fordern Bayern und Baden-Württemberg, die jährlichen Ausschreibungsvolumina für Windenergie an Land von 2027 bis 2032 auf jeweils 15.000 Megawatt zu verstetigen. Zusätzlich soll zum 1. April 2027 eine Windsonderausschreibung mit 5.000 Megawatt stattfinden. Dass höhere Ausschreibungsmengen nötig sind, zeigt die erneute Überzeichnung: Bundesweit standen einer ausgeschriebenen Menge von 2.520 Megawatt 461 Gebote mit insgesamt 5.250 Megawatt gegenüber. Zuschläge wurden für 237 Gebote mit insgesamt 2.523 Megawatt erteilt. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert sank gegenüber der vorherigen Gebotsrunde erneut deutlich von 5,06 auf 4,79 Cent pro Kilowattstunde. Das größte Zuschlagsvolumen entfiel auf Niedersachsen mit 836 Megawatt, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 430 Megawatt und Rheinland-Pfalz mit 336 Megawatt.
Quelle:stmwi.bayern.de
