Berlin:

Müller zur Änderung im Raumordnungsgesetz: Knappe Flächen gut nutzen
Mehrfachnutzung von Flächen für erneuerbare Energien schont Landwirtschaftsfläche

Heute hat das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/2413 in den Bereichen Windenergie an Land und Solarenergie (RED III) beschlossen. Der Entwurf weist sogenannte Beschleunigungsgebiete für Windenergie an Land oder Solarenergie aus: Vorhaben in diesen Gebieten können in einem vereinfachten und beschleunigten Verfahren genehmigt werden, um damit den notwendigen Ausbau von erneuerbaren Energien zu fördern. Um zugleich die knappe Ressource Fläche gut zu nutzen, hat sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erfolgreich für die Aufnahme von Mehrfachnutzungen in die Änderung des Raumordnungsgesetzes eingesetzt. Eine sinnvolle Mehrfachnutzung von Flächen, wie beispielsweise die Agri-Photovoltaik, trägt zur Entschärfung der Flächenkonkurrenzen unter anderem mit der landwirtschaftlichen Erzeugung bei.

Dazu erklärt Claudia Müller, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft: „Unsere landwirtschaftlichen Flächen in Deutschland stehen aufgrund der vielen Anforderungen zunehmend unter Druck. Agrarflächen brauchen wir in erster Linie für die Erzeugung von Lebensmitteln. Das sollten wir nicht vergessen! Gleichzeitig hat der Ausbau der erneuerbaren Energien eine hohe Priorität, um unser Klima zu schützen – davon profitiert auch unsere Landwirtschaft. Ich bin froh, dass wir nun einen klugen Ausgleich hinbekommen haben und im Raumordnungsgesetz die Mehrfachnutzung von Flächen für unterschiedliche Nutzungsarten explizit aufgenommen wurde. “

Hintergrund:
Aktuell werden 52 ha/Tag für Siedlungs- und Verkehrsfläche umgewidmet und geht für die landwirtschaftliche Nutzung verloren. Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie sieht vor, den Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland bis 2030 auf unter 30 ha/Tag abzusenken. Dazu haben sich die die Bundesregierung tragenden Parteien im Koalitionsvertrag bekannt. Gleichzeitig werden für zahlreiche politische Ziele, wie den verstärkten Wohnungsbau, Umwelt- und Naturschutz, den Ausbau von Infrastruktur und nicht zuletzt den Ausbau erneuerbarer Energien vermehrt Flächen vor allem im ländlichen Raum benötigt. Das BMEL als Ministerium der ländlichen Räume hat daher den möglichen Flächenbedarf und geeignete Minderungsmaßnahmen wissenschaftlich untersuchen lassen.

Die Studie des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (Thünen Working Paper 224 vom 17. Oktober 2023) kommt zum Ergebnis, dass sich unterschiedliche Nutzungen auf denselben Flächen kombinieren lassen und damit weniger Fläche als bei Umsetzung auf separaten Flächen verbraucht wird. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten Mehrfachnutzungen durch rechtliche Steuerungsinstrumente erleichtert werden. Mit der vom BMEL eingebrachten Erweiterung des § 7 Raumordnungsgesetz werden Mehrfachnutzungen erstmals explizit im Gesetz verankert. Planungsträger können danach miteinander kombinierbare Mehrfachnutzungen in Raumordnungsplänen rechtssicher ausweisen und damit einen wirksamen Beitrag gegen den fortschreitenden Flächenverbrauch leisten.

Quelle:bmel.bund.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.