München:

Staatsregierung fordert Berlin zum Handeln auf Aiwanger:
„Berlin muss die Gasmangellage gezielter managen“

Die Bayerische Staatsregierung hat in der heutigen Kabinettsitzung ein umfangreiches
energiepolitisches Forderungspaket an die Bundesregierung adressiert. Wirtschaftsminister
Hubert Aiwanger: „Energie ist heute weder bezahlbar noch sicher. Der
Bund muss deshalb endlich die hausgemachten Preistreiber wie die Steuern
im Energiesektor reduzieren. Das hätte einen unmittelbaren Effekt
und könnte ohne großen Aufwand umgesetzt werden. Seit über
einem halben Jahr befinden wir uns in einer sehr ernsten Strom- und Energiekrise.
Berlin hat es bis jetzt versäumt, diese Gasmangellage effizient zu
bewirtschaften. Es ist deshalb höchste Zeit, die Gas-Notfallstufe
auszurufen. Damit könnte man beispielsweise die Engpässe bei
CO2 und Kohlensäure angehen. Für die Lebensmittelbranche sind
beide Stoffe essentiell. Sie fallen als Nebenprodukte der Düngemittelproduktion
aus Erdgas an und fehlen jetzt zunehmend aufgrund der explodierenden Gaspreise
und der reduzierten Düngemittelproduktion.“ Die Staatsregierung
prüft deshalb, ob auch das CO2 aus der Zementproduktion eingesetzt
werden kann.

Der Freistaat Bayern fordert den Bund auch auf, Verbraucher und Unternehmen
von den gestiegenen Strom- und Energiepreisen zu entlasten. Aiwanger: „Für
viele mittelständische Betriebe ist das wirtschaftliche Überleben
nur noch eine Frage weniger Wochen. Sie haben Weltkriege und Inflation
überstanden, die Energiepolitik dieser Bundesregierung überleben
sie aber vielleicht nicht. Wir brauchen deshalb ein Sofortprogramm, um
die Preise spürbar und dauerhaft zu senken.“
Bayern erwartet sich von der Bundesregierung
auch mehr Engagement beim Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur. Aiwanger:
„Wir akzeptieren nicht, dass Bayern erst ab 2032 an das nationale
und europäische Wasserstoffnetz angebunden werden soll. Bayerns energieintensive
Wirtschaft darf nicht abgehängt werden und kann nicht länger
warten. Genauso brauchen wir Klarheit von der Europäischen Union in
Hinblick auf die Ertüchtigung der bestehenden Gaspipelines für
den Wasserstoffeinsatz. Unsere Netzbetreiber werden leider von Brüssel
regulatorisch ausgebremst, indem die Betreiber der jetzigen Erdgasnetze
die künftigen Wasserstoffnetze nicht betreiben sollen. In meinen Augen
kann es keine anderen Betreiber als die jetzigen geben.“
Erst am vergangenen Donnerstag fand der
Spatenstich für den Elektrolyseur im niederbayerischen Pfeffenhausen
statt. Aiwanger spricht sich dafür aus, dass künftig in jedem
bayerischen Landkreis ein Elektrolyseur steht. „Aufgrund der Engpässe
in den Verteilnetzwerken dauert es oft Jahre, bis PV-Anlagen oder Windräder
ihren Strom ins Netz einspeisen können. Deshalb brauchen wir in allen
bayerischen Landkreisen Elektrolyseure, damit dieser lokal erzeugte Strom
in Wasserstoff umgewandelt und somit gespeichert werden kann. Photovoltaik
und Windkraft nützen uns nichts, wenn der Strom nicht ins Netz kommt“,
erklärt Aiwanger.
Bayern kritisiert zudem die Entschließung
des Europäischen Parlaments, Holz den Status als erneuerbare Energiequelle
abzusprechen. Aiwanger: „Die Parlamentarier in Brüssel sind auf
dem Holzweg. Während die Energiekrise einmal mehr das große
Potenzial von Holz als Energielieferanten zeigt, will die EU künftig
die Nutzung von Waldholz stark einschränken oder gar verbieten. Diese
vollkommen unverständliche Politik muss von Berlin verhindert werden.“

Quelle:stmwi.bayern.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.