Berlin:

Booster für grüne Fernwärme: Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) startet

Das Förderprogramm BEW zur Umstellung der Fernwärme auf erneuerbare Energien ist heute in Kraft
getreten. Bis 2026 stehen rund 3 Milliarden Euro für die erneuerbare Wärmeerzeugung etwa aus
Geothermie, Solarthermie und dem Einsatz von Großwärmepumpen sowie weitere Wärmenetzinfrastruktur
zur Verfügung. Die BEW unterstützt den Bau neuer Wärmenetze mit mindestens 75 Prozent erneuerbaren
Energien und Abwärme und die Dekarbonisierung bestehender Netze.
Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck:


„Mit grünen Wärmenetzen leisten wir einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und verringern unsere
Abhängigkeit von fossilen Energieimporten. Mit der neuen Förderung investiert die Bundesregierung
in stabile Wärmepreise und eine klimafreundliche Energieversorgung. Wärmenetze sind der Schlüssel,
wenn wir das Heizen treibhausgasneutral machen wollen. Sie erschließen klimafreundliche
Wärmequellen, die durch dezentrale Heizungen im Haus nicht nutzbar sind – darunter tiefe
Geothermie, die ganzjährig, verlässlich und bei jedem Wetter hohe Temperaturen liefern kann. Wir
bringen hier zukunftsorientierte Energiepolitik auf die Straße.
Geothermie gehört zu den Wärmequellen, die wir massiv stärken müssen, um fossile Brennstoffe zu
ersetzen. Daneben müssen wir deutlich mehr Abwärme aus Industrie und Gewerbe, die sonst ungenutzt
in die Umwelt abgeleitet würde, in Wärmenetze einbinden. Zudem sind Großwärmepumpen, die mit hoher
Leistung in Wärmenetze einspeisen können, eine zentrale Technologie. Die Bundesförderung für
effiziente Wärmenetze (BEW) macht sie für Wärmenetzbetreiber wirtschaftlich und bringt sie so
voran.“

Vor allem in Städten ist der Anschluss an die zunehmend klimaneutrale Fernwärme der entscheidende
Weg, um von Öl- und Gasheizungen wegzukommen. Und gerade im ländlichen Raum entstehen auch neue
klimafreundliche Nahwärmenetze, die alte Ölheizungen oder Gasthermen in den Gebäuden ersetzen.
Aktuell beruht die Wärmeversorgung in Deutschland überwiegend auf der Verbrennung fossiler
Energieträger. Fast die Hälfte der deutschen Haushalte heizt noch mit fossilem Erdgas, ein
weiteres Viertel mit Heizöl. „ Die Förderung richtet sich unter anderem an
Energieversorgungsunternehmen, Kommunen, Stadtwerke und eingetragene Vereine/Genossenschaften, die
über die neue Förderung Zuschüsse für Investitionen in Wärmenetze erhalten können. So kann
künftig beispielsweise eine Kommune oder eine Genossenschaft Zuschüsse erhalten, wenn diese ein
Nahwärmenetz im Neubaugebiet errichtet oder ein Stadtwerk das bisher über Kohle-KWK betriebene
Fernwärmenetz auf Erneuerbare Energien und Abwärme umstellt.
Zur Förderung im Einzelnen:
Mit der BEW fördert die Bundesregierung den Neubau von Wärmenetzen mit mindestens 75-prozentiger
Wärmeeinspeisung aus erneuerbaren Energien und Abwärme, die Erweiterung und Verdichtung sowie die
Dekarbonisierung bestehender Wärmenetze.
Gefördert werden in einem ersten Schritt eine Projektphase Machbarkeitsstudien für neue
Wärmenetze und Transformationspläne für die Umstellung bestehender Netze auf erneuerbare
Energien und Abwärme.
Kernstück der BEW ist dann in einem weiteren Schritt die Förderung von Investitionen und
teilweise sogar Betriebskosten, wenn die in den Machbarkeitsstudien und Transformationsplänen
beschriebenen Maßnahmen umgesetzt werden.
Die Investitionskostenförderung erfolgt in Höhe von maximal 40 % der Investitionen in
Erzeugungsanlagen und Infrastruktur. Fördergegenstände sind u.a. Anlagen zur Wärmebereitstellung
aus erneuerbaren Energien (Tiefe Geothermie, Solarthermie, Großwärmepumpen zur Nutzung von
Umweltwärme, Biomasse), die Einbindung von unvermeidbarer Abwärme, sowie Infrastrukturmaßnahmen
zur Wärmeverteilung und Optimierung des Netzbetriebs.
Für die Wärmeerzeugung aus strombasierten Wärmepumpen und Solarthermieanlagen wird zusätzlich
eine Betriebskostenförderung über einen Zeitraum von 10 Jahren gewährt. Für schnell
realisierbare Einzelmaßnahmen, also Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Biomassekessel,
Wärmespeicher, Rohrleitungen und Wärmeübergabestationen kann zudem eine
Investitionskostenförderung nach vereinfachten Anforderungen beantragt werden, es ist also keine
Machbarkeitsstudie oder kein Transformationsplan erforderlich.
Förderanträge können ab dem 15. September über die Internetseite des Bundesamtes für
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Den Link finden Sie hier.
Auf Basis der verfügbaren Haushaltsmittel von 2,98 Milliarden Euro sollen bis 2030 die
Installation von durchschnittlich bis zu 681 Megawatt erneuerbarer Wärmeerzeugungsleistung pro
Jahr gefördert und Investitionen von durchschnittlich rund 1174 Millionen Euro jährlich
angestoßen werden.
Den Link zur amtlichen Veröffentlichung der Förderrichtlinie im Bundesanzeiger finden Sie hier.

https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/09/20220915-booster-fur-grune-fernwarme-bundesforderung-fur-effiziente-warmenetze-bew-startet.html

Quelle: abo-bmwi.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.