Berlin:

Brennstoffzelle aus Mikroorganismen

Die Wasserwirtschaft kann einen wichtigen Beitrag zur Energiewende
leisten. Ihre Anlagen lassen sich in ein intelligentes, auf viele Standorte
verteiltes Energiesystem einbinden, wie es für den Umbau der
Energieversorgung erforderlich ist.

Ein neues Verfahren, das in Forschungsprojekten nun entwickelt wurde, ist
beispielsweise eine Bio-Brennstoffzelle in Kläranlagen. Anders als in
herkömmlichen Brennstoffzellen – die chemische Energie, meist aus
Wasserstoff, in Strom umwandeln – erzeugen hier Mikroorganismen elektrische
Energie direkt aus organischen Stoffen. Dadurch reinigen sie nicht nur
einen Teil des Abwassers, sie wandeln auch gleichzeitig die darin
enthaltene chemische Energie in Strom um.

Forschern ist es gelungen, mit der Biobrennstoffzelle eine neue Technologie
für die „Stromernte“ zu entwickeln; Laborergebnisse werden nun in einen
größeren Maßstab übertragen. Die erste Pilotanlage wurde Ende 2016 in
Goslar in Betrieb genommen.

Für die Abwasserbehandlung könnte dies eine Technikwende bedeuten – indem
Bio-Brennstoffzellen dazu beitragen, dass die Kläranlage der Zukunft nicht
nur Energie einspart, sondern überschüssigen Strom an das Energienetz
liefert. Dies wird gerade an einem Standort in Darmstadt erprobt. Dort
haben sich unterschiedliche Anlagen zu einem sogenannten „Virtuellen
Kraftwerk“ zusammengeschlossen. Kläranlagen könnten so zukünftig als
Anbieter am Energiemarkt auftreten.

Kläranlagen sind die größten Stromverbraucher in den Kommunen. Für die
Betreiber verursacht dies erhebliche Kosten, die letztlich der
Gebührenzahler tragen muss. Trotz des hohen technologischen Standards in
Deutschland besteht in der Wasserwirtschaft immer noch ein
Energieeinsparpotenzial von bis zu 25 Prozent des Stromverbrauches.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat im Jahr 2014 ein
Forschungsprogramm gestartet, um Technologien und Konzepte für eine
energieeffiziente und ressourcenschonende Wasserwirtschaft zu fördern und
mit 28 Millionen Euro Fördermitteln ausgestattet. Nach drei Jahren
Forschung stellen die zwölf geförderten Verbundprojekte heute in Berlin
ihre Ergebnisse vor, die Biobrennstoffzelle ist eines davon.

Insgesamt arbeiteten über 80 Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und aus
Kommunen und Ländern  daran, neue Lösungen für die Wasserversorgung und
Abwasserentsorgung zu finden, die Ressourcen und Energieeinsatz schont.

Weitere Informationen

https://bmbf.nawam-erwas.de/de/anmeldung-zum-workshop-mikrobielle-bz

15./16. Mai 2017, European School of Management and Technology, Berlin

https://bmbf.nawam-erwas.de
Fördermaßnahme „Zukunftsfähige Technologien und Konzepte für eine
energieeffiziente und ressourcenschonende Wasserwirtschaft“ ERWAS

ERWAS Abschlusskonferenz

https://bmbf.nawam-erwas.de/de

http://www.bio-bz.de
Verbundprojekt „Die bio-elektrochemische Brennstoffzelle als Baustein einer
energieerzeugenden Abwasserbehandlungsanlage“ BioBZ

Quelle: bmbf.bund.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.