München:

Kunstförderpreis 2019 in der Sparte „Literatur“ für junge Autorengenaration – Kunstminister Bernd Sibler gibt vier Preisträgerinnen und Preisträger bekannt

Kunstförderpreis 2019 in der Sparte „Literatur“ für junge Autorengeneration

Kunstminister Bernd Sibler gibt vier Preisträgerinnen und Preisträger bekannt – „Ihr Engagement im literarischen Leben trägt den Kulturstaat Bayern. Ihre Auseinandersetzung mit aktuellen und grundlegenden Themen sensibilisiert unsere Gesellschaft.“

Den Kunstförderpreis in der Sparte „Literatur“ erhalten in diesem Jahr vier Münchner Schriftstellerinnen und Schriftsteller: Romanautorin Katharina Adler für ihren Roman „Ida“, Romanautor Benedikt Feiten für seinen Roman „So oder so ist das Leben“, Lyriker Tristan Marquardt für seinen Gedichtband „scrollen in tiefsee“ und Lyrikerin Nora Zapf für ihren Gedichtband „homogloben“. Das gab Kunstminister Bernd Sibler heute bekannt: „Mit dem Kunstförderpreis unterstützen wir die junge Generation von Autorinnen und Autoren, die mit großer Bandbreite, Kompetenz und Professionalität die Literaturszene in Bayern prägt. Ihr Engagement im literarischen Leben – aktiv, initiativ und vernetzend – trägt den Kulturstaat Bayern. Ihre Auseinandersetzung mit aktuellen und grundlegenden Themen sensibilisiert unsere Gesellschaft. Wir können uns glücklich schätzen, so viel kreatives Potenzial in Bayern zu haben!“ Besonders erfreut zeigte sich der Kunstminister darüber, dass die Lyrik in diesem Jahr doppelt zum Zuge kommt und dass alle Autorinnen und Autoren bereits von weiteren Maßnahmen aus der Literaturförderung des Freistaats, etwa der Bayerischen Akademie des Schreibens, der Arbeitsstipendien für Autorinnen und Autoren oder der Förderung eines Projekts der Literaturvermittlung, profitiert haben.

Der Bayerische Kunstförderpreis in der Sparte „Literatur“ soll begabte Nachwuchsautorinnen und -autoren, die bereits durch literarische Veröffentlichungen hervorgetreten sind, auf ihrem eingeschlagenen Weg bestärken und sie zur weiteren schriftstellerischen Entwicklung ermutigen. Jedes Jahr verleiht der Freistaat insgesamt bis zu 16 Kunstförderpreise. Die ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler, Duos oder auch Ensembles werden dabei von einem 12-köpfigen Fachgremium vorgeschlagen. Die maximal 40 Jahre alten Preisträgerinnen und Preisträger verfügen über eine abgeschlossene Ausbildung und zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Begabung aus, die sie bereits unter Beweis stellen konnten. Die Preise für Einzelkünstlerinnen und -künstler sind mit je bis zu 6.000 Euro dotiert, für Ensembles mit 10.000 Euro. Die Verleihung der diesjährigen „Bayerischen Kunstförderpreise“ in den Sparten „Bildende Kunst“, „Musik und Tanz“, „Literatur“ und „Darstellende Kunst“ findet am 19. November 2019 im Cuvilliéstheater in München statt.

 

Informationen zu den einzelnen Preisträgerinnen und Preisträgern der Sparte „Literatur“ für den „Bayerischen Kunstförderpreis 2019“:

Katharina Adler

Katharina Adler wurde 1980 in München geboren, wo sie nach Stationen in Leipzig und Berlin heute wieder lebt. Bereits für das Manuskript ihres ersten Romans „Ida“ erhielt sie 2014 das Literaturstipendium des Freistaats Bayern und wurde 2015 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert. 2018 folgte die Nominierung für den Klaus-Michael Kühne-Preis und den ZDF-aspekte-Literaturpreis.

Katharina Adlers erster Roman „Ida“, erschienen 2018 bei Rowohlt, Reinbek, überzeugt die Jury durch seine erzählerische Wucht und professionelle Reife. Mit der Lebensgeschichte ihrer Urgroßmutter Ida Adler, die als der Fall „Dora“ aus der Frühgeschichte der Psychoanalyse Sigmund Freuds bekannt ist, gelingt der Autorin ein virtuoser Roman, der in seiner kritischen Sicht auf Sigmund Freud Bestand haben wird.

Tristan Marquardt

Tristan Marquardt wurde 1987 geboren und lebt in München. Der promovierte Mediävist ist Mitgründer und Mitglied des Berliner Lyrikkollektivs G13. Darüber hinaus engagiert er sich als Mitbegründer von Lesereihen wie  „meine drei lyrischen ichs“ oder der „Große Tag der jungen Münchner Literatur“ für eine breitere Wahrnehmung von Lyrik in der Öffentlichkeit. 2019 wird in Nürnberg das von Marquardt mitbegründete, vom Freistaat geförderte „Unabhängige Lesereihen Festival ULF“ stattfinden. Seit 2017 betreibt er gemeinsam mit Tim Holland und Hannes Munzinger die Verlagsdependance hochroth München. Seine eigenen Texte sowie Übertragungen ins Englische, Französische, Niederländische, Spanische und Slowakische wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Sein Debütband „das amortisiert sich nicht“ erschien 2013 bei Kookbooks und wurde mit dem Feldkircher Lyrikpreis ausgezeichnet. Gemeinsam mit Jan Wagner gab er die Anthologie „Unmögliche Liebe. Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen“ heraus.

Tristan Marquardts zweiter Gedichtband „scrollen in tiefsee“ erschien 2018 bei kookbooks, Berlin. Er sei, so die Jury, eines der faszinierendsten Zeugnisse der poetischen Erkenntnistheorie der jungen europäischen Dichtergeneration. Marquardt erkunde die Dynamiken, die sich zwischen Denken, Sprechen und Wahrnehmungs-Evidenz ergeben, und erhellt deren unauflösliche Verstrebung.

 

Den dritten Kunstförderpreis in der Sparte „Literatur“ erhalten sowohl Benedikt Feiten als Nora Zapf. Beide Schriftsteller werden mit je 3.000 Euro unterstützt.

Benedikt Feiten

Benedikt Feiten wurde 1982 in Berlin geboren und lebt in München. Er ist mit dem Literaturstipendium der Stadt München ausgezeichnet worden und wurde durch die Bayerische Akademie des Schreibens gefördert. Nach dem Studium der Amerikanischen Literatur hat er seine Doktorarbeit über Musik in den Filmen von Jim Jarmusch geschrieben und an der Ludwig-Maximilians-Universität unterrichtet. Neben seiner Arbeit als Kulturjournalist und Redakteur ist er Trompeter und Cellist bei der Band „my boys don‘t cry“. Sein erster Roman „Hubsi Dax“ erschien 2017 bei Voland und Quist.

Anschließend an die Tradition der Popliteratur bis hin zur Road-Novel fange, so die Jury, Benedikt Feiten in seinem zweiten Roman „So oder so ist das Leben“, erschienen 2019 ebenfalls bei Voland und Quist, das Lebensgefühl junger Erwachsener in einer Gesellschaft zwischen Selbstoptimierungswahn und Depression ein – und schaffe es dabei, seine Leser und Leserinnen gut zu unterhalten.

Nora Zapf

Nora Zapf, geboren 1985, lebt in München. Die promovierte Romanistin, Lyrikerin und Übersetzerin aus dem Portugiesischen und Spanischen ist Mitbegründerin der Reihe „meine drei lyrischen ichs“ und des Festivals „Großer Tag der jungen Münchner Literatur“ sowie Mitglied der Initiative „Wir machen das“. Sie kuratierte mit Katrin Lange die Tagung „SCREENSHOTS – Literatur im Netz“ der Bayerischen Akademie des Schreibens und wurde auch als Teilnehmerin gefördert.  Sie veröffentlichte in Anthologien und Zeitschriften, etwa in „Der Greif“, „Lyrik von jetzt 3“, und „All dies hier, Majestät, ist deins. Lyrik im Anthropozän“. „homogloben“, erschienen bei gutleut in Frankfurt am Main, wurde durch das Literaturstipendium der Stadt München gefördert und ist ihre zweite eigenständige Publikation nach dem Gedichtband „rost und kaffeesatz“, veröffentlicht 2018 in der parasitenpresse.

Die Jury würdigt den hohen Anspruch der Lyrikerin, die in ihrem zweiten Gedichtband „homogloben“ vielfältige Themen aus Tradition und Moderne variiert und dabei auf eine persönliche und ungezwungene Weise mit der Sprache experimentiert und eindringliche neue Bilder findet.

Quelle:stmwk.bayern.de

Von redaktion