Coburg-München:

Durchschlag beim 20. von 22 Tunnels auf ICE-Neubaustrecke Nürnberg – Erfurt / Bayerns Verkehrsminister Zeil kritisiert Minimalplanung beim ICE-Zulauf

Zeil: „Bund darf bei Coburg nicht auf halbem Wege Halt machen“

MÜNCHEN / COBURG  Anlässlich der heutigen Durchschlagsfeier
beim Rennbergtunnel der ICE-Strecke zwischen Nürnberg
und Erfurt mahnt Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil
eine bessere Einbindung der Neubaustrecke in die bestehende
Schieneninfrastruktur an. „Es kristallisiert sich
immer mehr heraus, dass der Bund in vielen Punkten
nur eine minimalistische Planung umsetzen will. Das
wird nicht ausreichen, um die zukünftigen Zugverbindungen
auf qualitativ hochwertigem Niveau und flexibel anbieten
zu können. Es muss gewährleistet werden, dass die
Region von der Strecke profitiert und nicht nur die
Belastungen durch den Bau zu tragen hat. Der Bund darf
beim Infrastrukturausbau im Raum Coburg nicht auf halbem
Wege Halt machen“, betont Zeil. Er habe sich deshalb
jetzt an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gewandt.

 

Zeil
moniert insbesondere die Planungen für die Bahnhöfe
Coburg und Breitengüßbach sowie für die südliche
Zulaufstrecke nach Coburg. Bei letzterer störe den
Minister, dass zwischen der Einmündung der neuen südlichen
Verbindungskurve auf die Bestandsstrecke und dem Coburger
Bahnhof drei, jeweils nur wenige hundert Meter lange,
eingleisige Abschnitte bestehen bleiben sollten. Darüber
hinaus würden die Bahnsteigzugänge in Creidlitz,
die die Gleise ebenerdig queren, nicht geändert werden.
„Dadurch ist ein Flaschenhals vorprogrammiert“,
erklärt Zeil. Im Bahnhof Coburg werde lediglich eine
Bahnsteigkante ICE-tauglich und nur der vom ICE genutzte
Mittelbahnsteig barrierefrei ausgebaut, kritisiert
Zeil. „Damit wären dort weder ein barrierefreies
Umsteigen noch die Begegnung zweier Fernzüge möglich“,
erläutert der Minister. In Breitengüßbach solle
es künftig nur noch zwei anstelle von bisher drei
Bahnsteigkanten geben, womit nicht einmal das heutige
Betriebsprogramm umsetzbar wäre. „Es bedarf bei
diesen Themen dringend einer Detailabstimmung zwischen
Bund, DB und uns. Nur so kann ein überzeugendes Gesamtkonzept
erstellt werden, das für die Region die optimale Bahnerschließung
bringt“, fordert der Minister.

 

Mit
dem 1,1 Kilometer langen Tunnel Rennberg erfolgte bereits
der sechste Tunneldurchschlag auf bayerischer Seite
der ICE-Neubaustrecke. Der Tunnel wurde in Anwesenheit
der Tunnelpatin Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen
Landtags, und Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel durchschlagen.
Insgesamt gibt es auf bayerischer Seite acht Tunnel,
auf thüringischer Seite 14. Bei den Nachbarn sind
seit März dieses Jahres alle durchschlagen.

 

Mit
einer südlichen und nördlichen Verbindungskurve auf
die Bahnstrecke Lichtenfels – Sonneberg wird die
Stadt Coburg an die Hochgeschwindigkeitsstrecke angebunden.
Die Neubaustrecke zwischen Ebensfeld und Erfurt ist
Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8, dem
Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Nürnberg nach
Berlin. Die 107 Kilometer lange Strecke durch die Mittelgebirgslandschaft
wird insgesamt 22 Tunnelbauwerke mit einer Gesamtlänge
von 41 Kilometer aufweisen. Die Investitionskosten
für die Neubau- und Ausbaustrecke von Nürnberg nach
Ebensfeld belaufen sich nach Angaben der DB AG auf
5,2 Milliarden Euro. Für die 83 Kilometer lange Strecke
von Oberfranken nach Mittelfranken ist die Finanzierung
derzeit noch nicht gesichert.

 

 

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Von redaktion

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