München:

Bayerns Justizminister bringt Kulturgut-Rückgewähr-Gesetz im Bundesrat ein / Bausback: „Dass Ansprüche von Opfern des NS-Kunstraubs und deren Erben ohne weiteres verjähren, ist für mich nicht hinnehmbar!“

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Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback bringt heute den Entwurf eines Kulturgut-Rückgewähr-Gesetzes in den Bundesrat ein. „Der Fall Gurlitt hat einen Makel des deutschen Rechts offenbart, der dem Ansehen Deutschlands schadet“, so Bausback. „Wenn heute ein Kunstwerk aufgefunden wird, das etwa einem jüdischen Mitbürger nachweislich vom nationalsozialistischen Unrechtsregime geraubt oder gegen einen Spottpreis abgepresst wurde, dann sind dessen Ansprüche oder die seiner Erben nach deutschem Recht in der Regel verjährt. Selbst wenn z. B. der Erbe also alle Hürden eines Herausgabeprozesses nimmt, scheitert er am Ende, wenn nur der Gegner das eine Wort ‚Verjährung‘ in den Mund nimmt. Das kann nicht sein. Hier müssen wir etwas tun. Mein Vorschlag dazu liegt jetzt auf dem Tisch des Bundesrats.“

Bausbacks Gesetzentwurf sieht vor, allgemein – also nicht nur bei Raubkunst – bei Sachen, die dem ursprünglichen Eigentümer ohne dessen Willen weggenommen wurden, die Berufung auf die Verjährung auszuschließen, wenn der Anspruchsgegner bei Erwerb der Sachen zumindest naheliegende Anhaltspunkte für das Abhandenkommen hatte.

An die Kritiker des Gesetzentwurfs gewandt, erklärt Bayerns Justizminister: „Wer kritisiert, muss auch Vorschläge machen, wie es denn stattdessen gehen soll. Diese Vorschläge bleiben die Kritiker aber bezeichnenderweise schuldig“, so Bausback. „Denn die Alternative wäre entweder: Gar nichts tun und die Opfer im Regen stehen zu lassen. Oder aber die Verjährung rückwirkend abzuschaffen. Das verstößt gegen das Grundgesetz. Mit einer Bruchlandung in Karlsruhe ist aber niemandem geholfen. Demgegenüber stellt mein Gesetzentwurf eine vernünftige Lösung dar, die den Opfern hilft, aber auch vor unserer Verfassung standhält.“

Bausback appelliert abschließend, den Gesetzentwurf konstruktiv und im Interesse Deutschlands ohne parteipolitische Scheuklappen zu begleiten. „Jeder neue Fund – sei es im Fall Gurlitt die aktuelle Entdeckung in Salzburg oder künftige Funde bei ganz anderen Personen – kann das Problem wieder neu aufwerfen. Und dann sollten wir sagen können: Wir haben nicht nur lange darüber geredet, sondern wir haben auch eine Lösung gefunden.“
Quelle:stmj.bayern.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.