München:
Verbraucherschutzministerin Beate Merk fordert effektives Klagerecht für Verbraucherverbände

Bayerns Justiz- und Verbraucherschutzministerin
Dr. Beate Merk fordert ein effektives Klagerecht für
Verbraucherverbände bei Wettbewerbs- oder Kartellrechtsverstößen.
„Ganz gleich, ob es sich um Absprachen beim Kaffeepreis
oder um irreführende Preisangaben bei Online-Flugbuchungen
handelt, unseriöse Geschäftspraktiken zulasten der
Verbraucher und des Wettbewerbs dürfen sich nicht
lohnen“, so Merk. „Das bedeutet: Wenn sich Unternehmen
durch Kartelle oder Wettbewerbsverstöße unrechtmäßig
bereichern, müssen diese Gewinne konsequent abgeschöpft
werden.

Die Bundesregierung hatte
im Frühjahr einen Gesetzentwurf zur Novelle des Kartellrechts
vorgelegt. Der Gesetzentwurf räumt zwar den Verbraucherverbänden
ein Klagerecht bei kartellrechtswidrigen Absprachen
ein, jedoch blieben die strukturellen Defizite bei
der Vorteilsabschöpfung bestehen.

 

Merk:
„Das Instrument der Gewinn- und Vorteilsabschöpfung
kann nicht funktionieren, wenn der abgeschöpfte Gewinn
ausschließlich in die Staatskasse fließt. Bei einem
Streitwert in Millionenhöhe wird kein Verband Klage
erheben, wenn er bei einer erfolgreichen Klage nichts
von dem abgeschöpften Gewinn erhält, im Falle der
Klageabweisung jedoch auf Gerichts- und Anwaltskosten
sitzenbleibt. Das kann einen Verbraucherverband schnell
in die Insolvenz treiben. Die Gewinne sollen stattdessen
in einen Fonds oder ein Stiftungsvermögen fließen.
Aus diesem Topf könnten dann die Gewinnabschöpfungsklagen
finanziert werden. Überschüsse sollten für die Verbraucherarbeit
eingesetzt werden und kommen dann allen Bürgerinnen
und Bürgern zugute.“

 

Außerdem
fordert Merk, dass eine Abschöpfung des Gewinns auch
schon bei Fahrlässigkeit der handelnden Personen –
statt wie bisher nur bei Vorsatz – möglich sein soll.
„Die Unternehmen berufen sich bei einem Verstoß gerne
darauf, nicht bewusst gegen das Kartell- oder Wettbewerbsrecht
verstoßen zu haben. Der Vorsatz ist aber vor Gericht
nur schwer nachzuweisen“, so Merk.

 

Merk
abschließend: „Ich werde mich mit Nachdruck dafür
einsetzen, dass die Verbraucherverbände aktiv und
effektiv in den Kampf gegen Kartelle und Wettbewerbsverstöße
eingreifen können. Ich hoffe, dass der Bundestag bei
der Kartellrechtsnovelle die Forderungen des Bundesrats
ernst nimmt und unseren Forderungen nach einer praxisgerechten
Ausgestaltung der Vorteilsabschöpfung Rechnung trägt.
Mit der Gewinnabschöpfung im Wettbewerbsrecht wird
sich in Kürze die Verbraucherschutzministerkonferenz
am 14. September erneut befassen. Es wird Zeit, dass
das Bundesjustizministerium endlich die Vorschläge
der Länder aufgreift. Unseriösen Geschäftsmodellen
müssen wir gemeinsam die Rote Karte zeigen!“
Quelle:stmj.bayern.de

 

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.