München – Wiesbaden

Bayern und Hessen machen Druck im Kampf gegen den
zunehmenden Betrug bei sogenannten Kaffeefahrten. Mit
einem umfangreichen Maßnahmenpaket soll den Fahrtenanbietern,
die oft wehrlose Rentner schröpfen, das Handwerk gelegt
werden. Neben einer drastischen Erhöhung der Bußgelder
soll es ein Verbot für den Kauf von Medizinprodukten
und Nahrungsergänzungsmitteln geben, heißt es in
einem gemeinsamen Antrag der Länder zur Verbraucherschutzministerkonferenz.
„Der Handel mit minderwertigen Gesundheitsprodukten
ist gefährlicher Hokuspokus. Und das muss ein Ende
haben“, fordern die Verbraucherministerinnen Beate
Merk (Bayern) und Lucia Puttrich (Hessen).

 

Der
Handel mit Medizinprodukten und Nahrungsergänzungsmitteln,
also beispielsweise Vitaminpräparaten, die für den
zigfachen Preis verkauft werden, steht im Mittelpunkt
der allermeisten Verkaufsveranstaltungen. Nahrungsergänzungsmittel,
Magnetfeldunterbetten, Massagematten oder Fußsprudelbäder
werden für hohe dreistellige oder vierstellige Euro-Beträge
verkauft. Die Einkaufspreise liegen bei Nahrungsergänzungsmitteln
zwischen 7 und höchstens 50 Euro pro Packung. Magnetfeldmatten
kauft die Branche für ca. 30 Euro ein. Die Verkaufspreise
liegen durchschnittlich beim 30- bis 60-fachen, in
Einzelfällen auch beim 90-fachen, des Einkaufspreises.
Es gebe Fälle, bei denen die Teilnehmer dazu angeregt
wurden, nicht mehr den ihnen vom Arzt verschriebenen
Arzneimitteln zu vertrauen, sondern obskuren und überteuerten
Wundermitteln.

 

Die bei Kaffeefahrten
begangenen Betrugstaten sind seit Jahren ein Dauerthema
der Verbraucherpolitik. „Die Zahl der Problemfälle
hat in den vergangen Jahren stetig zugenommen. Deshalb
sind wirksame Maßnahmen auf Bundesebene nötig. Mit
diesem Antrag machen wir den nötigen Druck. Wir dürfen
nicht weiter zusehen, wie Menschen unter Druck gesetzt
werden, minderwertige Dinge zu erwerben, die sie unter
normalen Umständen niemals kaufen würden“, teilten
die beiden Ministerinnen mit.

Außerdem
sollen sich die Anbieter nicht länger hinter erfundenen
Namen und Postfächern verstecken können. Deshalb
soll es künftig nur noch dann ein Postfach geben,
wenn vorher die Identität des Postfachinhabers durch
Vorlage eines Personalausweises zweifelsfrei geklärt
ist. „Der beste Rechtsanspruch nützt nichts, wenn
er nicht durchgesetzt werden kann, weil schlicht die
richtige Adresse fehlt“, so die Verbraucherschutzministerinnen.
Die Kaffeefahrt-Branche verschickt pro Jahr etwa 440
Millionen Einladungsschreiben. Bei rund 90 Prozent
aller Einladung fehlt der Hinweis, dass es sich um
eine Verkaufsveranstaltung handelt. Von einigen Hundert
bis zu 10.000 Euro lauten heute die Gewinnversprechen.
Dazu werden Geschenke aus dem Bereich Haushalt, Garten,
Zierrat, Unterhaltungselektronik, Uhren und Schmuck
zugesagt.

 

Nach Schätzungen nehmen
bis zu fünf Millionen Deutsche an den dubiosen Verkaufsfahrten
teil. Rund 400 Busse sind jeden Tag zu Kaffeefahrten
unterwegs.
Quelle: stmj.bayern.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.