Berlin:

Schneider und Rainer: Umweltschutz muss sich für Landwirte lohnen
10. Agrarkongress des BMUKN diskutiert europäische Agrarpolitik

Bundesumweltminister Carsten Schneider eröffnet heute gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer den diesjährigen BMUKN-Agrarkongress im Vorfeld der Grünen Woche. Im Mittelpunkt steht die künftige Ausgestaltung der europäischen Agrarpolitik, deren Bedeutung für die ländlichen Räume und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen. Landwirtschaftliche Betriebe sehen sich großen Herausforderungen gegenüber und sind gleichzeitig wichtige Partner, um Maßnahmen zum Natur- und Umweltschutz für eine lebenswerte Umwelt umzusetzen. Neben fairen Wettbewerbsbedingungen in Europa werben Bundesumweltminister Schneider und Landwirtschaftsminister Rainer deshalb gemeinsam für stärkere Anreize für das Engagement der Landwirtschaft im Natur- und Klimaschutz.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Ich werbe für eine Kultur des Miteinanders, gerade in schwierigen Zeiten. Denn Umweltschutz und Landwirtschaft sind aufeinander angewiesen. Erfolgreicher Umweltschutz gelingt nur gemeinsam mit der Landwirtschaft, denn die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Umgekehrt brauchen auch die Landwirte langfristig intakte Natur, gesunde Böden und ein stabiles, erträgliches Klima, um ihre Ernten zu sichern. Die aktuelle EU-Agrarförderung hat hier bereits gute Fortschritte angestoßen. Der jetzt vorliegende Reformvorschlag der EU-Kommission würde aber einen Rückschritt bedeuten. In den Verhandlungen werde ich mich daher für Nachbesserungen einsetzen: Die wertvollen Leistungen, die Landwirtinnen und Landwirte für die Umwelt erbringen, müssen angemessen honoriert werden. Es muss weiter EU-weite Mindest-Umweltstandards und einen Mindestanteil am Agrarbudget für Umweltmaßnahmen geben. Außerdem müssen regionale Schieflagen verhindert werden. Mit den Vorschlägen der EU-Kommission zu Degression und Kappung würden die größeren Betriebe – gerade im Norden und Osten – deutlich Mittel verlieren. Hier muss mehr Rücksicht auf die unterschiedlichen historisch gewachsenen Betriebsstrukturen genommen werden. Ich werbe dafür, dass das Geld in den Regionen bleibt.“

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer: „Die Gemeinsame Agrarpolitik ist ein Grundpfeiler der europäischen Einigung. Sie ist Stabilitätsanker und Standortfaktor. Und für viele Regionen: Heimatgarantie. Deshalb ist es wichtig, dass die GAP als eigenständiger Politikbereich erhalten bleibt, mit der ländlichen Entwicklung als integralem Bestandteil. Wir setzen uns für eine GAP ein, die sich an der Realität auf den Höfen orientiert. Verlässlichkeit und Planungssicherheit heißen unsere Ziele, statt Bürokratie und Kontrolle. Nur so haben unsere Landwirtinnen und Landwirte eine Zukunftsperspektive.
Wir brauchen eine wirtschaftlich tragfähige und wettbewerbsfähige Landwirtschaft als Grundlage für die Ernährungssicherheit in Europa. Die Perspektiven der gemeinsamen Agrarpolitik sind nur vielversprechend, wenn es gelingt, wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Interessen miteinander zu verbinden.“

Die aktuell geltende Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union ist mit rund zwei Milliarden Euro pro Jahr die größte Finanzierungsquelle für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in den Agrarlandschaften Deutschlands. Gerade in den letzten Jahren hat sie deutliche Verbesserungen für die Umwelt bewirkt.

Diese Errungenschaften sind nun gefährdet. Denn in ihrem ersten Entwurf für den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) für die Zeit ab 2027 und die EU-Agrarförderung von 2028 bis 2034 hat die Europäische Kommission anders als bislang gültig weder ein Mindestanteil für Umweltmaßnahmen in der Agrarpolitik noch europaweit verbindliche Umweltstandards vorgeschlagen. Die Mitte Juli 2025 vorgelegten Vorschläge der EU-Kommission sehen u. a. die Zusammenlegung vieler bisheriger Fonds in einem großen gemeinsamen Fördertopf für verschiedene Politikbereiche vor, in den auch die GAP eingeht. Damit ist gleichzeitig die Aufhebung ihrer bisherigen Zwei-Säulen-Struktur verbunden. In sogenannten „Plänen für national-regionale Partnerschaften“ (NRPP) sollen die Mitgliedstaaten auch die nationale Ausgestaltung der GAP festlegen. Für die GAP ist ein zweckgebundenes Mindestbudget vorgesehen, aus dem allerdings nicht mehr alle Maßnahmen der aktuellen GAP finanziert werden können.

BMUKN Agrarkongress:
Seit 2017 bieten die Agrarkongresse des Bundesumweltministeriums eine Plattform für politisch aktuelle Themen im Spannungsfeld von Umwelt-, Natur-, Klimaschutz und Landwirtschaft im Vorfeld der Grünen Woche. Die Agrarkongresse widmen sich aktuellen Herausforderungen und fördern den Dialog zwischen Landwirtschaft, Umweltverbänden, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft sowie Gesellschaft.

Der 10. Agrarkongress des BMUKN steht unter der Überschrift „Wirtschaftliche Betriebe, lebenswerte Umwelt – Anforderungen an eine Agrarpolitik im Wandel“ und bietet ein hochrangig besetztes Forum, um über die Anforderungen an eine Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU für eine zukunftsfähige Landwirtschaft zu diskutieren. Neben Bundesumweltminister Carsten Schneider nehmen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Prof. Dr. Regina Birner, ehemals Ko-Vorsitzende der Zukunftskommission Landwirtschaft und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz am ersten Teil des Agrarkongresses teil.

In weiteren Panels diskutieren u.a. Elisabeth Werner, EU-Generaldirektorin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Eric Mamer, Generaldirektor der EU-Generaldirektion Umwelt DG ENV, Maria Noichl, Mitglied des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Peter Strohschneider, Vorsitzender des Strategischen Dialogs zur Zukunft der europäischen Landwirtschaft, Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), sowie Miriam Staudte, Agrarministerin aus Niedersachsen die Frage, welche Perspektiven der neue GAP-Vorschlag für den Natur-, Klima- und Umweltschutz bietet und welchen Beitrag die neue GAP hier leisten kann. Außerdem werden innovative Ansätze aus der Praxis vorgestellt, die zeigen, dass bereits gute Eigeninitiativen für mehr Umweltschutz existieren. BMUKN-Staatssekretär Jochen Flasbarth spricht das Schlusswort.

Das gesamte Programm des BMUKN-Agrarkongresses 2026 finden Sie hier<https://www.bundesumweltministerium.de/veranstaltung/bmukn-agrarkongress-2026>. Der BMUKN-Agrarkongress wird auf der BMUKN-Internetseite live gestreamt.

Quelle:bmleh.bund.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.