München:

Bayerns Energieminister fordert Kurswechsel bei EU-Gebäuderichtlinie und Energieeffizienz-Vorgaben

Aiwanger: „Brüssel muss endlich aufhören, mit überzogener Bürokratie unsere Wirtschaft und die Bürger zu gängeln. EU-Gebäuderichtlinie und EU-Energieeffizienzrichtlinie müssen dringend reformiert werden“

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger warnt vor einer weiteren Belastung von Bürgern, Kommunen und Unternehmen durch überzogene EU-Vorgaben. Was die EU mit den aktuellen Vorschriften zur Gebäudesanierung und Energieeinsparung plant, ist in der Praxis völlig überzogen, nicht finanzierbar und gefährdet Arbeitsplätze, Wohnraum und wirtschaftliches Wachstum. Brüssel muss wieder wirtschaftsfreundlicher denken und aufhören, unsere Wirtschaft zu überfordern und die Bürger zu gängeln. Wir brauchen keine grünen Planspiele, sondern realistische Vorgaben, die sich auch umsetzen und finanzieren lassen so der Minister mit Blick auf die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) und EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED). In Briefen an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen (s. Anhang) und an mehrere Europaabgeordnete hat Aiwanger bereits klare Reformvorschläge eingebracht.    Die EU-Gebäuderichtlinie sieht vor, dass der Energieverbrauch von Wohngebäuden bis 2030 im Schnitt um 16 Prozent und bis 2035 um 20 bis 22 Prozent sinken soll. Für Nichtwohngebäude sollen die energetisch schlechtesten 26 Prozent innerhalb von acht Jahren umfassend saniert werden. Aiwanger: Das ist völlig an der Lebenswirklichkeit vorbei. Viele Hausbesitzer haben schlicht nicht das Geld für solche Zwangssanierungen. Und auch Unternehmen und Kommunen sind massiv überfordert. Ich fordere daher eine Überarbeitung der Sanierungsvorgaben, die sich an Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit orientiert.“

Auch die EU-Energieeffizienzrichtlinie stößt auf deutliche Kritik. Absolute Einsparziele, jährliche Sanierungspflichten für öffentliche Gebäude und aufwendige Datenerfassungen sind aus Aiwangers Sicht utopisch und bremsen den Fortschritt. „Die Kommunen sollen plötzlich den Energieverbrauch jeder einzelnen Amtsstube erfassen und drei Prozent ihrer Gebäude jährlich sanieren. Wer denkt sich so etwas aus? Das geht finanziell, personell und praktisch völlig an der Realität vorbei“, kritisiert Aiwanger. Stattdessen schlägt er vor: „Brüssel muss sich schnellstmöglich von absoluten Energieeinsparzielen verabschieden und auf praktikable, relative Energieeffizienzziele setzen. Die aktuellen Vorgaben schaffen zusätzliche Bürokratie und begrenzen wirtschaftliches Wachstum. Wohingegen der Fokus auf Kosteneffizienz der richtige Weg wäre. Auch die Einzelerfassung und Aufsummierung des Energieverbrauchs aller öffentlichen Stellen ist absolut realitätsfern. Die Daten können stattdessen abgeschätzt oder mithilfe eines top-down-Ansatzes ermittelt werden.“   Abschließend betont der Minister:  „Die EU steht eigentlich für wirtschaftlichen Aufschwung und Freiheit. Heute strangulieren übertriebene Vorgaben unsere Bauwirtschaft, schrecken Investoren ab und treiben die Baukosten in die Höhe. So geht es nicht weiter! Wir brauchen endlich weniger Ideologie und mehr gesunden Menschenverstand. Europa muss wieder auf die Beine kommen  wirtschaftlich und politisch. Aus Brüssel erhielt der Minister bereits Zustimmung und die Zusage, die Vorschläge in den Sonderausschuss zur Wohnraumkrise in der Europäischen Union (sog. HOUS-Ausschuss) einzubringen.

Quelle:stmwi.bayern.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.