Berlin:

Özdemir fordert von EU-Kommission schnelle Hilfen für Weinsektor
Agrarrat diskutiert über ausgeweitete Herkunftskennzeichnung und besseren Tierschutz

Beim Agrarrat am Montag haben die EU-Agrarministerinnen und -minister über die aktuelle Lage des Agrarsektors diskutiert. Dabei hat die Europäische Kommission bestätigt, dass insbesondere die Marktlage im Weinsektor aufgrund gestiegener Kosten, verändertem Konsumverhalten sowie der Kälteeinbrüche den vergangenen Wochen in der Blütezeit der Reben angespannt ist. Nach dem Einsatz von Bundesminister Cem Özdemir für Gegenmaßnahmen und Entlastungen für die Weinbaubetriebe hat die Kommission nun in einem ersten Schritt zugesagt, zügig eine Expertengruppe einzusetzen.

Dazu sagt Bundesminister Özdemir: „Der Weinbau ist für Deutschland identitätsbildend und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, doch die Branche steht derzeit stark unter Druck. Zudem hat der Spätforst als Klimafolge einigen Schaden angerichtet – und ich hoffe, dass möglichst viele Weinreben wieder austreiben. Es braucht jetzt zielgerichtete Unterstützung, eine weitere Krisendestillation löst das Problem aus unserer Sicht nicht. Um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bekommen, kann ein EU-weites Rodungsprogramm in Verbindung mit einem Anbaustopp helfen – dafür habe ich in Brüssel geworben. Dass die Kommission dazu nun eine Expertengruppe einsetzen will, ist ein guter erster Schritt, darf aber Lösungen nicht auf die lange Bank schieben. Wichtig sind schnelle und konkrete Ergebnisse.“

Auf Initiative von Bundesminister Özdemir hatte Deutschland zudem gemeinsam mit Österreich eine Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel auf die Tagesordnung des Agrarrates gesetzt. Deutschland sowie Osterreich und die weiteren unterstützenden Mitgliedstaaten fordern die Kommission auf, zügig – wie in der Farm to Fork-Strategie angekündigt – einen Legislativvorschlag für eine Ausweitung der verpflichtenden EU-weiten Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel vorzulegen.

Dazu sagt Cem Özdemir: „Trotz aller Ankündigungen und Versprechen hat diese EU-Kommission eine ausgeweitete Herkunftskennzeichnung nicht vorangetrieben. Die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. In Deutschland haben wir national vorgelegt und beim Fleisch die Herkunftskennzeichnung – quasi als Schwester des Tierhaltungskennzeichens – so weit wie europarechtlich möglich ausgeweitet. Das hilft auch den Landwirtinnen und Landwirten, weil sie mit der regionalen Produktion werben können. Ich mache mir nichts vor, in den letzten Tagen ihrer Amtszeit wird da nichts mehr von der Kommission kommen. Die Herkunftskennzeichnung darf aber nicht in einer Schublade verschwinden, sondern muss eine der Prioritäten der nächsten Kommission sein. Dafür kann man jetzt schon die nötigen Schritte vorbereiten.“

Schließlich diskutierten die Agrarministerinnen und Agrarminister auch über mehr Tierschutz in der EU. Deutschland unterstützte eine slowenische Initiative, um die Bedingungen für alle Tiere nachhaltig zu verbessern.

Dazu sagt Bundesminister Özdemir: „Die Bürgerinnen und Bürger der EU erwarten, dass wir beim Tierschutz ambitioniert vorankommen. Wir brauchen EU-weit einheitliche Regelungen gerade auch mit Blick auf unsere landwirtschaftlichen Betriebe – das ist eine langjährige Forderung des Berufsstandes! Absolut kein Verständnis habe ich dafür, dass die Kommission bei Tiertransporten nicht längst strengere Regeln vorgelegt hat. Dass lebende Tiere unter oft furchtbaren Bedingungen in Drittstaaten gebracht werden, ist völlig inakzeptabel. Uns Mitgliedsstaaten sind hier die Hände gebunden, wenn Brüssel nicht handelt.“

Quelle:bmel.bund.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.