Berlin:

Lemke: Nur mit besserem Schutz kann sich die Oder regenerieren

BMUV-Oderkonferenz zeigt Maßnahmen zur Regeneration des sensiblen
Ökosystems auf

Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat auf der vom Bundesumweltministerium
(BMUV) in Schwedt/Oder ausgerichteten Oderkonferenz gefordert, angesichts
der massiven Schädigungen des Ökosystems Salzeinleitungen in Polen so
anzupassen, dass sich die Oder regenerieren kann. Bei der Konferenz, die
Bundesumweltministerin Steffi Lemke zusammen mit dem EU-Umweltkommissar
Virginijus Sinkevičius (Videobotschaft), dem brandenburgischen
Umweltminister Axel Vogel und Vertretern der polnischen Seite eröffnete,
nehmen regionale Politiker*innen, Behördenvertreter*innen sowie
Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft aus Deutschland und
Polen teil. Gemeinsam tauschen sie sich über die Bedeutung der Oder für
die Region, die Auswirkungen des Fischsterbens sowie die erforderlichen
Maßnahmen aus, um die Renaturierung des Flusses voranzubringen.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Wie wichtig ein besserer Schutz der
Oder ist, machen die aktuellen Messwerte mit anhaltend hohem Salzgehalt
deutlich. Wenn die Salzeinleitungen nicht verringert werden, habe ich die
Sorge, dass es in den kommenden Monaten bei hohen Temperaturen und
niedrigen Wasserständen erneut zu einer massenhaften Vermehrung der
giftigen Alge und damit zu einem weiteren Fischsterben kommen könnte. Wir
müssen deshalb alle zusätzlichen Belastungen der Oder verhindern und
alles dafür tun, damit sich dieses sensible Ökosystem erholen kann. Dazu
führe ich Gespräche mit allen politischen Ebenen: Gestern habe ich mich
mit den Landesumweltministern aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
ausgetauscht, morgen reise ich nach Słubice, um mit meiner polnischen
Amtskollegin zu sprechen. Denn trotz zum Teil unterschiedlicher
Auffassungen braucht es das stetige Gespräc. Auf der heutigen Konferenz
mit deutscher und polnischer Beteiligung steht die Renaturierung der Oder
im Mittelpunkt, um das stark geschädigte Ökosystem widerstandsfähiger zu
machen. Denn darüber sind wir uns alle einig: Wir müssen sinnvolle
Maßnahmen ergreifen, damit es nicht wieder zu einer Umweltkatastrophe wie
im vergangenen Sommer kommt.“

Um die Regeneration der Oder zu unterstützen, hat das
Bundesumweltministerium Anfang 2023 das Leibniz-Institut für
Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) mit einem
Sonderforschungsprogramm zum Zustand der Oder
<file:///C:/Users/JekelH/AppData/Local/Microsoft/Windows/INetCache/Content.Outlook/5D1OBO4L/BMUV%20fördert%20Forschungsvorhaben%20des%20Leibniz-Instituts%20für%20Gewässerökologie%20und%20Binnenfischerei%20(IGB)%20mit%20mehr%20als%204,8%20Millionen%20Euro>
beauftragt. Das dreijährige Modellvorhaben wird mit rund 4,8 Millionen
Euro gefördert. Das Projekt soll die Gesundung des Flusses erfassen und
Empfehlungen ableiten, wie die Oder renaturiert und damit
widerstandsfähiger werden kann. Gemeinsam mit den Ländern Brandenburg und
Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Bundesumweltministerium außerdem
das Wiederansiedlungsprogramm für den Baltischen Stör
<https://www.bmuv.de/presseverteiler/lt.php?tid=RKTRy8gZCDyL6c4G8CHRocx22prEFU6Fmy8JXDWWQSyBuBNZyf+boKSsg41K6FIQ>
. Anfang Mai wurden rund 2.000 Jungtiere im Nationalpark Unteres Odertal
bei Stützkow in die Freiheit entlassen, damit diese Art auch nach den
Schäden durch die Umweltkatastrophe vom Sommer 2022 wieder dauerhaft in
der Oder heimisch wird.

Thema auf der Konferenz werden auch weitere Förderprogramme des
Bundesumweltministeriums sein, aus denen Mittel für Maßnahmen an und in
der Oder beantragt werden können: unter anderem über das Förderprogramm
Auen im Rahmen des Bundesprogramms Blaues Band Deutschland und zukünftig
im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz.

Auf der regional ausgerichteten Veranstaltung „Die Oder – wertvolles
Ökosystem unter Stress“ kommen Vertreter*innen aus Politik,
Zivilgesellschaft und Wissenschaft aus Deutschland und aus Polen zu Wort.
In Mittelpunkt zweier Panels stehen die Bedeutung der Oder für die Region
und die Auswirkungen der Umweltkatastrophe vom vergangenen Sommer sowie die
Frage, wie das Ökosystem Oder geschützt werden kann. Hier spricht neben
der Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Dr. Christiane Rohleder,
auch der Leiter der polnischen Zentralen Umweltaufsichtsbehörde, Krzysztof
Gołębiewski.

Hintergrundinformationen:

Nach der Umweltkatastrophe in der Oder im Sommer 2022 ist das Ökosystem
schwer geschädigt. Mehrere hundert Tonnen toter Fische und anderer
Lebewesen wurden aus der Oder geborgen. Seitdem steht die Revitalisierung
und Erholung der Oder im Fokus, um das Flussökosystem als Lebensader für
Mensch und Natur in der Region dauerhaft zu erhalten. Aus dem Bericht der
deutschen Expertengruppe zu den Ursachen des Fischsterbens, der im
September 2022 veröffentlicht wurde, geht hervor, dass sich die für
Binnengewässer untypische giftige Brackwasseralge Prymnesium Parvum
massenhaft vermehren konnte, weil die Oder zu wenig Wasser hatte, zu warm
und vor allem zu salzhaltig war. Polen hat im September 2022 einen
vorläufigen und im März 2023 einen abschließenden Bericht vorgelegt, der
zu denselben Schlussfolgerungen gelangt.

Deutschland und Polen arbeiten auf verschiedenen Ebenen zusammen. So wurden
auf dem deutsch-polnischen Umweltrat 2022 zwei bilaterale Workshops zu der
Brackwasseralge und zur Revitalisierung der Oder vereinbart. Diese haben am
13. April 2023 (Algenworkshop) und am 31. Mai 2023
(Revitalisierungsworkshop) stattgefunden.

Weiterführende Informationen:

Informationen zur BMUV-Oderkonferenz „Die Oder – wertvolles Ökosystem
unter Stress“ am 6. Juni in Schwedt (Oder) und das Programm finden Sie
hier
<https://www.bmuv.de/presseverteiler/lt.php?tid=LD7iewnTdI6dqJc355IKBcx22prEFc6Fmy8JXDWWQSyBuBNZyf+roKSsg41K6FIQ>
. Die Konferenz wird auf der BMUV-Website in deutscher und polnischer
Sprache live übertragen.

Eine gemeinsame Pressemitteilung mit den Umweltministerien der Ländern
Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zum Besuch im Nationalpark Unteres
Odertal vom 5. Juni 2023 finden Sie hier.
<https://www.bmuv.de/presseverteiler/lt.php?tid=JPQ9MSkEBCy0jfk9WrgDIMx22prEFf6Fmy8JXDWWQSyBuBNZyf+7oKSsg41K6FIQ>

Ein BMUV-FAQ zum Fischsterben in der Oder vom Sommer 2022 finden Sie hier
<https://www.bmuv.de/presseverteiler/lt.php?tid=3KkOgml/dUKwXM7NWMJeIMx22prEFV6Fmy8JXDWWQSyBuBNZyf9boKSsg41K6FIQ>
.

 

Quelle: bmuv.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.