Berlin:

Pflanzenschutzmittel und Dünger nachhaltig einsetzen, Tierschutz europaweit verbessern
EU-Agrarministerinnen und -minister tagen in Brüssel

Am Montag sind die EU-Agrarministerinnen und -minister zu ihrer monatlichen Tagung in Brüssel zusammengekommen. Deutschland wurde bei der Ratstagung von der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Ophelia Nick vertreten, da Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir kurzfristig krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte.

Zu den wichtigsten Tagesordnungspunkten der Tagung des Agrar- und Fischereirats:

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Die Mitgliedstaaten berieten über den Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln. Deutschland unterstützt den Vorschlag der Kommission, das EU-Pflanzenschutzrecht zu harmonisieren und klares, ambitioniertes Reduktionsziel vorzugeben. Damit können Fortschritte beim Schutz der biologischen Vielfalt und der Umwelt erzielt werden– und das in der gesamten EU. Landwirtschaftliche Praxis muss gleichermaßen einer nachhaltigen, krisenresilienten Landwirtschaft und dem Schutz der Ökosysteme dienen. Nur so kann die Grundlage für die Ernährungssicherung erhalten bleiben. Dennoch sind aus deutscher Sicht noch Nachbesserung erforderlich: So braucht es europaweit gleiche Vorgaben zum Schutz ökologisch sensibler Gebiete. Zudem sollten im ökologischen Landbau eingesetzte Mittel auch in sensiblen Gebieten erlaubt bleiben. Es ist essenziell, dass die Flächen trotz neuer Auflagen vollumfänglich über Agrarumweltmaßnahmen oder Ökolandbauförderung förderfähig bleiben. Deutschland spricht sich für zügige weitere Beratungen dieser für die Biodiversität sehr wichtigen Verordnung aus und wird sich in den weiteren Verhandlungen auf EU-Ebene für eine zeitnahe Einigung einsetzen.

Mit Blick auf die Lage an den Agrarmärkten, insbesondere nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine, tauschten sich die Mitgliedstaaten über die Verfügbarkeit von Düngemitteln aus. Düngemittel haben sich auch in Deutschland infolge des Ukraine-Kriegs massiv verteuert. Grund ist vor allem der gestiegene Erdgaspreis. Auch wenn nach aktuellen Prognosen bei uns die Versorgung mit Düngemitteln bis zur nächsten Ernte gesichert ist, ist es aus deutscher Sicht wichtig, den Bedarf an Dünger bei der landwirtschaftlichen Erzeugung langfristig und ökologisch nachhaltig zu sichern. Einer höheren Flächen- und Nährstoffeffizienz sowie der Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise kommt daher eine große und wachsende Bedeutung zu.

Die EU-Kommission informierte zudem über die Ergebnisse eines „Fitness-Checks“ der europäischen Tierschutzgesetzgebung. Nach dieser Evaluation entsprechen die Rechtsvorschriften, die teilweise mehrere Jahrzehnte alt sind, nicht mehr den Erwartungen der heutigen Gesellschaft und dem Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse. Zudem führe eine mangelnde Klarheit zu einer unterschiedlichen Umsetzung und Anwendung in den EU-Mitgliedstaaten, was wiederum ungleiche Wettbewerbsbedingungen schaffe. Deutschland unterstrich im Rat, dass die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass es eine moderne Tierschutzgesetzgebung in der EU braucht. Gemeinsames Ziel muss es aus deutscher Sicht sein, die Tierschutzstandards in der landwirtschaftlichen Tierhaltung europaweit ambitioniert anzuheben und die Bedingungen für alle Tiere nachhaltig zu verbessern – in den Betrieben, beim Transport und bei der Schlachtung. Adressiert an die Europäische Kommission betonte Deutschland, dass es nun zeitnah Vorschläge für EU-weit harmonisierte Regelungen braucht, auch zu einer europäischen Tierschutzkennzeichnung.

Die Mitgliedstaaten tauschten zudem Gedanken aus über die Strategiepläne im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vor dem Hintergrund der derzeitigen Lage in der Ukraine und der neuen Herausforderungen, die dies für die Landwirtschaft mit sich bringt. Nach der Genehmigung des deutschen GAP-Strategieplans wurden in Deutschland die Rechtsgrundlagen für den Start der neuen Agrarförderung angepasst. Im Jahr 2023 gilt es nun, erste Erfahrungen mit der Umsetzung der neuen GAP zu sammeln, um daraus zu lernen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat einen nationalen Begleitausschuss eingerichtet, der die Umsetzung flankiert. Ziel ist es, die Agrarförderung noch in dieser Förderperiode zielgenauer auf die Honorierung öffentlicher Leistungen auszurichten. Damit werden zudem wichtige Vorarbeiten geleistet, um die GAP ab 2027 weiterzuentwickeln und die Direktzahlungen durch die Honorierung von Klima- und Umweltleistungen angemessen zu ersetzen. Der Begleitausschuss wird sich noch in dieser Woche konstituieren.

Auf der Ratstagung im Dezember stand zudem die Fischereipolitik im Mittelpunkt: Die Mitgliedstaaten entschieden sowohl über die Fangmengen im Atlantik und in der Nordsee als auch über die Fangmöglichkeiten im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Zudem wurden ambitionierte Maßnahmen zum Schutz des europäischen Aals beschlossen. Hier finden Sie die fischereipolitischen Ergebnisse<https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2022/174-fischereirat.html>.

Quelle:bmel.bund.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.