München:

Bundesumweltministerin Steffi Lemke und Staatssekretär Patrick Graichen nehmen gemeinsam am
EU-Umweltrat teil
Haupthemen sind das „Fit for 55“-Klima-Programm und die Verordnung für nachhaltige Batterien

Die neue Bundesregierung nimmt heute erstmals am EU-Umweltrat in Brüssel teil. Dem Umweltrat
gehören die für Umwelt- und Klimafragen zuständigen Ministerinnen und Minister an. Deutschland wird
hier in Zukunft mit stärkerer Stimme vertreten sein, indem nun zwei Bundesminister*innen vertreten
sein werden. Für Fragen der Klimaanpassung und des Ressourcen- und Umweltschutzes ist
Bundesumweltministerin Steffi Lemke zuständig, für Klimaschutzfragen Bundeswirtschaftsminister
Robert Habeck. Steffi Lemke:“ Ich freue mich auf den Umweltrat und die wichtigen Themen, für die
ich mich hier auf europäischer Ebene ambitioniert einbringen kann.“ Staatssekretär Dr. Patrick
Graichen nimmt heute in Vertretung für Bundesminister Robert Habeck am EU Umweltrat in Brüssel
teil.


Die Ministerinnen und Minister beraten heute unter anderem zu mehreren Legislativvorschlägen des
„Fit for 55“-Pakets, das die Kommission im Juli vorgelegt hatte und das seitdem im Rat diskutiert
wird. Der Fokus der Aussprache liegt auf den fünf Dossiers, die in der Zuständigkeit des
Umweltrates liegen: Die Reform des EU-Emissionshandels (EU-ETS), die EU-Klimaschutzverordnung mit
verbindlichen nationalen Treibhausgaszielen für die einzelnen Mitgliedstaaten
(Effort-Sharing-Verordnung), die EU-Verordnung zu Landnutzung, Landnutzungsänderung und
Forstwirtschaft (LULUCF), die CO2-Grenzwerte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sowie den
Sozial-Klimafonds. Die sogenannte Orientierungsaussprache beim heutigen Treffen dient dem weiteren
Austausch übergreifender Positionen, ohne dass Beschlüsse angestrebt werden.
Dazu betont Staatssekretär Dr. Patrick Graichen: „Deutschland unterstützt die Vorschläge der
EU-Kommission zum ‚Fit for 55‘-Paket. Aus unserer Sicht ist wichtig, dass wir beim Klimaschutz
schnell Planungssicherheit schaffen. Wir sollten daher im kommenden Halbjahr möglichst große
Fortschritte in den Verhandlungen zu den ‚Fit for 55‘-Dossiers erzielen. Wir wollen Klimaschutz und
nachhaltigen Wohlstand schaffen. Dabei sehen wir den European Green Deal und das ‚Fit for 55‘-Paket
als zentrales Regelwerk, das den Weg frei macht für Innovationen und Maßnahmen, um die EU-
Wirtschaft auf den 1,5-Grad-Pfad zu bringen.“
Auf diesem Weg unterstützt Deutschland beispielsweise die Pläne der Europäischen Kommission zur
Stärkung des bestehenden Emissionshandels (EU-ETS) und setzt sich auf EU-Ebene für eine
ambitionierte Reform inklusive der Ausweitung auf Gebäude und Verkehr ein. „Der Emissionshandel auf
EU-Ebene mit einem Mindestpreis von 60 Euro pro Tonne ist aus unserer Sicht auch ein zentrales
Element für unser Ziel, den Kohleausstieg in Deutschland schon bis 2030 zu vollenden. Daher gilt
es, den Emissionshandel auch und gerade mit Blick auf die EU- Klimaziele nochmals deutlich zu
stärken.“
Im Umweltteil der Ratssitzung beraten die Minister und Ministerinnen unter anderem über den
Verhandlungsstand der Batterie-Verordnung – hierzu legt die EU-Kommission einen Fortschrittsbericht
vor. Die Verordnung, die unter anderem für Batterien von Elektroautos, E-Bikes und Scootern gilt,
soll im nächsten Jahr verabschiedet werden und Regelungen für ihren gesamten Lebenszyklus umfassen.
Hauptziel ist es, Batterieproduktion, -nutzung und -recycling an strengen Umwelt- und
Klimaschutzkriterien auszurichten.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Batterien als zentrale Energiespeicher für erneuerbare
Energien sind das Herzstück der Elektromobilität. Breit akzeptiert werden sie allerdings erst dann,
wenn sie umwelt- und klimafreundlich sind und alle Eigenschaften transparent sind. Konsequente
Nachhaltigkeit über die Rohstoffe, die Produktion bis zum Recycling muss daher unser oberstes Ziel
sein, unter Beachtung der Menschen- und Arbeitsrechte auf allen Produktionsstufen. Mit diesem
Anspruch wollen wir die EU-Batterieverordnung gestalten.“
In der Batterie-Verordnung soll erstmals ein digitaler Produktpass eingeführt werden, der wichtige
Informationen zur Herstellung, zu Eigenschaften der Batterien und ihrer Umweltbilanz enthält. Diese
sollen sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher und Verbraucherinnen leicht zugänglich sein.
Ein weiteres Thema der Ratssitzung ist zudem die neue EU-Bodenstrategie „EU Soil Strategy for 2030
– Reaping the benefits of healthy soils for people, food, nature an climate“. Außerdem wird die
EU-Kommission darlegen, wie sie die Biodiversitätsstrategie 2030 umsetzen will. Entscheidende
Maßnahmen dafür ergeben sich aus dem Kommissions-Vorschlag für entwaldungsfreie Lieferketten. Rund
90 % der weltweiten Entwaldung hängen mit der Gewinnung von Agrarrohstoffen und der damit
verbundenen Schaffung neuer landwirtschaftlicher Flächen zusammen.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Weltweit hat die Naturzerstörung zugenommen, es gibt immer
weniger fruchtbare Böden und der Zustand vieler Wälder ist kritisch, zugleich schreitet die
Entwaldung weiter rasant voran. Wichtige Naturräume zu schützen und wieder zurückzugewinnen, muss
daher im Mittelpunkt unseres politischen Handelns stehen. Hierfür bietet die
EU-Biodiversitätsstrategie eine große Chance. Intakte Wälder sind essentiell für den Klimaschutz,
für den Erhalt der globalen Biodiversität, sie sind Lebensgrundlage für unzählige Menschen. Der
fortschreitenden Entwaldung bei der Gewinnung von Palmöl und anderen Agrarrohstoffen muss deshalb
schnell Einhalt geboten werden. Insbesondere die westlichen Länder mit einem vergleichsweise großen
Ressourcenverbrauch stehen in der Pflicht, zu handeln.“

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2021/12/20211220-bundesumweltministerin-steffi-lemke-und-staatssekretar-patrick-graichen-nehmen-gemeinsam-am-eu-umweltrat-teil.html

Quelle: abo-bmwi.de

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LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.