München:

Rund 93 Millionen Euro für zehn Sonderforschungsbereiche/Transregio an Universitäten in Erlangen-Nürnberg, München und Regensburg

Wissenschaftsminister Bernd Sibler gratuliert zu Erfolg bei DFG-Programm – „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gestalten vom Freistaat aus mit innovativen Forschungsansätzen unsere Zukunft“

 

Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), die Technische Universität München (TUM) und die Universität Regensburg konnten zusammen mit ihren Partneruniversitäten zehn Sonderforschungsbereiche/Transregio der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewinnen. Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte anlässlich der Bekanntgabe: „Hinter jedem dieser Projekte stehen hohe Kompetenz, ein starker Forschergeist und der entschlossene Wille, medizinische, naturwissenschaftliche und auch wirtschafts- und gesellschaftswissenschaftliche Phänomene noch besser zu durchdringen. Die DFG-geförderten Projekte bilden die reiche Forschungslandschaft in Bayern ab und zeugen von der hohen Attraktivität des Freistaats als Wissenschaftsstandort. Hier gestalten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren innovativen Forschungsansätzen unser aller Zukunft entscheidend mit.“

Von der Erforschung des Immunsystems bis zu ökonomischen Fragestellungen

Die Entscheidung, die zehn Forschungsvorhaben mit insgesamt knapp 93 Millionen Euro einschließlich der Programmpauschale von 22 Prozent für die nächsten vier Jahre zu fördern, fiel in der Herbstsitzung des Bewilligungsausschusses für Sonderforschungsbereiche der DFG: Sowohl die drei Neuanträge unter der Leitung der FAU und der Universität Regensburg als auch die sieben Fortsetzungsanträge unter Leitung bzw. Beteiligung der LMU und der TUM konnten punkten. Die thematische Bandbreite reicht von der Erforschung des Immunsystems sowie von Krankheiten wie Krebs und Multipler Sklerose über Forschungsprojekte aus der Chemie, Quantenmechanik und Nanobiologie bis hin zu Fragestellungen aus der Ökonomie.

Sonderforschungsbereiche werden nach einem strengen Begutachtungsverfahren mit hohen Qualitätsanforderungen vergeben, müssen international sichtbar sein und bedeuten für die Universitäten einen beträchtlichen Zuwachs an Stellen und Mitteln für den jeweiligen Forschungsbereich. In der Videokonferenz des Bewilligungsausschusses Ende November hat die DFG insgesamt 20 neue Sonderforschungsbereiche (SFB) und SFB-Transregio (TRR) für eine erste Förderperiode von zunächst vier Jahren eingerichtet. Der Ausschuss bewilligte außerdem die Verlängerung von 25 SFB/TRR für jeweils eine weitere Förderperiode von vier Jahren.

Die nächste Entscheidungssitzung für SFB/TRR findet im Mai 2021 statt. Im Vorfeld werden insgesamt elf weitere bayerische Anträge der Universitäten in München, Erlangen-Nürnberg, Würzburg und Regensburg von internationalen Experten begutachtet werden. Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte: „Diese beeindruckende Antragsfülle belegt die hohe Dynamik der universitären Spitzenforschung in Bayern.“

 

Breites Themenspektrum der bewilligten Anträge

Unter bayerischer Leitung werden folgende drei SFB bzw. Transregio neu eingerichtet (Titel; antragstellende Universitäten; Sprecher; Fördermittel für bayerische Beteiligte):

SFB 1452

„Catalysis at Liquid Interfaces (CLINT)“; FAU Erlangen-Nürnberg, LMU München; Prof. Dr. Peter Wasserscheid (Erlangen); bayerischer Förderanteil 14,4 Mio. Euro.

TRR 305

„Über die Analyse der metastatischen Koloniebildung zu neuen systemischen Krebstherapien“; Universität Regensburg, FAU Erlangen-Nürnberg; Prof. Dr. Christoph Klein (Regensburg); bayerischer Förderanteil 14,5 Mio. Euro.

TRR 306

„Quantum Cooperativity of Light and Matter“; FAU Erlangen-Nürnberg, Universitäten Mainz und Saarbrücken; Prof. Dr. Joachim von Zanthier (Erlangen); bayerischer Förderanteil 7,6 Mio. Euro.

 

Folgende sieben SFB bzw. Transregio mit bayerischer Beteiligung werden um eine weitere Förderphase verlängert (Titel; antragstellende Universitäten; Sprecher; Fördermittel für bayerische Beteiligte):

SFB 1032

„Nanoagenzien zur raum-zeitlichen Kontrolle molekularer und zellulärer Reaktionen“; LMU München; Prof. Dr. Joachim Rädler; bayerischer Förderanteil 11,4 Mio. Euro.

SFB 1035

„Kontrolle von Proteinfunktion durch konformationelles Schalten“; TU München; Prof. Dr. Johannes Buchner; bayerischer Förderanteil 11,2 Mio. Euro

SFB 1054

„Kontrolle und Plastizität von Zelldifferenzierungsprozessen im Immunsystem“; LMU München, TU München; Prof. Dr. Thomas Brocker (LMU); bayerischer Förder-anteil 12,3 Mio. Euro.

TRR 110

„Symmetries and the Emergence of Structure in QCD“; Universität Bonn, TU München, Universität Bochum, Akademie der Wissenschaften Peking; Prof. Dr. Meißner (Bonn); bayerischer Förderanteil 1,5 Mio. Euro.

TRR 127

„Biologie der Xenogenen Zell-, Gewebe- und Organtransplantation von der Grundlagenforschung zur klinischen Anwendung“; LMU München, MH Hannover, TU Dresden; Prof. Dr. Eckhard Wolf (München); bayerischer Förderanteil 7,3 Mio. Euro.

TRR 128

„Initiierungs-/ Effektormechanismen versus Regulationsmechanismen bei Multipler Sklerose – Fortschritte zur Krankheitsbewältigung“; Universität Münster, LMU München, TU München, Universität Mainz; Prof. Dr. Heinz Wiendl (Münster); bayerischer Förderanteil 4,0 Mio. Euro.

TRR 190

„Rationalität und Wettbewerb: Die ökonomische Leistungsfähigkeit von Individuen und Unternehmen“; HU Berlin, LMU München; Prof. Dr. Georg Weizsäcker (Berlin); bayerischer Förderanteil 8,7 Mio. Euro.

 

Die Projektbeschreibungen stehen Ihnen hier zum Download bereit:

https://www.stmwk.bayern.de/allgemein/meldung/3021/pressematerial-zum-download.html

Hintergrundinformation:

Sonderforschungsbereiche (SFB) sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren (in der Regel drei mal vier Jahre) angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg im Rahmen eines übergreifenden und wissenschaftlich exzellenten Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Der klassische Sonderforschungsbereich (SFB) wird in der Regel von einer Hochschule beantragt. Der SFB-Transregio (TRR) wird von mehreren (in der Regel bis zu drei) Hochschulen gemeinsam beantragt. Die Förderung ermöglicht eine enge überregionale Kooperation zwischen Hochschulen und den dort Forschenden sowie eine Vernetzung und gemeinsame Nutzung der Ressourcen. Für SFB/TRR stehen im Haushalt der DFG insgesamt jährlich knapp 800 Millionen Euro zur Verfügung. Die DFG fördert damit ab Januar 2021 insgesamt 283 Sonderforschungsbereiche.

Quelle: stmwk.bayern.de

Von redaktion

Versäumt

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