München:

Glauber: Überleitungssystem soll „klimafit“ bleiben
Ausgeklügeltes Management sichert Wasserversorgung in Trockenzeiten

Das Überleitungssystem im Fränkischen Seenland versorgt Bayerns trockenen Norden mit Wasser – eine besondere Aufgabe im Hinblick auf Klimaschutz und Niedrigwassersituationen vor allem in Nordbayern. Daneben bewahrt sie das Altmühltal vor Hochwasser. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte dazu heute bei der Besichtigung der Betriebszentrale in Gunzenhausen: „Wasser ist der Grundstoff des Lebens. Der Klimawandel wird in Zukunft zu längeren Trockenphasen führen – gerade in Nordbayern. Das Überleitungssystem ist ein meisterhafter Wasserspender für Frankens Flüsse. Über 230 Millionen Kubikmeter Wasser wurden 2019 übergeleitet. Das ist Rekord. Die Überleitung hat bisher alle Stresstests bestanden. Wir wollen das System weiter fit halten und für die Herausforderungen des Klimawandels rüsten. Dafür investieren wir jedes Jahr 6 Millionen Euro in Betrieb und Unterhaltung des Systems.“ Seit Inbetriebnahme der Überleitung im Jahr 1993 flossen bereits 3,5 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Donauraum nach Nordbayern, das entspricht dem doppelten Volumen des Ammersees. Vor allem Rednitz, Regnitz und Main werden mit dem Wasser gefüllt. Insgesamt zeichnet sich seit einigen Jahren eine Steigerung der Überleitungsmengen ab.

Aufgrund des Klimawandels gewinnen die 25 staatlichen Talsperren und Rückhaltebecken zunehmend an Bedeutung, im Hochwasserschutz und vor allem auch für Niedrigwassersituationen. Damit sie für die steigenden Ansprüche gerüstet sind, werden die Bauwerke regelmäßig einer umfassenden Überprüfung und einem „Klimacheck“ unterzogen. Glauber: „Wir brauchen ein ausgeklügeltes Management für Niedrigwasser. Wassermanagement ist eine hoch komplexe Angelegenheit. Wir suchen schon heute nach Antworten für die Herausforderungen von morgen. Dafür spielen wir Extremsituationen gedanklich durch, um die Ressourcen in Zukunft flexibel einzusetzen und zu verteilen.“ Bei der Optimierung des Niedrigwassermanagements werden auch der hohe Freizeitwert und die vielfältige Nutzung der Speicherseen im Blick behalten. In Phasen von Niedrigwasser führen die Wasserwirtschaftsämter laufend Prognoseberechnungen durch, um die Speicherabgabe optimal anzupassen und so die Auswirkungen von Trockenzeiten bestmöglich zu kompensieren. Ein wichtiger Aspekt in Dürrezeiten ist zudem die Wasserqualität. Um auf Veränderungen von Sauerstoffgehalt, Temperatur und Wasserstand angemessen reagieren zu können, wurde aktuell der Alarmplan Donau entwickelt. Er wird in diesem Jahr aktiviert und ergänzt den bereits bestehenden Alarmplan Main.

Bayern hat reiche Wasservorräte, die aber nicht gleichmäßig im Land verteilt sind: Während das südliche Bayern über genügend Wasser verfügt, ist es in Nordbayern vergleichsweise trocken. Diese Entwicklung verschärft sich durch den Klimawandel. Schon 1970 hat der Bayerische Landtag den Bau des Überleitungssystems beschlossen. Die Bauzeit dauerte insgesamt von 1972 bis 1999. Altmühlsee, Brombachsee und Rothsee sind heute ein beliebtes Ferien- und Freizeitparadies. In erster Linie sind die drei Seen jedoch Teil dieses Wasserüberleitungssystems, das einerseits für den Hochwasserschutz im Altmühltal und andererseits für die Aufhöhung von Niedrigwasser in Trockenzeiten sorgt. Die Überleitung stützt auch die Grundwasservorkommen in Nordbayern und ermöglicht so landwirtschaftliche Beregnung. Mit Gesamtkosten von rund 460 Millionen Euro ist die Überleitung Bayerns größtes abgeschlossenes wasserbauliches Projekt.

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.