München:

Bayern mit Initiativen bei der Justizministerkonferenz erfolgreich / Bayerns Justizminister Eisenreich: „Wir müssen Betreiber sozialer Netzwerke im Kampf gegen Hass im Netz stärker in die Pflicht nehmen / Auskunftspflicht nützt wenig, wenn Daten bereits gelöscht sind“

Bei der Herbstkonferenz der Justizministerinnen und Justizminister in Berlin war Bayern mit wichtigen Initiativen erfolgreich.

I. Bekämpfung von Hass im Netz

Die Konferenz hat sich auf Initiative Bayerns dem Thema „Hass im Netz“ angenommen. „Hass und Hetze im Internet müssen mit aller Entschlossenheit bekämpft werden. Dafür müssen wir auch die sozialen Netzwerke stärker in die Pflicht nehmen. Die Erwartungshaltung ist klar: Auskunftsersuchen der Strafverfolgungsbehörden müssen ohne Wenn und Aber beantwortet werden. Es ist nicht akzeptabel, wenn Netzwerkbetreiber unter Verweis auf unternehmensinterne Richtlinien Auskünfte verweigern“, so Eisenreich. „Die Bundesregierung ist gefordert, ihren Einfluss gegenüber den sozialen Netzwerken auszuüben und deren Kooperation bei der Verfolgung von Hasskriminalität unmissverständlich einzufordern.“

Die Konferenz hat sich auf Initiative Bayerns dafür ausgesprochen, dass bei der Evaluierung des NetzDG geprüft wird, wie die Zugriffsmöglichkeiten der Strafverfolgungsbehörden auf relevante Daten bei einem Anfangsverdacht einer Straftat verbessert werden können. Zudem soll eine Anzeigepflicht der sozialen Netzwerke bei schwerwiegenden und offensichtlich verwirklichten Straftaten geprüft werden.

Darüber hinaus hat sich die Justizministerkonferenz auf Vorschlag Bayerns dafür ausgesprochen, eine Erweiterung der Löschpflichten für Plattformbetreiber zu prüfen. Eisenreich verweist auf die Spielräume, die der EuGH mit seinem Urteil vom 3. Oktober 2019 eröffnet hat. Eisenreich: „Netzwerkbetreiber sollten künftig verpflichtet sein, nicht nur einen konkret gemeldeten rechtswidrigen Post zu löschen, sondern auch wortgleiche und unter bestimmten Umständen auch sinngleiche Posts. Eine solche erweiterte Löschpflicht soll sich künftig nicht erst aus einer Gerichtsentscheidung, sondern muss sich bereits unmittelbar aus dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz ergeben. Betroffene sollten eine Welle von Beleidigungen und Hasskommentaren mit nur einer einzigen Beschwerde beim Diensteanbieter stoppen können.“

II. Wiederbelebung der Verkehrsdatenspeicherung

Um in der digitalen Welt auch an die Täter heranzukommen, hat sich die Konferenz auf bayerische Initiative auch für eine Wiederbelebung der Verkehrsdatenspeicherung ausgesprochen. „Die klarste Auskunftspflicht nützt wenig, wenn die Daten bereits gelöscht sind“, so der bayerische Justizminister. „Um strafbare Hasskommentare oder andere Straftaten in der Anonymität des Internets effektiv verfolgen zu können, müssen wir herausfinden können, wer hinter den Handlungen im Netz steht.“

III. Insolvenzsicherung bei Reiseveranstaltern

Zudem hat sich Bayern erfolgreich dafür eingesetzt, dass Pauschalreisende besser vor der Insolvenz von Reiseveranstaltern geschützt werden. Derzeit kann der Versicherer seine Haftung vertraglich auf 110 Millionen Euro pro Geschäftsjahr begrenzen. Auf bayerische Initiative haben sich die Justizministerinnen und Justizminister einstimmig für die Prüfung einer Anpassung dieser Haftungsobergrenze ausgesprochen. „Eine Insolvenzsicherung, die den Reisenden teilweise auf seinen Kosten sitzen lässt, verfehlt ihren Zweck. Ein ‚Sicherungsschein‘ darf sich nicht als ‚Scheinsicherung‘ entpuppen. Der Gesetzgeber hatte bislang frühere Insolvenzschäden im Blick, die noch deutlich niedriger waren als heute. Die Thomas-Cook-Pleite zeigt aber: Heute können bei demselben Versicherer weit höhere versicherte Schäden in einem Geschäftsjahr entstehen. Wir müssen die 110-Millionen-Grenze korrigieren und an die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse anpassen. Hier ist der Bund in der Pflicht“, so Eisenreich.

IV. Reform des Wohnungseigentumsrechts

Eisenreich abschließend: „Wir haben auf dieser Konferenz viel erreicht. Auch der Abschlussbericht der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Reform des Wohnungseigentumsrechts wurde positiv aufgenommen. Auf über 100 Seiten wird dargestellt, wie ein modernes WEG aussehen könnte – mit Vorschlägen zum leichteren Einbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge und zur Digitalisierung. Nun ist das BMJV am Zug.“

Quelle:stmj.bayern.de

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Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.