Berlin:

Klimawandel, Brexit, Kormoran – Sorgen der deutschen Fischerei

Michael Stübgen, der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft hat am Dienstag am Deutschen Fischereitag in Magdeburg teilgenommen.

Stübgen erklärt: „Der Klimawandel macht auch vor der deutschen Fischerei nicht halt. Diese bittere Erfahrung machen derzeit unsere Fischer an der deutschen Ostseeküste. Denn es ist nicht die Befischung, sondern vor allem die Erwärmung der Meere, die dazu führt, dass der Nachwuchs beim Heringsbestand in dramatischer Weise in der westlichen Ostsee zurückgegangen ist. Deshalb schlägt der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) auch für das kommende Jahr eine Schließung dieser Heringsfischerei vor. Unsere Fischer brauchen jetzt eine gezielte Unterstützung, damit sie diese schwierige Phase überbrücken können.“

Auch der Brexit beschäftigt die Fischerei. „Der Zugang zu den britischen Gewässern ist entscheidend, um die deutschen Quoten vor allem bei Hering, Makrele und Holzmakrele ausfischen zu können. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft setzt sich dafür ein, dass die Fischerei im Gesamtpaket der künftigen Wirtschaftsbeziehungen mit Großbritannien verhandelt wird“, bekräftigt Stübgen.

Eine weitere Herausforderung für die Fischer ist der zunehmende Kormoran-Bestand. Stübgen dazu: „Wir brauchen ein funktionierendes EU-weites Kormoran-Management, das nicht nur den Kormoran, sondern auch die Fischbestände schützt! Der Kormoran verursacht nach wie vor erhebliche Schäden in der Binnenfischerei und in den Aquakulturbetrieben.

Wir haben Herausforderungen im Bereich der Fischerei, die keiner von uns alleine lösen kann. Wir brauchen alle Akteure an einem Tisch, um die Optionen für die künftige Entwicklung der Branche und der betroffenen Küstenregionen zu diskutieren. Ich werde alle Beteiligten zu einem Runden Tisch zu Beginn des kommenden Jahres einladen.“


Weiterführende Informationen:
Der Hering in der westlichen Ostsee zählt neben dem Dorsch zu den beiden „Brotfischen“ der deutschen Ostseefischer. Alternative Fangmöglichkeiten bestehen für sie kaum. Die Quoten für den westlichen Hering waren bereits für 2018 um 39 Prozent und 2019 um 48 Prozent gesenkt worden. Gleichzeitig empfiehlt der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES), auch die Fischerei auf den östlichen Dorsch 2020 ganz einzustellen. Die Kommission hat diese Fischerei daraufhin bereits mit Wirkung vom 24. Juli 2019 bis Ende des Jahres geschlossen. Für die küstennahe Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern, wo sich Ost- und Westdorsch mischen, gibt es hierzu allerdings Ausnahmen.

Eine Schließung der Heringsfischerei in der westlichen Ostsee hätte nicht nur gravierende Folgen für die Fischer selbst, sondern auch für die Fischverarbeitung an der Ostseeküste, die in Sassnitz auf Rügen konzentriert ist. Denn diese ist maßgeblich auf die Heringsfänge der deutschen Ostseefischer angewiesen.

Die Vorschläge der EU-Kommission für die Fangmöglichkeiten in der Ostsee werden Ende August erwartet und von den EU-Fischereiministern im Oktober beschlossen.

Quelle:bmel.bund.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.