München – Wildpoldsried:

Huber: Kleine Kommunen zeigen der großen Welt wie’s geht / Europaweite Auszeichnung für Klimaschutz
European Energy Award für neun bayerische Kommunen – Goldmedaille für Wildpoldsried

Für einen erfolgreichen und konsequenten Klimaschutz arbeiten der Freistaat Bayern und seine Kommunen eng zusammen. Die Kommunen setzen innovative Projekte und Konzepte vor Ort um und treiben so Energieeinsparung und CO2-Minderung voran. Das betonte Umweltminister Dr. Marcel Huber bei der Verleihung des European Energy Awards (eea) an neun bayerische Kommunen: „Der Klimawandel ist nicht zu leugnen. Wir spüren ihn Tag für Tag, besonders nach diesem Rekordsommer und dem trockenen Herbst. Nur gemeinsam können wir das Ruder herumreißen und die Erderwärmung bremsen. Klimaschutz beginnt vor Ort. Mit großem Willen und innovativen Projekten gehen die Kommunen im Freistaat jeden Tag mit gutem Beispiel voran. Der European Energy Award soll Anerkennung für das Geleistete und Ansporn für die Zukunft sein.“ Die Gemeinde Wildpoldsried erhält bereits zum zweiten Mal den European Energy Award in Gold. Huber: „Während auf internationaler Ebene noch nachgedacht wird, wird vor Ort bereits gehandelt. Kleine Kommunen zeigen der großen Welt wie’s geht. Wildpoldsried ist zu Recht Europas erfolgreichste Kommune. Ich hoffe, das werden ihr schon bald andere nachmachen.“ In Wildpoldsried wird achtmal so viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, wie Bürger, Gewerbe und Kommune gemeinsam verbrauchen. Und auch die Wärmegewinnung stammt zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien. Auf dieser Basis beteiligt sich Wildpoldsried regelmäßig an internationalen Forschungsprojekten. 80 bis 100 Besuchergruppen studieren hier jedes Jahr die kommunale Energiewende.

Außerdem wurden folgende acht Landkreise, Städte und Gemeinden mit dem eea ausgezeichnet:

Die Gemeinde Stöttwang hat besondere Erfolge im Bereich der kommunalen Liegenschaften vorzuweisen. Seit 2015 gibt es ein kommunales Energiemanagement in allen gemeindlichen Liegenschaften mit Erfassung der Verbrauchsdaten und fortlaufender Optimierung im Betrieb. Zudem wird die Straßenbeleuchtung konsequent auf LED umgestellt, wodurch der Stromverbrauch um 40 Prozent reduziert wird.

Der Markt Buchenberg hat sich insbesondere mit einem Anteil von rund 47 Prozent an erneuerbaren Energien im Strombereich hervorgetan. Zudem stellt er 49 Prozent im Wärmebereich zur Verfügung und versorgt damit mittlerweile über 100 Abnehmer.

Der Markt Bad Grönenbach hat sich vor allem im Bereich der Förderung von energieeffizientem Bauen besonders innovativ gezeigt. Nach einem ausgeklügelten Bonussystem bekommen Bauherren, die effizient gebaut haben oder erneuerbare Energien nutzen, einen Teil des Grundstückskaufpreises von der Gemeinde zurück.

Die Gemeinde Pfronten hat mit einem umfassenden Konzept für einen ganzen Ortsteil überzeugt. Dabei wurden Energiechecks durchgeführt und systematisch die Möglichkeiten künftiger Energieversorgung geprüft. Zudem wird in der Kommune eine Biogasanlage geplant.

Die Stadt Mindelheim verfügt über ein städtisches Fernwärmenetz, das von zwei mit Bio-Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerken gespeist wird. Damit wird neben rund 40 öffentlichen, privaten und gewerblichen Abnehmern insbesondere ein großer Anlagen- und Werkzeugmaschinenhersteller versorgt.

Die Stadt Donauwörth hat sich insbesondere Bürgerinformation und Bürgermotivation auf die Fahnen geschrieben. Seit 2017 gibt es im November die Donauwörther Klimawoche mit Exkursionen, Filmabenden oder Aktionen in Schulen und Kindergärten, die die Bürger über das Thema Klimaschutz informieren.

Die Stadt Sonthofen zeichnet sich als engagierte Radlerstadt aus. Derzeit wird unter breiter Bürgerbeteiligung ein neues Radverkehrskonzept erstellt. Zudem werden Radwege neu gekennzeichnet und neue Stellplätze für Fahrräder gebaut.

Der Landkreis Berchtesgadener Land setzt einen besonderen Schwerpunkt auf klimafreundliche Mobilität. Dazu gehören unter anderem mehrere neue Bahnhaltepunkte, kostenlose Radbeförderung in den Zügen oder ein flexibles Rufbussystem in Ergänzung zum ÖPNV.

Unterstützt werden die Kommunen dabei vom Bayerischen Umweltministerium. Der Freistaat Bayern fördert beispielsweise die Teilnahme an Energiemanagementsystemen mit bis zu 30.000 Euro. Derzeit nehmen 30 Kommunen am Zertifizierungsverfahren des European Energy Awards teil. Bereits 15 Mal wurden Kommunen des Freistaats zertifiziert und ausgezeichnet. Das Qualitätsmanagementsystem erfasst, bewertet, steuert und überprüft regelmäßig die Umwelt- und Klimaschutzaktivitäten einer Kommune.

Mehr Informationen unter: https://www.stmuv.bayern.de/themen/klimaschutz/kommunal/eea.htm

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.