München:

Huml warnt vor Pilzvergiftungen – Bayerns Gesundheitsministerin: Bücher oder Apps zur Bestimmung reichen nicht aus

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat Pilzsammler zum Start der „Schwammerlsaison“ vor Vergiftungen gewarnt. Huml betonte am Freitag: „Experten erwarten in diesem Jahr im Vergleich zum trockenen Jahr 2015 eine deutlich bessere Pilzsaison für Bayern. Das ist erfreulich für Pilzsammler, jedoch dürfen ernste gesundheitliche Gefahren durch giftige oder verdorbene Pilze nicht unterschätzt werden!“

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Huml fügte hinzu: „Wer beim Pilze sammeln sicher gehen will, sollte sich unbedingt Rat durch erfahrene Pilzsammler einholen. Eine gute Möglichkeit ist, die gesammelten Pilze durch einen geprüften Pilzberater begutachten zu lassen. Dagegen reicht eine Bestimmung mit Büchern oder entsprechenden Apps nicht aus. Gerade bei jungen unerfahrenen Pilzsammlern kann es dann aufgrund von Verwechslungen zu Vergiftungen kommen.“

Die Bayerische Mykologische Gesellschaft stellt auf ihrer Homepage eine Liste geprüfter Pilzberater und Pilzsachverständigen in Bayern zur Verfügung: http://www.pilze-bayern.de/index.php/pilzberatung/liste-bayr-pilzberater. Die ehrenamtlich tätigen Experten führen Pilzkorbkontrollen durch und informieren über Pilzarten und Pilzvergiftungen.

Die Ministerin ergänzte: „Erfahrungen aus dem letzten Jahr zeigen, dass die Gefahr einer Pilzvergiftung auch Migranten betrifft. Grund dafür ist, dass Migranten immer wieder essbare Pilze aus ihren Herkunftsländern mit giftigen und ihnen unbekannten Doppelgängern hierzulande verwechseln. Ein Beispiel ist der Knollenblätterpilz, der schon in geringen Mengen zu einer tödlichen Vergiftung führen kann. Deshalb wurde im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung ein einschlägiges Merkblatt in mehreren Sprachen in Aufnahmeeinrichtungen verteilt.“

Bei einem Verdacht auf Pilzvergiftung kann rund um die Uhr beim Giftnotruf in München unter der Nummer 089/19240 Hilfe und Beratung eingeholt werden. Der Notruf ist an die toxikologische Abteilung des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München angegliedert. In diesem Jahr haben sich bereits 263 Menschen an die Experten des Giftnotrufs gewandt, letztes Jahr waren es im gleichen Zeitraum dagegen nur 117.

Huml erläuterte: „Wer nach dem Verzehr von Pilzen an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall leidet, sollte sich unbedingt Hilfe bei einem Arzt oder über den Giftnotruf einholen. Magen-Darm-Beschwerden können vor allem beim Knollenblätterpilz auch noch sechs bis zwölf Stunden nach dem Pilzverzehr auftreten – in einigen Fällen sogar noch später – und auf eine gefährliche Vergiftung hinweisen. In solchen Fällen kann es sich aber auch um eine Pilzunverträglichkeit oder Lebensmittelvergiftung handeln. Beschwerden wie Luftnot, Schwindel oder Schweißausbrüche können ebenfalls Symptome für eine Pilzvergiftung sein.“

In Bayern sind rund 100 Pilzarten bekannt, die als gesundheitsschädlich gelten. Bis zu acht Arten werden sogar als tödlich giftig eingestuft.

Von redaktion

Versäumt

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