München:

Zeil: „Strompreise senken – aber Lasten gerecht verteilen“

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Martin Zeil setzt auf ausgewogene Maßnahmen, damit Strom langfristig bezahlbar bleibt. „Ich begrüße es, dass das Thema Bezahlbarkeit mit einiger Verspätung nun auch in Berlin angekommen ist. Es ist richtig, dass schnell gehandelt werden muss, damit die Entwicklung der letzten Jahre gestoppt wird. Aber mit einseitigen Schnellschüssen ist keinem geholfen“, kommentiert Zeil die gestrigen Bund-Länder-Gespräche zur Strompreisbremse. Das ebenfalls gestern vorgelegte Kompromisspapier von Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, mit denen kurzfristig die Ausbaukosten der erneuerbaren Energien gesenkt oder umverteilt werden könnten. Einige dieser Maßnahmen würden zu deutlich höheren Strompreisen für die Industrie führen, obwohl diese in Deutschland schon heute signifikant über denen im Ausland liegen.

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„Was auf keinen Fall passieren darf, ist eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Der scheint momentan eine stärkere Belastung unserer Industrie zu sein“, erklärt der Minister. Davon sei aber nicht einmal eine nennenswerte Entlastung der übrigen Stromkunden zu erwarten. „Alle Anlagenbetreiber müssen stärker in die Pflicht genommen werden. Nur so erzielen wir spürbare Erfolge. Und ich halte daran fest: Ohne echte EEG-Reform mit einem Mehr an Marktwirtschaft wird es nicht gehen.“ Zeil tritt seit Langem dafür ein, die Förderung von erneuerbaren Energien auf ein Mengensteuerungsmodell umzustellen. Auch bei den kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen gelte es, Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten und mehr Wettbewerb bei den regenerativen Energien zu schaffen. „Wenn die Gemeinschaftslasten der Stromerzeugung auf mehr Schultern verteilt werden sollen, dann sollten wir die privaten Anlagenbetreiber nicht gänzlich davon ausnehmen. Auch sie verursachen Kosten, die wir bisher alle über unsere Stromrechnung bezahlen müssen. Letztlich brauchen wir einen gerechten Ausgleich“, betont Zeil.

Er ergänzt: „Strompreisbremse heißt für mich kurzfristig: Runter mit der Stromsteuer. Davon profitieren alle Stromkunden. Mittelfristig müssen wir das Problem an der Wurzel packen und einen Neuanfang wagen, statt nur in den wuchernden Ästen herumzuschneiden.“ Der Bund sei in erster Linie gefordert, ein Konzept für grundlegende Änderungen bei der Förderung der erneuerbaren Energien zu entwickeln. Darüber hinaus dürfe er aber auch den zentralen Aspekt der Versorgungssicherheit nicht aus dem Blick verlieren. Ganz aktuell stehe die Verordnung zur Netzreserve aus. Zusätzlich müsse dringend über die Einführung eines Kapazitätsmechanismus für neue Gaskraftwerke entschieden werden. „Das hat letztlich sogar Vorrang vor kurzfristigen Eingriffen in das EEG“, unterstreicht der Minister.

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.