Berlin:
Neuer Ratgeber des Bundesverbraucherministeriums
erleichtert die Weitergabe von Nahrungsmitteln

Das Bundesverbraucherministerium will die Abgabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen erleichtern. Bei einem Besuch der Münchner Tafel e.V. stellte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner einen neuen Ratgeber vor, der sowohl Spendern als auch Empfängern von Lebensmittelüberschüssen die geltende Rechtslage erläutert und damit die Weitergabe von Lebensmitteln vereinfacht. Aigner warb dafür, überschüssige Produkte noch öfter als bisher an bedürftige Menschen weiterzugeben: „Lebensmittel sind kostbar. Produkte, die noch einwandfrei genießbar sind, gehören nicht in die Mülltonne. Sie sollten an soziale Einrichtungen wie die Tafeln oder vergleichbare Initiativen der Sozialverbände abgegeben werden.“ Die Tafeln in Deutschland geben jede Woche zehntausende Tonnen genießbare Lebensmittel an Bedürftige ab; allein die 24 Ausgabestellen in München verteilen jede Woche insgesamt 100 Tonnen Lebensmittel. „Das ist ein enormer Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen, der durchaus noch gesteigert werden könnte“, sagte Aigner. Sie bedauerte, dass es immer noch Informationsdefizite und Vorbehalte gegenüber Lebensmittelspenden gebe. „Mit unserem neuen Ratgeber wollen wir allen Akteuren, die Lebensmittel spenden oder empfangen, einen Überblick über die wichtigsten rechtlichen Fragestellungen geben und so die Weitergabe einfacher machen“, sagte Aigner am Freitag in München.

Ziel des Ratgebers, der in Kooperation mit dem Landwirtschaftsministerium von Österreich und dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. entstanden ist, ist es auch, die Lebensmittelverschwendung in Deutschland und in Europa weiter zu reduzieren. Elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr auf dem Müll – das entspricht einem Wert von 21,6 Milliarden Euro. „In diesen Produkten stecken wertvolle Ressourcen wie Getreide, Wasser oder Energie und viele Stunden harter Arbeit unserer Landwirte und der Beschäftigten der Ernährungswirtschaft“, sagte Aigner. Um die Menge der Lebensmittelabfälle deutlich zu reduzieren, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium im Frühjahr die Initiative Zu gut für die Tonne! auf den Weg gebracht. „Damit wollen wir möglichst viele Menschen erreichen und die Lebensmittelverschwendung mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung entlang der gesamten Kette reduzieren – vom Acker bis zum Teller“, sagte Aigner. Wenn alle mitmachen, könne die Gesamtmenge der Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2020 um die Hälfte reduziert werden. „Dieses Ziel der Europäischen Union unterstützen wir.“

Aigner lobte das vorbildliche Engagement der Tafeln: „Die Tafeln leisten einen wichtigen Beitrag für Bedürftige. Außerdem ersparen sie Unternehmen den Entsorgungsaufwand und die damit verbundenen Kosten für die wertvollen Reste. Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier ehrenamtlich leisten, verdient hohe Anerkennung und Respekt“, sagte Aigner. Auch der für Ernährungsfragen zuständige stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Johannes Singhammer, sprach sich für eine bessere Lebensmittelverwertung aus: „Jedes Kilo genießbare Lebensmittel, das nicht in der Tonne landet, ist ein Gewinn für die Umwelt, die Ressourcen und die Ernährung der Menschen. Die Tafeln sind ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Verschwendung. Sie tragen außerdem wesentlich dazu bei, dass unsere hochwertigen, vielseitigen Lebensmittel auch bei bedürftigen Menschen ankommen.“

Insgesamt gibt es in Deutschland fast 900 Tafeln mit zusammen mehr als 3000 Ausgabestellen. Über 50.000 hauptsächlich ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren sich bundesweit bei den Tafeln und reichen jede Woche zehntausende Tonnen genießbare Lebensmitteln weiter. Dabei handelt es sich in der Regel um qualitativ einwandfreie Produkte, die im Handel nicht mehr verkauft werden können, zum Beispiel aufgrund beschädigter Verpackungen. Neben der direkten Ausgabe an Bedürftige liefern die Tafeln die gespendeten Lebensmittel auch an zahlreiche soziale Einrichtungen, die die Lebensmittel weiterverwerten. So unterstützt die Münchner Tafel mittlerweile auch zehn Schulen bei den Schulmahlzeiten.

Den neue „Leitfaden für die Weitergabe von Lebensmittelresten an soziale Einrichtungen – rechtliche Aspekte“ des BMELV gibt es zum Download im Internet unter: www.bmelv.bund.de/Ratgeber_Lebensmittelabgabe.

Quelle: bmelv.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.