München – Stuttgart:

EU-Flotten-Dekarbonisierung: Baden-Württemberg und Bayern drängen auf Technologieoffenheit

Aiwanger: „Eine verpflichtende Elektrifizierung von Dienst- und Mietwagen ab 2030 wäre ein schwerer Fehler.“
Hoffmeister-Kraut: „Es hat höchste Priorität, die Automobilstandorte Europa und Deutschland zu stabilisieren und zu stärken.“

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, und Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident des Freistaats Bayern, haben in einem gemeinsamen Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen vor einer verpflichtenden Elektrifizierung von Dienst- und Mietwagen ab 2030 gewarnt. Statt dirigistischer Vorgaben und Doppelregulierung sollte die EU auf dem Weg zur Dekarbonisierung auf Innovation setzen.   Im Rahmen der Wirtschaftsministerkonferenz im Juni 2025 unter dem Vorsitz von Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut haben sich die Länder klar zum Automobilstandort Deutschland und seinen Arbeitsplätzen bekannt. In diesem Zusammenhang begrüßten die Ministerinnen und Minister, dass auf EU-Ebene zusätzliche Flexibilität bei der Einhaltung der aktuell gültigen Vorgaben zu CO -Flottengrenzwerten eingeräumt wird und forderten, dass der finanzielle Spielraum der Unternehmen für Investitionen in Innovation und Transformation nicht eingeschränkt werden darf. Die nun auf EU-Ebene diskutierte Regelung zu CO -Flottenzielen für Dienstwagen- und Mietwagenflotten, die faktisch einer Verpflichtung zum E-Auto gleichkäme, konterkariert dieses Unterfangen.   „Die Lage für die Branche ist zum Teil dramatisch. Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Es hat höchste Priorität, die Automobilstandorte Europa und Deutschland zu stabilisieren und zu stärken. Dafür werden wir uns auch weiterhin bei der Bundesregierung und der Europäischen Kommission einsetzen. Gerade erst haben wir es geschafft, dass die EU den Herstellern bei den unmittelbar drohenden Strafzahlungen für das Verfehlen von CO -Flottengrenzwerten entgegenkommt. Nun drohen neue Gesetze und noch mehr Bürokratie, die unseren ohnehin unter Druck stehenden Unternehmen abermals Steine in den Weg legen. Das ist höchst bedenklich! Ich fordere ein konsequentes Handeln unter Berücksichtigung von Technologieoffenheit, gerade auch mit Blick auf die internationale Konkurrenzsituation. Dies bedeutet nicht nur, dass es keine verpflichtende Elektrifizierung von Dienst- und Mietwagen geben darf, sondern auch, dass der Beitrag von Plug-in-Hybridfahrzeugen zu den derzeit geltenden CO -Flottenzielen für Pkw unverzüglich überprüft werden muss“, sagte Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut.   Aiwanger hob hervor: „Eine verpflichtende Elektrifizierung von Dienst- und Mietwagen ab 2030 wäre ein schwerer Fehler. Wir brauchen in Europa keine Einbahnstraße, sondern Offenheit für alle Technologien – von synthetischen Kraftstoffen über Wasserstoff bis hin zu effizienten Hybridlösungen. Gerade unsere mittelständischen Betriebe und die vielen Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie dürfen nicht durch immer neue Auflagen und Verbote gefährdet werden. Statt ideologischem Aktionismus erwarte ich von der EU, dass sie die Innovationskraft der Industrie stärkt und Investitionen in klimafreundliche Technologien erleichtert, anstatt sie durch Bürokratie auszubremsen. Nur so können wir die Transformation bewältigen und den Automobilstandort Deutschland sichern.

Quelle:stmwi.bayern.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.