?????? :

70 Jahre Deutschland in der NATO – Rede von Außenminister Wadephul zum Festakt im Bundesverteidigungsministerium

Im Dezember 1949 gab Konrad Adenauer dem „Cleveland Plain Dealer“, einem amerikanischen Provinzblatt, ein Interview. Dieses Interview sollte Geschichte schreiben. Denn erstmals sprach er darin öffentlich aus, was in den Ohren vieler damals ungeheuerlich klang: Die Möglichkeit einer Wiederbewaffnung Deutschlands.
Wohl ganz bewusst wählte er dafür nicht die große Bühne. Keine Parlamentsrede. Keine Regierungserklärung.
Eine Kultur der Zurückhaltung, das war das Gebot der Stunde. Den Gedanken, dass Deutsche wieder Waffen tragen könnten, galt es vorsichtig zu formulieren. Und trotzdem gebot es die Lage, genau diesen Weg zu gehen.
Der Weg der Bundesrepublik Deutschland in die NATO war bei Weitem keine Selbstverständlichkeit. Der Beitritt im Mai 1955 – zehn Jahre nach Ende dieses schrecklichen Krieges, den Deutsche über unseren Kontinent gebracht hatten – das war ein außenpolitischer Meilenstein. Und, in deutschen Debatten wird das oft vergessen: er erfolgte noch vor der Gründung der Bundeswehr im November desselben Jahres.
Deutsche Sicherheitspolitik begann also nicht mit dem Aufbau eigener Streitkräfte, sondern mit der bewussten Entscheidung, unsere Verteidigung von Anfang an in ein Bündnis einzubetten. Und Bündnis heißt: Einer für alle, alle für Einen. Ohne Wenn und Aber. Das beschreibt die Größe der Entscheidung Adenauers damals – und die Größe der Verpflichtung der Alliierten uns gegenüber.


Die NATO-Mitgliedschaft ist ein Bekenntnis zu einem Verteidigungsbündnis. Sie ist aber noch mehr. Sie ist ein Bekenntnis zu einer Wertegemeinschaft, die für Sicherheit und Freiheit steht.
Wir Deutschen haben von diesem Bündnis über Jahrzehnte profitiert wie kaum ein anderer. Denn die Bundesrepublik Deutschland war im Kalten Krieg die Ostflanke der NATO. Hier standen Hunderttausende alliierte Truppen an der Seite der Bundeswehr.
Dass diese Verbündeten kaum ein Jahrzehnt nach den Abgründen von Weltkrieg und Shoah Soldaten zum Schutz Deutschlands schickten, das war ein großer Vertrauensbeweis und eine große Versöhnungsleistung, für die wir immer dankbar sein müssen.
In den 1980er Jahren versah ich meinen Dienst als Zeitsoldat an der NATO-Ostflanke, die mitten durch das geteilte Deutschland verlief. 40 Jahre später war ich Reservist in Litauen, dort also, wo jetzt die Ostflanke der NATO verläuft.
Viel hat sich in diesen 40 Jahren verändert. Das Wichtigste aber nicht: Soldatinnen und Soldaten versehen unter der blauen Flagge der NATO gemeinsam, Schulter an Schulter, ihren Dienst und sind bereit, wenn es darauf ankommt, alles zu geben.
Wir wissen um die Bedeutung dieser Gemeinschaft in der Allianz. Kein Land, auch nicht Deutschland, kann seine Freiheit, seine Sicherheit und seine demokratischen Werte alleine verteidigen.
Das Jubiläum, das wir heute feiern, ist für mich mehr als nur ein Festakt: Dankbarkeit bedeutet heute die Entschlossenheit meines Landes, der Bundesrepublik Deutschland, das NATO-Bündnis weiter zu stärken.
Heute stehen wir im NATO-Bündnis vor einer neuen strategischen Realität. Spätestens der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat uns vor Augen geführt, wie fragil Sicherheit und Frieden immer noch sein können – selbst in Europa, das viele bereits für einen Kontinent des ewigen Friedens hielten.
Ich möchte klar sein: In der Ukraine wird sich zeigen, ob auf dem europäischen Kontinent Grenzen mit Gewalt verschoben werden können. Ob unsere Sicherheitsarchitektur hält. Es liegt an uns und es bringt große Aufgaben mit sich. Wir müssen unsere Verteidigungsausgaben drastisch anpassen, in Bereiche, die in den 80er-Jahren normal waren.
Die NATO der Zukunft muss beweglicher, entschlossener und technisch überlegener sein. Auf dem NATO-Gipfel haben wir dazu die richtigen Entscheidungen getroffen. Nach dem Gipfel geht es nun um das Wesentliche, die Glaubwürdigkeit unserer Abschreckung, unserer militärischen Fähigkeiten. Wir müssen und wir werden diese Herkulesaufgabe schaffen.
Unsere Stärke liegt in der Einheit.
70 Jahre NATO-Mitgliedschaft Deutschlands – das ist mehr als eine historische Marke. Das ist ein Versprechen auf die Zukunft. Dass wir bereit sind, Verantwortung zu tragen. An der Seite unserer Alliierten.
Die NATO ist gefordert, wie seit Jahrzehnten nicht – wir sind gefordert, wie seit Jahrzehnten nicht. Das muss uns allen klar sein, die wir politische Verantwortung tragen. Es geht um unsere Sicherheit, unsere Freiheit, unseren Wohlstand. Eine starke NATO ist der Garant für Frieden auf unserem Kontinent.

Quelle: auswaertiges-amt.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.