München:

Naturgefahren soll ausgebaut werden Austausch mit Österreich und der Schweiz

Das Bayerische Umweltministerium will die Vorsorge gegen Naturgefahren weiter ausbauen, um die Bevölkerung noch zielgerichteter warnen zu können. Das betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber heute im Rahmen einer Diskussion im Presseclub München: „Naturgefahren und Klimawandel hängen zusammen. Durch den Klimawandel ist mit einer weiteren Häufung und Verschärfung von Wetterextremen zu rechnen. Dadurch nehmen Georisiken und Naturgefahren weiter zu. Die steigenden Temperaturen sorgen gerade in Bayerns Bergwelt für massive Veränderungen. Die Realität heißt: Die Tage der Gletscher in Bayern sind gezählt. In den 2030er Jahren wird der letzte bayerische Alpengletscher verschwunden sein. Der Permafrost taut auf. Sogar der eisige Kern im Kamm der Zugspitze wird kleiner. Permafrost ist der Kitt des Gebirges. Geht er verloren, verlieren unsere Berge an Stabilität. Die Folgen sind gravierend.“ Der fortschreitende Klimawandel kann Naturgefahren vom kleinen Steinschlag bis zu bedrohlichen Murenabgängen nach sich ziehen und zeigt, wie wichtig ein langfristiges Monitoring ist.   Insbesondere müssen auch Risikogebiete für solche Massenbewegungen frühzeitig identifiziert und so die Öffentlichkeit darüber informiert werden. Eine zentrale Internetplattform in Bayern ist dafür der Umweltatlas. Hier sind transparent und kostenfrei die Georisiken dargestellt, die von Experten bayernweit bereits kartiert wurden.

Glauber: „Das Angebot hilft den Alpengemeinden zwischen Königssee und Bodensee, die Gefährdungsbereiche von Erdrutschen bis Steinschläge zu erkennen. Aber nicht nur dort: Die Gefahren durch Georisiken sind inzwischen in ganz Bayern erfasst und grafisch dargestellt. Eine gute Datenlage ist wichtig, um Menschenleben zu schützen. Wenn die Gefahrenstellen bekannt sind, lassen sich gezielt Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Das hilft, frühzeitig zu handeln und Schäden zu vermeiden.“ Konkrete Hinweise werden von Geologen beurteilt, in der Datenbank erfasst, beschrieben und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt – mittlerweile sind so allein über 10.000 Hangbewegungen erfasst.   Als Grundlage für eine vorausschauende Bauleitplanung vor Ort erstellt das Landesamt für Umwelt zusätzlich regionale Gefahrenhinweiskarten im Maßstab 1:25.000. Diese Karten geben für große Gebiete zusätzlich eine Übersicht zu möglichen Gefahren wie Steinschlag oder Felssturz. Für die Landkreise mit Alpenanteil und für weite Teile der Frankenalb, Mittelfranken und Teile Unterfrankens stehen die Karten bereits zur Verfügung. Ziel ist es, die Karten im kommenden Jahr für den gesamten Freistaat zur Verfügung zu stellen. Auch wenn es keine hundertprozentige Sicherheit geben kann, sind die Karten ein wertvolles Frühwarnsystem vor Geogefahren.   In der zurückliegenden Woche hatte sich Minister Glauber im Rahmen einer Schweiz-Reise auch einen unmittelbaren Eindruck von der Vorsorge gegen Naturgefahren verschafft. „Wir wollen den Austausch mit unseren Nachbarn in Österreich und der Schweiz weiter ausbauen, denn wir können von den Erfahrungen in diesen Ländern profitieren. Ein Schwerpunkt bei der Zusammenarbeit in den internationalen Gremien liegt auf der Risikokommunikation. Diese ist entscheidend für einen wirkungsvollen, vorbeugenden Schutz. Nur wenn die Bevölkerung und die Verantwortlichen vor Ort Gefahren und Handlungsoptionen kennen, können Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden.“   Weitere Hinweise und Informationen sind im Internet verfügbar unter www.lfu.bayern.de/geologie  und www.naturgefahren.bayern.de

Quelle:stmuv.byern.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.