Berlin:

BMEL fördert Wiedervernässung von Mooren mit 10,7 Millionen Euro
Bundesminister Özdemir übergibt Förderbescheide auf der Grünen Woche

Über sieben Prozent der der deutschen Treibhausgasemissionen stammen aus der Zersetzung von Moorböden infolge von Entwässerungsmaßnahmen und Torfnutzung. Um Klimaemissionen aus Moorböden zu reduzieren und den Landwirtinnen und Landwirten eine wirtschaftliche Perspektive zu bieten, fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Wiedervernässung von Mooren und der Nutzung von Paludikulturen mit 10,7 Millionen Euro im niedersächsischen Teufelsmoor. Dazu hat Bundesminister Cem Özdemir heute im Rahmen der Grünen Woche die Förderbescheide an die Projektpartner übergeben.

Bundesminister Özdemir: „Wiedervernässte Moore sind unseren natürlichen Verbündeten beim aktiven Klimaschutz – aber das geht nur, wenn wir Lösungen mit den Betroffenen finden. Für die Landwirtschaft muss es sich lohnen, mitzumachen und klimafreundlich zu wirtschaften. Viele Bauernfamilien leben seit Generationen auf Moorstandorten, ihre Vorfahren haben das Land mühsam urbar gemacht – das sollten wir nicht vergessen. Wir brauchen dabei Projekte, die sich direkt in die Praxis umsetzen lassen, die Innovationen in die Fläche bringen und damit den Klimaschutz fördern. Landwirtschaft und Moorschutz gehören zusammen, daran arbeiten wir mit diesem Projekt.“

Mit der Zielvereinbarung zum Moorbodenschutz haben Bund und Länder die Grundlage für den flächenwirksamen Moorbodenschutz geschaffen. Gemeinsames Ziel ist es, die jährlichen Treibhausgasemissionen aus Moorböden bis zum Jahr 2030 um fünf Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent zu senken. Ziel des Vorhabens ist die Etablierung einer angepassten Nutzung wiedervernässter Moorflächen im niedersächsischen Landkreis Osterholz in einem praxisrelevanten Maßstab von bis zu 200 ha und die Einrichtung einer innovativen, wirtschaftlich tragfähigen Wertschöpfungskette für die erzeugte Biomasse aus Nassbewirtschaftung im niedersächsischen Teufelsmoor. Es umfasst die Flächenauswahl und -vorbereitung, die Vernässung und Flächenbewirtschaftung sowie die Verwertung und Vermarktung von Aufwüchsen. Das transdisziplinäre Verbundprojekt nutzt einen Living Lab-Kooperationsansatz, um Lösungen für wirtschaftlich tragfähige Wertschöpfungsketten für Produkte aus Paludikulturen zu entwickeln. Paludikulturen wie z. B. Schilf, Rohrkolben und Nassgräser wachsen ausschließlich auf nassen Standorten. Das Nutzungsspektrum reicht von Dämmstoffen bis hin zu Torfersatzprodukten.

Es beteiligen sich lokale Partner, Praxispartner und weitere Akteure. Das Projekt zielt darauf ab, Erkenntnisse zur Eignung des Living Lab-Ansatzes für zukünftige Klima- und Moorbodenschutzprojekte zu sammeln. Es wird ein Wissensaustausch mit anderen Vorhaben des BMEL-Förderprogramms und die Übertragbarkeit der Projektergebnisse auf Landes- und Bundesebene angestrebt. Mit zielgerichteter Öffentlichkeitsarbeit werden die Erkenntnisse aus dem Projekt verbreitet.

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Modell- und Demonstrationsvorhaben. Die Umsetzung erfolgt durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, das Thünen-Institut für Agrarklimaschutz, den Landkreis Osterholz, das Niedersächsische Landvolk (Kreisverband Osterholz), die TU Dresden sowie die Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum.

Hintergrund:
Wie die Umstellung von der Planung über die Wiedervernässung bis hin zur Neuausrichtung der Flächennutzung in der Praxis funktioniert, sollen bundesweit mehrere Modell- und Demonstrationsvorhaben zeigen. Dazu stellt das BMEL für die nächsten zehn Jahre bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung. Ein weiterer wesentlicherer Baustein soll eine Bundesförderrichtlinie im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz werden. Diese wird auf den seit Jahren laufenden Aktivitäten der Länder und des Bundes aufbauen und den Moorbodenschutz flächenwirksam unterstützen.

Quelle:bmel.bund.de

Von redaktion

Versäumt

Bayerns Wirtschaftsminister informiert sich im Bayerischen Wald Aiwanger: „Gemeinsam haben wir den Borkenkäfer deutlich zurückgedrängt – jetzt dürfen wir nicht nachlassen. Nach dem trockenen Sommer sind die Bäume geschwächt und anfällig“ Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich heute über die aktuelle Borkenkäfersituation im Bayerischen Wald informiert. Das Bild zeigt ihn mit (v.l.n.r) Nationalparkchefin Ursula Schuster und BaySF-Vorstand Rudolf Plochmann. Foto: StMWi/Bastian Brummer   Download SPIEGELAU  Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich heute über die aktuelle Borkenkäfersituation im Bayerischen Wald informiert. Im Mittelpunkt der Exkursion mit Vertretern der Bayerischen Staatsforsten, der Nationalparkverwaltung, der Forstverwaltung sowie privaten Waldbesitzern und Verbänden standen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, die aktuelle Entwicklung und konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Schädlings.   Aiwanger: „Die Borkenkäfersituation im Bayerischen Wald hat sich deutlich entspannt. Das ist eine gute Nachricht für unsere Wälder und ein Erfolg der konsequenten Arbeit aller Beteiligten. Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt, dass wir den Käfer nur gemeinsam und über die Grenzen der Waldbesitzarten hinweg wirksam bekämpfen können. Genau diesen Weg müssen wir weitergehen. Denn Entwarnung können wir noch lange nicht geben: Nach Hitze und Trockenheit sind viele Bäume geschwächt. Wir müssen aufmerksam bleiben, Befall früh erkennen, Käferholz konsequent aufarbeiten und zügig aus dem Wald bringen.“   Der Ortstermin in Spiegelau war bereits das dritte gemeinsame Treffen zur Borkenkäferthematik im Bayerischen Wald nach den Terminen im März 2024 und August 2025. Damals stand die Sorge im Mittelpunkt, dass sich der Borkenkäfer aus dem Nationalpark in angrenzende Waldflächen ausbreiten könnte. Heute fällt die Bilanz deutlich positiver aus. Gemeinsam mit den Partnern wurden an Exkursionspunkten im Staatswald und im Nationalpark Bayerischer Wald unterschiedliche Verfahren und Methoden zur waldschutzwirksamen Aufarbeitung von Käferholz vorgestellt.   Aiwanger: „Wir sehen, dass regelmäßiger Austausch und abgestimmtes Handeln etwas bewirken. Staatswald, Nationalpark und Privatwald haben unterschiedliche Aufgaben und Rahmenbedingungen. Beim Schutz unserer Wälder haben wir aber ein gemeinsames Interesse. Deshalb werden wir den regelmäßigen Austausch fortsetzen und weiter an einem Strang ziehen.“ Die Borkenkäfersituation in der Region Bayerischer Wald ist aktuell so ruhig wie seit Jahren nicht mehr. In den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen wurden bislang historisch geringe Mengen an Käferholz festgestellt. Die Fangzahlen des Borkenkäfermonitorings der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft liegen rund 40 Prozent unter dem Niveau von 2024. Die Bayerischen Staatsforsten verzeichnen sehr geringe Schadholzmengen und in der Managementzone des Nationalparks ist die Situation im Vergleich zu den Vorjahren ebenfalls ruhig. Die Entwicklung zeigt: Konsequentes Borkenkäfermanagement und eine enge Zusammenarbeit über die Waldbesitzarten hinweg zahlen sich aus. Gleichzeitig bleibt der Käfer eine Gefahr. Nach den heißen und trockenen Phasen dieses Sommers sind die Wälder weiterhin belastet. Deshalb gilt es, gerade jetzt wachsam zu bleiben und bei ersten Anzeichen konsequent zu handeln. Regelmäßige Bohrmehlsuche, schnelle Aufarbeitung und der zügige Abtransport des Käferholzes bleiben die entscheidenden Maßnahmen. Ziel bleibt, den Wald als Lebens- und Wirtschaftsraum für kommende Generationen zu erhalten. Ansprechpartner: Bastian Brummer Stellv. Pressesprecher Auf Flächen des Nationalparks Bayerischer Wald überzeugte sich der Minister von einem Verfahren der Parkverwaltung, wodurch Käferbäume unschädlich gemacht werden. Dabei griff er auch selbst zum Werkzeug und entrindete einen Baum. Foto: StMWi/Bastian Brummer   Download Im Mittelpunkt der Exkursion mit Vertretern der Bayerischen Staatsforsten, der Nationalparkverwaltung, der Forstverwaltung sowie privaten Waldbesitzern und Verbänden standen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, die aktuelle Entwicklung und konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäfers.