München:

Hass und Hetze nehmen weiter zu

Ab Februar 2024 gilt in Europa der „Digital Services Act“ für Internet-Plattformen
/ Antrag bei der Justizministerkonferenz / Bayerns Justizminister Eisenreich:
„Der DSA bringt europaweit Fortschritte im Kampf gegen Hass und Hetze.
Es droht aber ein doppelter Rückschritt gegenüber der deutschen Regelung.
Der Bund ist aufgefordert, Schutzlücken zu beseitigen.“

Am 17. Februar 2024 tritt der „Digital Services Act“ (DSA) in Kraft
Europas Regelwerk für Internetplattformen. Bayerns
Justizminister Georg Eisenreich: „Der DSA bringt insgesamt
Fortschritte im europaweiten Kampf gegen Hass und Hetze. Aber: In seiner
jetzigen Fassung droht ein doppelter Rückschritt gegenüber dem
deutschen Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) beim Melden und
schnellen Löschen strafbarer Inhalte.“ Auf Initiative
Bayerns hatten die Justizministerinnen und Justizminister den Bund bereits
bei ihrer Frühjahrskonferenz im Juni 2022 aufgefordert zu prüfen,
mit welchen Maßnahmen Rückschritte gegenüber dem NetzDG
in Deutschland kompensiert werden können. Bayern, Berlin, Hessen,
Sachsen-Anhalt und Niedersachsen bringen einen neuen Antrag bei der 94.
Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister am 25. und 26. Mai
in Berlin ein. Darin wird der Bundesjustizminister aufgefordert, in zwei
Bereichen die Möglichkeit ergänzender bundesgesetzlicher Regelungen
zu prüfen. Meldepflicht: Die
in Artikel 18 des DSA enthaltene Meldepflicht ist nicht deutlich definiert.
Eisenreich: „Der Bund sollte im Rahmen der durch
den DSA belassenen Regelungsspielräume rechtssicher klarstellen, dass
Plattformen auch verpflichtet sind, Straftaten gegen die öffentliche
Ordnung wie etwa Volksverhetzung oder Propagandadelikte zu melden.“
Löschen strafbarer Inhalte:
Nach dem NetzDG müssen Betreiber sozialer Netzwerke ihnen gemeldete
strafbare Inhalte binnen festgelegter Fristen löschen. Eisenreich:
„Der DSA verzichtet auf eine unmittelbare gesetzliche Verpflichtung
der Plattformbetreiber. Das heißt: Selbst wenn Plattformen strafbare
Inhalte systematisch nicht löschen, droht ihnen – anders als
nach dem NetzDG – beim DSA kein Bußgeld. Das ist ein klarer
Rückschritt. Der DSA lässt aber ausdrücklich Anordnungen
nationaler Behörden zum Vorgehen gegen rechtswidrige Online-Inhalte
zu. Das muss nun mit Leben erfüllt werden.“
Auch auf europäischer Ebene sollte sich der Bund weiter für
eine einheitliche Melde- und Löschpraxis einsetzen. Eisenreich:
„Der DSA sieht vor, dass die Mitgliedstaaten ein ‚Europäisches
Gremium für digitale Dienste‘ bilden. Aus Sicht Bayerns wäre
das ein geeigneter Rahmen für einen umfassenden europäischen
Verhaltenskodex und gemeinsame Leitlinien.“ Der bayerische
Justizminister hat den Kampf gegen strafbare Online-Inhalte gleich
zu Beginn seiner Amtszeit auf seine politische Agenda gesetzt. Bereits
zum ersten Januar 2020 bestellte er für die bayerische Justiz Deutschlands
ersten Hate-Speech-Beauftragten bei der Generalstaatsanwaltschaft München
und richtete Spezialdezernate bei allen 22 Staatsanwaltschaften ein. Zudem
schaffte er einfache Online-Meldeverfahren für Betroffene von Hate-Speech.
Eisenreich: „Wir haben unsere Strukturen verstärkt.
Aber auch die Plattformbetreiber müssen mehr Verantwortung bei der
Bekämpfung strafbarer Inhalte auf ihren Internetseiten übernehmen.
Der Bundesjustizminister ist aufgefordert, die durch den DSA entstandenen
Schutzlücken soweit wie möglich zu beseitigen.“

Quelle:stmj.bayern.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.