München:

Bayerns Energieminister kritisiert kurzsichtige Energiepolitik
der Ampel und fordert Atomkraft-Verlängerung bis zunächst April 2024 Aiwanger: „Die Grünen begehen politischen Trickbetrug.
Blackout-Vermeidung durch Lastabwurf reicht nicht. Wir brauchen durchgehend
genügend bezahlbaren Strom für Wirtschaft und Bevölkerung“

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger hat den
Grünen in der Debatte um die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke
„politischen Trickbetrug“ vorgeworfen. Aiwanger: „Wenn grüne
Spitzenpolitiker jetzt davon sprechen, das AKW Emsland sei für die
Netzstabilität nicht erforderlich, dann ist ihnen offenbar egal, ob
auch genug Strom für die Bevölkerung und die Wirtschaft vorhanden
ist. Und gerade die Wirtschaft braucht ausreichend bezahlbaren Strom rund
um die Uhr. Mit dem Berliner Minimalziel, keinen Blackout zu haben, bin
ich nicht zufrieden. Was die Ampel energie- und damit wirtschaftspolitisch
will, ist offenbar eine DDR 2.0. Aber wir sind ein Hightech-Land 2022,
das weltweit mit starken Volkswirtschaften konkurrieren muss.“

Es sei peinlich genug, dass man der Partei des Energieministers Robert Habeck
per Kanzlerbeschluss eine sichere Energieversorgung bis zum April 2023
diktieren muss. Aiwanger: „Aber diese kurzsichtige Politik reicht
nicht. Wir brauchen auch genügend Strom im Winter 23/24. Die Kernkraftwerksbetreiber
müssen die Sicherheit haben, damit sie jetzt neue Brennstäbe
in Schweden oder Kanada ordern können. Niemand kann mir erklären,
warum wir den nächsten Winter ohne russisches Gas leichter überstehen
können als diesen Winter, in dem die Erdgas-Speicher noch gefüllt
sind.“   Für
die bayerische Wirtschaft sei die Ampel-Politik eine Hochrisikopolitik.
Aiwanger: „Wir haben mit der Abschaltung des AKW Gundremmingen Ende
2021 zehn Prozent der bayerischen Stromproduktion verloren, bekommen kein
russisches Gas mehr und sollen dann mit Isar 2 weitere 15 Prozent verlieren.
Mit dem Wegfall von günstigem russischem Gas und Atomstrom wird man
Deutschland in kürzester Zeit zwei Beine des Stuhls absägen.
Und dann wundern sich die grünen Ideologen in Berlin, wenn der Stuhl
umkippt. Diese Politik ist Realitätsverweigerung. Man darf jetzt die
Atomkraft für 2023/24 nicht ausschließen.
Bayerns Energieminister befürchtet
zudem, dass selbst diese Minimal-Lösung noch nicht in „trockenen
Tüchern“ sei. Aiwanger: „Das muss ja noch vom Bundestag
beschlossen werden. Und die Grünen haben angekündigt, weiter
diskutieren zu wollen – die Aussage von Scholz Verlängerung
bis längstens Mitte April öffnet den Grünen ein Einfallstor.
Ich bin noch nicht überzeugt, dass die Ampel mit dem Kanzler-Machtwort
durch den Bundestag kommt.“
Diese gefährliche Diskussion werde
sicherlich fortgesetzt. Aiwanger: „Im Sommer hat die Ampel erklärt,
ab Silvester brauche es auch ohne russisches Gas keine Kernkraft mehr.
Jetzt merken sie in Berlin: Hoppla, es könnte kalt werden. Deshalb
verlängern wir ein paar Monate, aber wirklich nur bis April, weil
dann kommt ja der Sommer. Aber sie wollen nicht wahrhaben, dass nach dem
Sommer wieder ein Herbst und ein neuer Winter kommt. Spätestens im
nächsten Sommer wird der nächste Stresstest dann feststellen,
dass es wieder nicht reichen wird. Es muss Schluss sein mit dieser Hinhaltetaktik.
Jetzt müssen die Karten auf den Tisch. Ob es uns gefällt oder
nicht: Wir brauchen Atomstrom noch mindestens bis Frühjahr 2024, wenn
wir nicht zu viele Stromversorgungslücken riskieren wollen.
Aiwanger erinnert dazu an den Stresstest der Netzbetreiber, die bis zu
über 90 Stunden Unterdeckung des Strombedarfs in nächster Zeit
ermittelt haben, auf die mit zeitweisen und regionalen Abschaltungen von
Verbrauchern (Lastabwurf) reagiert werden müsse, um
Blackouts zu vermeiden. Die AKWs können diese Stromdeckungslücken
deutlich reduzieren.

Quelle:stmwi.bayern.de

 

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.