Schrobenhausen:

Wirtschaftsstaatssekretär fordert vom Bund überfällige Zulassung
von regenerativen Kraftstoffen wie HVO100 Weigert: „Berlin
muss bei grünen E-Fuels die ideologisch motivierte Blockade aufgeben“

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert hat sich bei einem Besuch des Tankstellenbetreibers Zieglmeier
GmbH & Co. KG in Schrobenhausen für den Einsatz klimafreundlicher
und hocheffizienter E-Fuels und Biokraftstoffe als dauerhaft zulässige
Ergänzung zur Elektromobilität ausgesprochen. Am Beispiel von
HVO100, einem aus wiederverwerteten Rest- und Abfallstoffen hergestellten
und bereits verfügbaren Biokraftstoff, erläuterte der Staatssekretär
den unmittelbaren Nutzen grüner E-Fuels und Biokraftstoffe für
die Klimawende im Verkehr und forderte vom Bund, die Abgabe von HVO100
an Tankstellen endlich gesetzlich zu ermöglichen.
Weigert: „HVO100 ist ein sauberer
und hochwertiger Öko-Treibstoff, der aus wiederverwerteten Abfallstoffen
wie Speiseöl oder Fettresten gewonnen wird. Er kann problemlos als
klimafreundliche Alternative zu fossilem Diesel in PKW, LKW, Bussen, Schiffen,
Zügen und Baumaschinen eingesetzt werden. Wer HVO 100 in den Tank
füllt, verringert die CO2-Emissionen seines Motors um bis zu 90 Prozent
und reduziert auch deutlich den Ausstoß von Feinstaub und Stickoxiden.
Bei einer Bestandsflotte von 15 Millionen Diesel-PKW und über 3 Millionen
Diesel-LKW allein in Deutschland wird das bislang ungenutzte Potenzial
von HVO100 für den Klima- und Umweltschutz offensichtlich. Grüne
E-Fuels und Biokraftstoffe wie HVO100 ermöglichen, dass auch die schon
zugelassenen Verbrennerfahrzeuge einen erheblichen Beitrag zur schnellen
CO2-Reduktion leisten.
Während HVO100 in vielen europäischen
Ländern längst flächendeckend an Zapfsäulen erhältlich
ist, verbieten die gesetzlichen Regelungen in Deutschland den Verkauf von
HVO als Reinkraftstoff an der Tankstelle. Lediglich eine Beimischung von
bis zu 26 Prozent zu konventionellem Diesel ist erlaubt. Weigert: Viele
Dieselfahrer möchten ihre Fahrzeuge klimafreundlich und schadstoffarm
betreiben und könnten es ohne Probleme mit HVO100. Dafür muss
die Ampelregierung und federführend das Bundesumweltministerium lediglich
die Immissionsschutzverordnung anpassen. Dass ausgerechnet ein grün
geführtes Ressort Klimaschutz aktiv verhindert, spricht Bände.
Berlin muss bei E-Fuels und Biokraftstoffen wie HVO100 die ideologisch
motivierte Blockade gegenüber Verbrennerfahrzeugen endlich aufgeben.
In
diesem Zusammenhang erneuerte Staatssekretär Weigert auch Bayerns
Forderung an Bund und EU, den Wettbewerb um klimaschonende Technologien
nicht durch politische Verbote auszuschalten. „Hohe Emissionen bei
der Batterieproduktion und Abhängigkeiten bei kritischen Rohstoffen
machen klar: Der batterieelektrische Antrieb ist nicht der alleinige Königsweg
hin zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Mobilität. Deshalb
pochen wir gegenüber Berlin und Brüssel auf Technologieoffenheit.
Aus Klimaschutzgründen und um Arbeitsplätze und Know-how in unserem
Land zu sichern, brauchen wir Batterie, Biokraftstoffe, E-Fuels und Wasserstoff
nebeneinander. Dafür günstige Rahmenbedingungen zu schaffen,
ist jetzt dringliche Aufgabe der Bundespolitik.
Bayern setzt sich seit mehreren Jahren gegenüber
dem Bund und im Bundesrat dafür ein, paraffinischen Diesel in die
Bundesimmissionsschutzverordnung aufzunehmen, was die Abgabe von HVO100
an Tankstellen ermöglichen würde. Zuletzt hatte Staatsminister
Thorsten Glauber im Mai einen Beschlussvorschlag in die Umweltministerkonferenz
eingebracht, der u.a. aufgrund der ablehnenden Haltung des Bundesumweltministeriums
keine Mehrheit fand. Flankiert wurde der neuerliche Vorstoß Bayerns
mit Schreiben des Wirtschaftsministeriums und des Umweltministeriums an
die Bundesministerin Lemke und die Bundesminister Habeck und Wissing. Im
Juli legte Bundesverkehrsminister Volker Wissing ein Sofortprogramm zur
Einhaltung der Klimaziele im Verkehrssektor vor. Die Aufnahme paraffinischer
Kraftstoffe in die Bundesimmissionsschutzverordnung ist eine der geplanten
Maßnahmen. HVO100 gibt es in Europa bereits an über 1.100 Tankstellen
und in beigemischter Variante an über 8.300 Tankstellen.

Quelle: stmwi.bayern.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.