Berlin:

Breites Bündnis will mindestens 500.000 neue Wärmepumpen pro Jahr

Heute fand auf gemeinsame Einladung von Vizekanzler und Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister
Habeck und Bundesbauministerin Geywitz ein virtueller Wärmepumpengipfel statt. Auf dem Treffen
nahmen insgesamt 26 Vertreterinnen und Vertreter teil sowohl von Unternehmen wie Verbänden der
Wärmewirtschaft, des Handwerks der Gewerkschaften und der Verbraucherschutzverbände. Alle
Beteiligten waren sich einig, dass mehr Tempo bei der Transformation der Wärmeversorgung notwendig
ist und es daher gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um die Wärmepumpenproduktion und -installation
sowie deren Netzanbindung voranzubringen.


Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck: „500.000 neu installierte Wärmepumpen pro
Jahr ab 2024 ist ein starkes Bekenntnis und ein starkes Signal, welches von dem heutigen
Wärmepumpengipfel ausgeht. Ich danke allen Beteiligten für diese Entschlossenheit die
Transformation unserer Wärmeversorgung schneller voranzubringen. Wir brauchen mehr Tempo. Denn wenn
wir uns konsequent aus der Klammer russischer Importe befreien wollen, dann dürfen wir nicht nur an
den Stromsektor denken, sondern dann brauchen wir gerade auch den Wärmebereich. Ab dem 01.01.2024
soll möglichst jede neu
eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Das macht deutlich,
dass wir hierfür auch schnell mehr Wärmepumpen brauchen und genau das gehen wir jetzt gemeinsam
an.“
Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Klara Geywitz: „Die Wärmwende geht nicht
ohne den Bau und nicht ohne die Stadt. Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, müssen wir mehr im
Quartier denken. Über zwei KfW-Förderprogramme entwickeln wir energetische Stadtsanierung und
gebäudeübergreifende Quartierssanierung mit. Wichtig ist mir dabei die Technologieoffenheit.
Wärmepumpen sind ein wichtiger Bestandteil bei der Umstellung der Heizungssysteme. Die
Landesbauverordnungen müssen auf ihre Flexibilität und Machbarkeit für den zügigen Einbau von
Wärmepumpen hin überprüft werden. Bei all dem ist mir eines wichtig: Die Wärmwende muss bezahlbar
und sie muss planbar sein. Wärmepumpen müssen sich auch jene leisten können, die mit schmalem
Geldbeutel haushalten müssen.“
Wärmepumpen können Umweltwärme sehr effizient für die Wärmeversorgung nutzbar machen, wenn sie in
niedertemperaturfähigen Gebäuden eingesetzt werden Wärmepumpen entziehen hierzu der Luft oder dem
Erdreich Energie und setzen diese dann wieder für die Beheizung von Gebäuden ein. Das Interesse an
Wärmepumpen ist zuletzt stark gestiegen, so dass es bereits jetzt zu langen Lieferzeiten und
Engpässen bei den Installationskapazitäten sowie bei den Netzanschlüssen kommen kann. Damit das
Angebot mit dieser Entwicklung mithalten kann, hat sich beim heutigen Wärmepumpengipfel des BMWK
und des BMWSB ein breites Bündnis zum Hochlauf der Wärmepumpenproduktion und -installation sowie
deren Netzanbindung bekannt.
In einer auf dem heutigen Treffen verabschiedeten gemeinsamen Erklärung benennen die Beteiligten
verschiedene Handlungsfelder, in denen Verbesserungen nötig sind, damit der Hochlauf gelingen kann.
So muss die Bundesregierung, die Anreize verbessern, damit Wärmepumpenproduktion und -installation
beschleunigt und Markthemmnisse in der Förderung und Regulatorik abgebaut werden. Dazu gehören in
einem ersten Schritt die Erarbeitung eines „Aufbauprogramm Wärmepumpe“ sowie weitere Maßnahmen im
Bereich Weiterbildung zu Planung und Einbau von Wärmepumpen. Die Hersteller ergreifen ihrerseits
Maßnahmen, um Produktionskapazitäten zu erweitern, und Wärmepumpen so weiterzuentwickeln, dass
deren Installation vereinfacht und verkürzt wird. Die Steuerung und Regelung von Wärmepumpen soll
einfacher und effizienter werden. Die Hersteller und das Handwerk werden sich verstärkt dem Thema
Einbau von Wärmepumpen im Gebäudebestand widmen und entsprechende Systeme anbieten.
Auch wollen alle Beteiligten gemeinsam das Thema Fachkräfte adressieren. So will die
Bundesregierung Betriebe dabei unterstützen, die notwendigen Kompetenzen zu erwerben und Fachkräfte
zu gewinnen. Dafür wollen wir Schulungen fördern und ggf. auch Verdienstausfälle kompensieren.
Gemeinsam mit den Sozialpartnern wollen wir zudem prüfen, ob Anpassungsbedarf bei den Aus- und
Fortbildungsordnungen besteht.
Zur Einordnung: 2021 wurden ca. 154.000 Wärmepumpen installiert (28% Steigerung ggü. dem Vorjahr).
Damit wurde erstmals die Marke von 1 Mio. insgesamt in Deutschland installierten Wärmepumpen
überschritten. Ihr Anteil an den neu installierten Heizungen betrug im Jahr 2021 aber nur knapp
17%. Von insgesamt über 900.000 neuen Heizungen hatten Gasheizungen einen Marktanteil von rund 70%.
Um das Ziel von mindestens 500.000 neu installierten Wärmepumpen im Jahr 2024 zu erreichen, ist
also eine massive Beschleunigung des Markthochlaufs erforderlich.
Die Gemeinsame Erklärung finden Sie hier.

https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/06/20220629-breites-buendnis-will-mindestens-500000-neue-waermepumpen-pro-jahr.html

Quelle: abo-bmwi.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.