Berlin:

Europäischer Agrar- und Fischereirat kommt in Luxemburg zusammen
Bundesministerin Julia Klöckner erwartet lange Verhandlungstage – Einigungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik, Farm-to-Fork-Strategie und Fangquoten 2021 für die Ostsee stehen an

Unter Leitung der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, kommen die europäischen Landwirtschaftsminister am Montag und Dienstag in Luxemburg zur Ratstagung zusammen. Im Mittelpunkt der Sitzung: Die Verhandlungen über die Ausgestaltung der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Ziel der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ist es, dazu unter den Mitgliedstaaten im Rat eine Einigung zu erreichen – eine so genannte ‚Allgemeine Ausrichtung‘. Diese ist das Mandat, um mit dem Europäischen Parlament und der Kommission in die Trilog-Verhandlungen zur Reform der GAP zu gehen.

Diese Allgemeine Ausrichtung im Oktoberrat zu erreichen, ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass das Europäische Parlament in der nächsten Woche abschließend über die GAP beraten wird. Wesentlich bei der Reform ist die sogenannte Grüne Architektur, also die Regelungen, die höhere Umwelt- und Klimaleistungen der Landwirtschaft unterstützen sollen – der deutsche Präsidentschaftsvorschlag geht hier über den der EU-Kommission hinaus. Einige Mitgliedstaaten lehnen diesen Ansatz mit unterschiedlichen Begründungen noch ab.

Im Vorschlag ist für die Umsetzung durch die Mitgliedsstaaten bereits Flexibilität vorgesehen. Diese führt aber nicht zu Abstrichen an der Umwelt- und Klimaambition. Erörterungsbedarf besteht bei den Regelungen zu den Kleinlandwirten. Umwelt- und Klimaschutz ist eine Aufgabe für alle Landwirte. Ein Kompromiss muss aber die Betriebsgröße berücksichtigen. Die Kontrollen bei kleinen landwirtschaftlichen Betrieben müssen in einem angemessenen Verhältnis zum Aufwand stehen. Bei der Konditionalität – den Vorgaben, die Landwirte in den Bereichen wie Umwelt- und Klimaschutz oder Tierwohl einhalten müssen – strebt der deutsche Vorschlag einen Kompromiss an: zwischen den Mitgliedstaaten, die Kleinerzeuger ganz aus der Konditionalität ausnehmen wollen und jenen, die gleiche Regeln für alle Betriebe einfordern. Um den administrativen Aufwand zu verringern, soll für Kleinerzeuger ein vereinfachtes Kontroll- und Sanktionssystem gelten.

Die von Deutschland vorgelegten Kompromissvorschläge sind insgesamt eine solide Grundlage für eine Einigung über das gesamte GAP-Legislativpaket. Wichtig ist, dass die Rechtstexte rechtzeitig verabschiedet werden, um eine gute Vorbereitung der GAP-Strategiepläne und damit Planungssicherheit für die Landwirte sicherzustellen.

Julia Klöckner: „Wir befinden uns auf der Zielgerade der Verhandlungen für die neue GAP. Es ist eine Neuausrichtung, ein doppeltes Bekenntnis: Einerseits zu mehr Nachhaltigkeit, zu verbindlichen Leitplanken für den Umwelt- und Klimaschutz. Das muss unser Anspruch sein. Andererseits zur Einkommens- und Ernährungssicherung. Unsere Landwirte brauchen Planungssicherheit, sie müssen wissen, was in den nächsten Jahren auf sie zukommt. Beides wollen wir angemessen berücksichtigen. Ein Mindestbudget für verpflichtende Öko-Regelungen würde es dabei ermöglichen, Landwirte zu belohnen, die ihre Arbeit noch stärker auf Nachhaltigkeit ausrichten. Und es würde zu Wettbewerbsfairness unter den Mitgliedstaaten führen, zu vergleichbaren Standards, wenn sich alle zu einem neuen, verpflichtenden Niveau bekennen.“

Zudem wird sich der Rat mit den Fischereimöglichkeiten in der Ostsee 2021 sowie den Ratsschlussfolgerungen zur Farm-to-Fork-Strategie befassen.

Farm-to-Fork-Strategie
Im Agrarrat sollen Schlussfolgerungen zu der von der Europäischen Kommission vorgelegten Farm-to-Fork-Strategie beschlossen werden. Dazu betont Bundesministerin Klöckner: „Die Strategie ist ambitioniert. Aber um wirken zu können, müssen die formulierten Ziele konkret, praxisgerecht und umsetzbar sein. Wichtig ist daher, dass die Europäische Kommission uns Folgeabschätzungen zugesagt hat. Mit unseren Schlussfolgerungen wollen wir zudem zentrale Punkte konkretisieren. Im Fokus dabei auch: die Verbraucher. Sie brauchen Orientierung, um beim Einkauf informierte Entscheidungen treffen zu können. Das Ernährungssystem in seiner Gänze zu betrachten ist der richtige Ansatz.“

Fangquoten in der Ostsee
Die EU-Fischereiminister werden über die Fangquoten in der Ostsee für 2021 verhandeln. Es brauche eine vernünftige Balance zwischen nachhaltiger Bewirtschaftung und den Bedürfnissen der Fischer, so die Ministerin. Zu hohe Quoten würden die Fischbestände bedrohen – zu niedrige Quoten aber die Existenz vieler Fischerfamilien gefährden: „Im Hinblick auf die von der Kommission vorgeschlagenen drastischen Kürzungen der Fangmöglichkeiten für den östlichen und westlichen Dorsch werden wir noch intensive Gespräche führen müssen. Aber auch die Definition und der Zuschnitt der Schonzeiten werden bei den Verhandlungen wichtige sein. Bei den weiteren betroffenen Beständen ist von deutlich einfacheren Diskussionen auszugehen. Eine politische Einigung sollte bis zum Abend des ersten Ratstages möglich sein“, ist Julia Klöckner vor der Tagung zuversichtlich.

Quelle:bmel.bund.de

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Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.