Japan:

In Japan wird am Montag, dem 7. Mai, der gegenwärtig landesweit letzte in Betrieb befindliche Atomreaktor abgeschaltet. Die insgesamt 54 Atomreaktoren des Landes sind dann alle abgeschaltet – teils aufgrund von Beschädigungen, teils für Wartungsarbeiten oder Überprüfungen. Der letzte in Betrieb befindliche Reaktor befand sich im Atomkraftwerk Tomari auf der Insel Hokkaido im Norden des Landes, dieser wird nun für Wartungsarbeiten abgeschaltet.

Ob und wann wieder ein Reaktor hochgefahren wird, ist noch unklar, da seit den Ereignissen in Fukushima die lokalen Parlamente dem Wiederanfahren zustimmen müssen. Diese Zustimmung wurde bisher allerdings nie gegeben. Zum ersten Mal seit 1970 sind damit alle Atomreaktoren vom Netz genommen worden. In Japan wurden vor den Ereignissen im März 2011 über 30 % des Strombedarfs durch Atomstrom gedeckt. Mit gleich drei großen Firmen zum Bau von Atomkraftwerken gilt Japan als eine der führenden Nationen im Bereich der Atomstromerzeugung.

In Tokio haben Atomkraftgegner die Abschaltung gefeiert und sich zuversichtlich gezeigt, dass Engpässe in der Stromversorgung, vor denen die Regierung warnt, nicht eintreten würden. Insbesondere an heißen Sommertagen steigt der Stromverbrauch in Japan wegen der zahlreichen Klimaanlagen deutlich an. Industrievertreter warnten davor, dass Stromausfälle für die Industrie fatale Folgen haben könnten und raten dazu, einzelne Reaktoren wieder hochzufahren. Ob es im Sommer zu Engpässen kommen wird, muss sich aber erst noch zeigen. Gyoshu Otso (56), buddhistischer Mönch, sagt: „Ein neues japanisches Zeitalter ohne Atomkraft bricht an. Die Erzeugung von Atomkraft ist einem Verbrechen vergleichbar, denn viele Menschen leiden noch immer.“ Masao Kimura, Mitorganisator der Proteste, sagt: „Dies ist ein symbolträchtiger Tag. Jetzt könne wir beweisen, dass ein Leben ohne Atomkraft möglich ist.“ Obwohl die Regierung Stresstests angeordnet hat, um die Sicherheit der Kraftwerke zu prüfen, bemängeln viele, dass diese nicht vor einer erneuten Katastrophe schützen können. Masashi Goto, ehemaliger japanischer AKW-Ingenieur und heutiger Atomkritiker bekräftigt dies: „Diese Stresstests sagen doch gar nichts über die Sicherheit der Kraftwerke aus. Da wurden am grünen Tisch die Unterlagen geprüft, in einigen Fällen höhere Tsunamiwälle und mehr Feuerwehr vorgeschrieben. Aber an den Anlagen, an den Reaktoren selbst, an ihrer Gefährdung durch Erdbeben hat sich nichts geändert. Deshalb ist es nach wie vor sehr wahrscheinlich, dass sich ein Unglück wie in Fukushima wiederholt.“

Nach dem fatalen Erdbeben im März 2011 wurde das Atomkraftwerk in Fukushima von einem Tsunami überflutet und schwer beschädigt. Zwar wurden die Reaktoren nach dem Erdbeben sofort abgeschaltet, aber durch die Tsunamischäden konnte die Nachzerfallswärme nicht abgeführt werden. Trotz improvisierter Kühlmaßnahmen, kam es zu einer partiellen Kernschmelze in den Blöcken 1 bis 3. Bei dem Unglück wurden auch größere Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt, woraufhin die gesamte Umgebung evakuiert werden musste. Zehntausende Anwohner wurden aus der Region gebracht, ausserdem führten die Ereignisse zu einem Umdenken in der öffentlichen Meinung. Nach den Ereignissen demonstrierten immer mehr Menschen für einen Atomausstieg. Bis heute können die Menschen in einige Regionen um das Kraftwerk nicht zurückkommen. Ob die Gegend langfristig wieder bewohnbar sein wird, ist umstritten.

Quelle:wikinews.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.