Berlin:

Schutz gegen die Glasflügelzikade: Notfallzulassung von Pflanzenschutzmittel im Kartoffelbau erteilt

Um Ernteausfällen durch die sich stark ausbreitende Glasflügelzikade vorzubeugen, hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eine zeitlich befristete Notfallzulassung für Pflanzenschutzmittel im Kartoffelanbau erteilt. Anfang April hatte das BVL bereits die Notfallzulassung für den Zuckerrübenanbau bewilligt.

Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, erklärt dazu: „Die Glasflügelzikade breitet sich immer weiter aus – mildere Winter und längere Vegetationsperioden als Folgen der Klimakrise ebnen ihr den Weg. Für viele Bäuerinnen und Bauern wird das heimische Insekt zur echten Gefahr für gute Ernten. Jede vertretbare Möglichkeit, wie wir der Landwirtschaft zur Seite stehen können, wird deshalb unter Hochdruck geprüft. Ich danke dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit für das schnelle und entschlossene Handeln. Die Sorge um die Schäden durch die Glasflügelzikade ist überall groß. Es gilt, die Ausbreitung dieses Schädlings nachhaltig zu stoppen – gemeinsam mit der Praxis, der Forschung und den Ländern und mit dem gesamten Werkzeugkasten des Pflanzenschutzes.“

Hintergrund
Die Schilf-Glasflügelzikade ist ein heimisches Insekt, das sich aber in den letzten Jahren durch die milderen Temperaturen in Deutschland stark verbreitet hat. Sie überträgt zwei bakterielle Erreger, die in Kombination das sogenannte „Syndrome Basses Richesses“ (SBR) und Stolbur auslösen. Beides führt zu massiven Ertragseinbußen, besonders im Zuckerrübenanbau. Eine direkte Bekämpfung der Bakterien ist nicht möglich – deshalb ist die Eindämmung des Überträgers entscheidend. Anträge für Notfallzulassungen zur Bekämpfung der Zikade im Wurzelgemüseanbau werden vom BVL unter Hochdruck geprüft.

Das BVL hat im Rahmen der EU-Pflanzenschutzmittelverordnung (Art. 53) Pflanzenschutzmittel mit unterschiedlichen Wirkstoffen für eine begrenzte Fläche und einen Zeitraum von 120 Tagen zugelassen. Die Anwendung ist nur nach amtlichen Warndienstaufrufen und unter strengen Auflagen möglich. Die Entscheidung basiert auf einem intensiven Monitoring und wurde in enger Abstimmung mit den Ländern getroffen.

Das BMEL unterstützt die Bekämpfung im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes: Neben dem Monitoring fördert es Forschungsvorhaben, stimmt sich mit der EU-Kommission zu Regelungen ab und prüft Anpassungen der Agrarumweltvorgaben, etwa zur gezielten Nutzung von Schwarzbrachen.

Weitere Informationen zu den Notfallzulassungen finden Sie auf der Website des BVL <https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/02_Notfallzulassungen/psm_ZugelPSM_notfallzulassungen_node.html> .

Die BVL-Fachmeldungen zu den Notfallzulassungen finden Sie online<https://www.bvl.bund.de/DE/Aktuelles/Fachmeldungen/fachmeldungen_node.html>.

Quelle:bmel.bund.de

Von redaktion

Versäumt

Bayerns Wirtschaftsminister informiert sich im Bayerischen Wald Aiwanger: „Gemeinsam haben wir den Borkenkäfer deutlich zurückgedrängt – jetzt dürfen wir nicht nachlassen. Nach dem trockenen Sommer sind die Bäume geschwächt und anfällig“ Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich heute über die aktuelle Borkenkäfersituation im Bayerischen Wald informiert. Das Bild zeigt ihn mit (v.l.n.r) Nationalparkchefin Ursula Schuster und BaySF-Vorstand Rudolf Plochmann. Foto: StMWi/Bastian Brummer   Download SPIEGELAU  Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich heute über die aktuelle Borkenkäfersituation im Bayerischen Wald informiert. Im Mittelpunkt der Exkursion mit Vertretern der Bayerischen Staatsforsten, der Nationalparkverwaltung, der Forstverwaltung sowie privaten Waldbesitzern und Verbänden standen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, die aktuelle Entwicklung und konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Schädlings.   Aiwanger: „Die Borkenkäfersituation im Bayerischen Wald hat sich deutlich entspannt. Das ist eine gute Nachricht für unsere Wälder und ein Erfolg der konsequenten Arbeit aller Beteiligten. Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt, dass wir den Käfer nur gemeinsam und über die Grenzen der Waldbesitzarten hinweg wirksam bekämpfen können. Genau diesen Weg müssen wir weitergehen. Denn Entwarnung können wir noch lange nicht geben: Nach Hitze und Trockenheit sind viele Bäume geschwächt. Wir müssen aufmerksam bleiben, Befall früh erkennen, Käferholz konsequent aufarbeiten und zügig aus dem Wald bringen.“   Der Ortstermin in Spiegelau war bereits das dritte gemeinsame Treffen zur Borkenkäferthematik im Bayerischen Wald nach den Terminen im März 2024 und August 2025. Damals stand die Sorge im Mittelpunkt, dass sich der Borkenkäfer aus dem Nationalpark in angrenzende Waldflächen ausbreiten könnte. Heute fällt die Bilanz deutlich positiver aus. Gemeinsam mit den Partnern wurden an Exkursionspunkten im Staatswald und im Nationalpark Bayerischer Wald unterschiedliche Verfahren und Methoden zur waldschutzwirksamen Aufarbeitung von Käferholz vorgestellt.   Aiwanger: „Wir sehen, dass regelmäßiger Austausch und abgestimmtes Handeln etwas bewirken. Staatswald, Nationalpark und Privatwald haben unterschiedliche Aufgaben und Rahmenbedingungen. Beim Schutz unserer Wälder haben wir aber ein gemeinsames Interesse. Deshalb werden wir den regelmäßigen Austausch fortsetzen und weiter an einem Strang ziehen.“ Die Borkenkäfersituation in der Region Bayerischer Wald ist aktuell so ruhig wie seit Jahren nicht mehr. In den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen wurden bislang historisch geringe Mengen an Käferholz festgestellt. Die Fangzahlen des Borkenkäfermonitorings der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft liegen rund 40 Prozent unter dem Niveau von 2024. Die Bayerischen Staatsforsten verzeichnen sehr geringe Schadholzmengen und in der Managementzone des Nationalparks ist die Situation im Vergleich zu den Vorjahren ebenfalls ruhig. Die Entwicklung zeigt: Konsequentes Borkenkäfermanagement und eine enge Zusammenarbeit über die Waldbesitzarten hinweg zahlen sich aus. Gleichzeitig bleibt der Käfer eine Gefahr. Nach den heißen und trockenen Phasen dieses Sommers sind die Wälder weiterhin belastet. Deshalb gilt es, gerade jetzt wachsam zu bleiben und bei ersten Anzeichen konsequent zu handeln. Regelmäßige Bohrmehlsuche, schnelle Aufarbeitung und der zügige Abtransport des Käferholzes bleiben die entscheidenden Maßnahmen. Ziel bleibt, den Wald als Lebens- und Wirtschaftsraum für kommende Generationen zu erhalten. Ansprechpartner: Bastian Brummer Stellv. Pressesprecher Auf Flächen des Nationalparks Bayerischer Wald überzeugte sich der Minister von einem Verfahren der Parkverwaltung, wodurch Käferbäume unschädlich gemacht werden. Dabei griff er auch selbst zum Werkzeug und entrindete einen Baum. Foto: StMWi/Bastian Brummer   Download Im Mittelpunkt der Exkursion mit Vertretern der Bayerischen Staatsforsten, der Nationalparkverwaltung, der Forstverwaltung sowie privaten Waldbesitzern und Verbänden standen die Erfahrungen der vergangenen Jahre, die aktuelle Entwicklung und konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäfers.