Berlin:

EU schafft Klarheit bei Klimaschutz durch Wälder und Böden
Neue Verordnung setzt Anreize, Kohlenstoffsenken zu schützen und zu
stärken

Der Rat der EU-Mitgliedstaaten und das EU-Parlament haben sich auf eine
Reform der Anrechnungsregeln für die CO2-Einbindung und den
Treibhausgasaustoß von Wäldern und Böden geeinigt. Wälder und Böden,
zusammengefasst als sogenannter Landnutzungssektor, spielen eine zentrale
Rolle für das Ziel des Paris-Abkommens, in der zweiten Hälfte des
Jahrhunderts die Treibhausgasneutralität zu erreichen. Die neuen Regeln
gelten ab 2021.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Wälder und Böden können
erheblich zum Klimaschutz beitragen, wenn sie CO2 binden. Daher freue ich
mich, dass wir auf EU-Ebene nun robuste Regeln für die Anrechnung von
Wäldern und Böden für den Klimaschutz gefunden haben. Diese setzen neue
Anreize für zusätzliche Anstrengungen im Bereich der Landnutzung und
verhindern, dass über kreative Buchhaltung heiße Luft ins System
kommt.“

Mit der Einigung über die so genannte Verordnung zur Integration von
Emissionen und Senken aus Landnutzung, Landnutzungsänderungen und
Forstwirtschaft – kurz LULUCF – wird der menschliche Einfluss auf
ausgestoßene und abgebaute Treibhausgasmengen von Wäldern und Böden ab
2021 in den EU-Klimarahmen integriert. Die Verordnung legt für den
Zeitraum 2021 bis 2030 erstmalig ein Klimaschutzziel für den
Landnutzungssektor fest. Zudem werden Anrechnungsregeln definiert, die den
natürlichen Schwankungen dieses Sektors Rechnung tragen und den
menschlichen Einfluss und die Wirkung von Klimaschutzmaßnahmen von
natürlichen Effekten abgrenzen. Für die einzelnen Landkategorien werden
einheitliche Vergleichsmaßstäbe für alle EU-Mitgliedstaaten zur
Bestimmung von Fort- oder Rückschritten im Klimaschutz eingeführt.

Jeder EU Mitgliedstaat vergleicht die reale CO2-Einbindung von Wäldern und
Böden mit Vergleichsmaßstäben, die in der Verordnung festgelegt werden.
Eine Abnahme der CO2-Einbindung gegenüber dem Vergleichsmaßstab
resultiert in Lastschriften, eine Zunahme in Gutschriften. Die
Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass sie im Saldo nicht mehr Last-
als Gutschriften auf dem Konto haben. Ein Überschuss an Lastschriften
muss durch zusätzlichen Klimaschutz innerhalb des Landnutzungssektors
oder in den anderen Sektoren außerhalb des Emissionshandels ausgeglichen
werden. Gleichzeitig dürfen Gutschriften in begrenztem Umfang in andere
Sektoren übertragen werden.

Deutschland konnte zusammen mit anderen Mitgliedstaaten wichtige Prinzipien
für die Integrität des Legislativvorschlages sicherstellen. Dies
betrifft vor allem die Anrechnung der CO2-Einbindung von Wäldern. Es ist
zudem ein großer Fortschritt, dass ab 2026 auch die Klimabilanz von
Feuchtgebieten verpflichtend angerechnet werden muss, denn Moore sind ein
besonders großer Kohlenstoffspeicher. Hierfür hatte sich die
Bundesregierung bereits in den Verhandlungen im Rat eingesetzt.

Das Verhandlungsergebnis muss nun nur noch formal vom EU-Ministerrat und
vom EU-Parlament bestätigt werden. Gestern Abend wurde es vom Ausschuss
der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten angenommen.

Quelle: bmub.bund.de

 

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.