Berlin:

Rote Liste 2017: Wiesen und Weiden in Gefahr
Entspannung dagegen für Küsten und Gewässer

Die neue Rote Liste gefährdeter Biotoptypen zeigt ein durchwachsenes Bild
vom Zustand der Natur in Deutschland: Für knapp zwei Drittel der 863 in
Deutschland vorkommenden Biotoptypen besteht demnach eine angespannte
Gefährdungslage. Besonders dramatisch ist die Entwicklung beim Offenland,
vor allem den Wiesen und Weiden. Positive Entwicklungen gab es dagegen bei
Küsten-Biotopen sowie an vielen Flüssen und Bächen. Zu den größten
Gefährdern der Biotoptypen zählt nach wie vor die intensiv betriebene
Landwirtschaft. Die Rote Liste wurde heute vom Bundesumweltministerium und
dem Bundesamt für Naturschutz vorgestellt.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Diese Rote Liste ist ein
Alarmsignal. Der Zustand von Wiesen und Weiden wird immer schlechter. Das
liegt vor allem an der Intensivierung der Landwirtschaft. Die Rote Liste
zeigt aber auch, dass sich die Anstrengungen für Natur und Umwelt lohnen.
Mit besseren Kläranlagen und Renaturierungsprojekten haben wir es zum
Beispiel geschafft, dass es vielen Flüssen und Bächen wieder besser
geht. Wir dürfen beim Naturschutz nicht nachlassen. Mit der
Naturschutz-Offensive 2020 haben wir schon viel erreicht. Jetzt kommt es
darauf an, dass auch die Agrarpolitik endlich ihre Verantwortung für den
Naturschutz wahrnimmt.“

BfN-Präsidentin Beate Jessel: „Zwei Drittel aller Biotoptypen sind in
unterschiedlichem Maße vom Verlust bedroht. Bei den in besonderem Maße
von einer Nutzung abhängigen Biotoptypen des Offenlandes liegt dieser
Anteil mit 79 Prozent sogar noch deutlich höher. Besonders schlecht ist
es um das Grünland bestellt. Hier gibt uns zu denken, dass mittlerweile
nicht mehr nur die extensiv genutzten Biotoptypen betroffen sind, sondern
auch Lebensräume mittlerer Nutzung wie die artenreichen Mähwiesen in die
höchste Gefährdungskategorie fallen. Die Folgen dieser Entwicklung
spiegeln sich auch im dramatischen Rückgang von Lebewesen der
Agrarlandschaft wieder, beispielsweise bei den Feldvögeln wie Feldlerche,
Braunkehlchen oder Kiebitz und auch bei den Insekten.“

Nach wie vor sind knapp zwei Drittel der in Deutschland vorkommenden
Biotope gefährdet – wenn auch in unterschiedlichem Maße. Besonders
dramatisch ist die Situation beim Grünland. Hier hat sich die Situation
seit der letzten Fassung der Roten Liste von 2006 noch einmal deutlich
verschlechtert. Aber auch bei vielen anderen Biotoptypen der
Kulturlandschaft, wie etwa Streuobstwiesen, hat sich die Lage
verschlechtert.

Positive Entwicklungen gibt es bei den Biotoptypen der Küsten sowie der
Fließgewässer. Flüsse und Bäche weisen positive Entwicklungen auf. Das
ist ein Erfolg der Anstrengungen zur Renaturierung sowie immer besserer
Kläranlagen. Dieser positive Befund trifft aufgrund der
Stickstoffbelastung jedoch nicht auf das Grundwasser sowie viele stehende
Gewässertypen zu. Stabilisiert hat sich die Entwicklung bei vielen
Waldbiotopen. Das hängt unter anderem mit einer nachhaltigeren
Bewirtschaftung insbesondere in den öffentlichen Wäldern zusammen.

Mit der Roten Liste gefährdeter Biotoptypen Deutschlands wird für die
Naturschutzpraxis in Deutschland ein umfassendes Handbuch bereit gestellt,
das über die Biotoptypen und ihre Gefährdungen Auskunft gibt sowie eine
Grundlage für alle raumrelevanten Planungen darstellt. So wurden z.B. die
Bezüge zwischen den Biotoptypen und der Wasserrahmenrichtlinie sowie den
Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie aktualisiert. Grundlegend überarbeitet
wurde die Zuordnung der Biotoptypen zu den gesetzlich geschützten
Biotopen gemäß § 30 Bundesnaturschutzgesetz, wobei erstmalig auch die
entsprechenden gesetzlichen Regelungen der Bundesländer dargestellt
wurden.

Weitere Informationen:
Rote Liste der Biotoptypen: http://www.bfn.de/23433.html
Eine Kurzfassung der Roten Liste mit Grafiken finden Sie unter
www.bmub.bund.de/N54229/
Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt: www.bmub.bund.de/P452
Naturschutz-Offensive: www.bmub.bund.de/naturschutz-offensive-2020

Infografiken finden Sie im geschützten Downloadbereich des
Redaktionsservice: www.bmub.bund.de/P2980

Bezugsadresse der Roten Liste der Biotoptypen:
http://www.buchweltshop.de/bundesamt-fuer-naturschutz.html

Quelle:bmub.bund.de

 

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.