München:

Aigner fordert eine stärkere Berücksichtigung der Besonderheiten kleiner und mittelständischer Kreditinstitute in der Regulierung

Aigner: „Brauchen dringend Erleichterungen für kleine und mittelständische Banken und Sparkassen, um diese nicht zu überfordern“

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hält Erleichterungen bei der Regulierung und Aufsicht von Banken und Sparkassen für notwendig und unterstützt damit Forderungen der bayerischen Banken- und Wirtschaftsverbände nach mehr Verhältnismäßigkeit. Es war richtig, nach der Finanzkrise rasch Maßnahmen zur Stabilisierung des Bankensektors auf den Weg zu bringen. Doch diese waren primär auf systemrelevante Großbanken zugeschnitten. Die regional verwurzelten kleinen und mittelständischen Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken sind mit den regulatorischen Vorschriften überfordert. Mittlerweile beeinträchtigen die Anforderungen zunehmend auch die Mittelstandsfinanzierung, so Aigner. „Ich sehe deshalb dringenden Handlungsbedarf.“

Angesichts der anstehenden Reformvorhaben auf europäischer und internationaler Ebene ist ein enger Schulterschluss zwischen der bayerischen Wirtschaft und bayerischen Politikern eine wichtige Voraussetzung. Ministerin Aigner hat daher mit Vertretern der bayerischen Wirtschaft sowie den bayerischen Europaparlaments- und Bundestagsabgeordneten Markus Ferber und Alexander Radwan konkrete Ansatzpunkte für mehr Verhältnismäßigkeit in der Bankenregulierung erörtert. Die unter dem Stichwort Small Banking Box geführte Diskussion möchte ich aufgreifen und durch konkrete Vorschläge für abgestufte aufsichtsrechtliche Anforderungen für kleine und mittelständische Banken und Sparkassen mit Leben füllen. Unser Ziel ist es, die notwendigen Erleichterungen für diese Institute durchzusetzen, da sie die Hauptfinanzierer des Mittelstands und damit des Großteils der bayerischen Wirtschaft sind, argumentiert Aigner.

Europaparlamentarier Ferber ergänzt: „Wir brauchen eine Differenzierung bei den Aufsichts-, Melde- und Dokumentationspflichten. Für Banken, die weniger Risiko eingehen, müssen auch andere Regeln gelten. Die anstehende Überarbeitung der europäischen Eigenkapitalverordnung und Eigenkapitalrichtlinie bietet Gelegenheit, auf einen risikobasierten Ansatz umzusteigen.“

Auch der Bundestagsabgeordnete Radwan hält für Volksbanken und Sparkassen andere regulatorische Maßstäbe für notwendig als bei global agierenden Investmentbanken. „Das Prinzip der Proportionalität muss in der Praxis angewendet werden und darf nicht nur auf dem Papier stehen“, so Radwan.

Bei der anstehenden Überarbeitung der europäischen Bankenregulierungsstandards CRR und CRD sowie bei der Umsetzung der in Kürze erwarteten Verabschiedung neuer Vorschläge des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, der Beachtung des Verhältnismäßigkeitsprinzips und somit den Interessen von mittelständischen Banken und Unternehmen z. B. durch Erleichterungen bei Offenlegungs- und Meldepflichten soll wieder mehr Geltung verschafft werden.

Die Bayerische Staatsregierung hat dieser Forderung bereits durch eine Bundesratsinitiative im vergangenen Herbst Nachdruck verliehen. Mit konkreten Vorschlägen für sachgerechte Erleichterungen für unsere regional tätigen Banken gehen wir nun gemeinsam den konsequenten zweiten Schritt, so die Ministerin, die diese Vorschläge in die anstehenden politischen Beratungen auf Bundesebene und europäischer Ebene einbringen will.

Quelle: stmwi.bayern.de

Von redaktion

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LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.