Berlin:

Naturschutz

Bund bringt Waldbrandprävention und -bewältigung voran

**BMEL und BMU reagieren auf steigende Waldbrandgefahr und die massiven
Waldschäden und bewilligen 22 neue Forschungs- und Modellvorhaben**

Aufgrund der hohen Temperaturen und der Trockenheit in den vergangenen
Jahren kommt es in Deutschland vermehrt zu Waldbränden. Um diese Gefahr zu
minimieren und zielgerichtet zu bekämpfen, fördern die Bundesministerien
für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie Umwelt, Naturschutz und
nukleare Sicherheit (BMU) insgesamt 22 Forschungs- und Modellvorhaben.
Aufgrund der Vielzahl von Waldbränden in den vergangenen zwei Jahren
hatten die beiden Ministerien 2019 einen entsprechenden Förderaufruf
gestartet. Die Projekte starten nun bundesweit zum 1. Mai und haben ein
Volumen von insgesamt rund 11,3 Millionen Euro. Die Gelder stammen aus dem
gemeinschaftlich finanzierten Waldklimafonds (WKF).

Bundeswaldministerin Julia Klöckner: „Unsere Wälder sind dauerhaft
gestresst: Nach zwei trockenen Jahren droht nun eine Frühjahrsdürre, die
unseren Bäumen stark zusetzt. Auch die Waldbrandgefahr ist aktuell wieder
hoch – allein in 2018 haben wir durch Brände eine Waldfläche verloren,
die rund 3300 Fußballfeldern entspricht. Mit dem Förderprogramm wollen
wir diese Gefahr effektiv eindämmen, unsere Wälder besser davor
schützen. Dabei drehen wir an vielen Stellschrauben, gehen es umfassend
an: Mehr Aufklärungsarbeit, intensivere Forschung, eine bessere Vernetzung
sowie den klimastabilen Umbau unserer Wälder. Zudem stehen den Ländern
auch Gelder aus unserem gemeinsamen 800 Millionen-Wald-Hilfspaket für
verschiedene Maßnahmen zur Waldbrandprävention zur Verfügung.“

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Der Klimawandel macht sich in
unseren Wäldern deutlich bemerkbar, das macht mir große Sorgen. Die
Dürre der letzten beiden Jahre hat schlimme Folgen für die Wälder und
auch in diesem Jahr erleben wir bereits eine anhaltende Trockenheit und
eine erhöhte Waldbrandgefahr. Zur Anpassung an den unvermeidbaren Teil des
Klimawandels braucht Deutschland einen Waldumbau. Misch- und Laubwälder
können sich zum Beispiel meist besser an Extremwetter anpassen als reine
Nadelholzwälder. Mit den neuen Projekten wollen wir unsere Wälder
widerstandsfähiger machen und erproben, wie sich Schäden im Fall eines
Waldbrandes begrenzen lassen.“

Die Projekte sollen helfen, Dürreperioden in Zukunft besser zu überstehen
und umfassen grundlegende Forschungsarbeiten – beispielsweise um das
ökologische, waldbauliche und technische Wissen zu Waldbränden zu
erweitern oder die Waldbrandgefahr mit fernerkundlichen und
meteorologischen Daten kartieren zu können. Ebenso werden Strategien für
die Entwicklung feuerbeständiger und klimaresilienter Wälder auf
Brandflächen entwickelt, wobei zugleich die Auswirkungen waldbaulicher
Veränderungen auf Bodeneigenschaften und Bodenfauna, Pilze, Wild und
Brutvögel untersucht werden. Außerdem soll eine vernetzte Datenplattform
für Feuerwehren zu Prävention, Management und Bewältigung von
Schadensereignissen entstehen. Mit einem weiteren Vorhaben soll eine
digitale Informations- und Aufklärungskampagne für Jugendliche in
sozialen Medien zur Waldbrandprävention entwickelt werden. Auch
kampfmittelbelastete Waldflächen sind Gegenstand der Untersuchungen. Dabei
werden beispielsweise der Einsatz geschützter Forsttechnik erprobt sowie
Leitfäden für Waldbesitzer zur Arbeitssicherheit und Haftung bei der
Waldbrandnachsorge erarbeitet.

Eine Übersicht der durch den Waldklimafonds geförderten Vorhaben ist
unter
https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=T/908B24RA+k2Ekqb0lL36YGPyVrRQ2jhXne+jHJHBqBuBNZyf+boKSsg41K6FIQ
zu finden. Weitere Details zu den Projekten stehen in der Projektdatenbank
der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe unter
https://www.bmu.de/presseverteiler/lt.php?tid=LrgwtUdTq021CTEt9Qp1n6YGPyVrRb2jhXne+jHJHBqBuBNZyf+LoKSsg41K6FIQ
zur Verfügung.

Hintergrund:

Bei 1.708 Waldbränden waren im Jahr 2018 bundesweit 2.349 Hektar Wald
verbrannt. Das ist laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
(BLE) die größte Waldbrandfläche seit 26 Jahren. Der vorbeugende
Waldbrandschutz liegt in Deutschland in der Zuständigkeit der
Bundesländer und ist in den Landeswaldgesetzen formuliert. Der
Waldklimafonds wurde im Juni 2013 als Bestandteil des Energie- und
Klimafonds gemeinsam von BMEL und BMU aufgelegt. Er kann als flexibles
Förderinstrument an der Schnittstelle Wald und Klima optimal für die
Fragestellungen genutzt werden.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ist seit 1993 als Projektträger
des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe aktiv. Sie
unterstützt seit 1. Januar 2019 als Projektträger auch Vorhaben der
Förderrichtlinie Waldklimafonds.

Quelle:bmu.bund.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.