Berlin – Brüssel:

Einigung des EU-Agrarrats auch zur europäischen Waldstrategie

Ratssitzung am Montag: Bundesministerin Julia Klöckner erreicht weiteres Ziel der Präsidentschaft – Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung sowie Situation der Agrarmärkte sind weitere Themen

Unter Leitung der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, findet morgen die Ratssitzung der EU-Agrarministerinnen und Agrarminister statt – wegen der Corona-Pandemie in Form einer Videokonferenz. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen gleich mehrere Themen, die die deutsche Ratspräsidentschaft intensiv vorantreibt.

So hat sich der Rat bereits im Vorfeld – ausnahmsweise im schriftlichen Verfahren – auf Ratsschlussfolgerungen zur EU-Waldstrategie geeinigt. Damit ist ein weiteres Ziel der deutschen Ratspräsidentschaft erreicht. Vorlegen will die EU-Kommission die neue Strategie im ersten Halbjahr 2021, da die bisherige Waldstrategie zum Ende des Jahres ausläuft. Die EU-Waldstrategie soll dabei die Waldpolitik der Mitgliedstaaten nicht ersetzen, sondern flankierend den Rahmen für notwendige Maßnahmen auf EU-Ebene setzen.

Bundesministerin Julia Klöckner: „Dass wir auch beim Thema Wald im Rat eine gemeinsame Haltung und damit Einigung erzielen konnten, ist von hoher Bedeutung. Die Stärkung unserer Wälder geht einher mit einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Denn es sind unsere Forstwirte und Waldbesitzer, die den Erhalt und den klimaangepassten Umbau des Waldes gestalten müssen. Wir brauchen eine kluge Balance zwischen Klimaschutz, Biodiversität und Wirtschaftlichkeit.“

Mit den Ratsschlussfolgerungen wird die EU-Kommission aufgefordert, eine Waldstrategie zu entwickeln, die drei Hauptziele unterstützt:

1. Unterstützung einer nachhaltigen und multifunktionalen Waldbewirtschaftung;
2. Unterstützung des Forst- und des forstbasierten Sektors mit seinen Millionen von Waldbesitzern als Teil einer Lösung für die internationalen Entwicklungsziele und die damit verbundenen politischen Ziele der EU;
3. Verbesserung der Koordinierung und Kohärenz der forstbezogenen Politiken der EU und der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten sowie zwischen den Mitgliedstaaten, der Kommission und relevanten Interessenvertretern.

Mehr Wertschätzung für Lebensmittel
Beraten werden die Agrarminister auch über die Fortschritte bei der Reduzierung von Lebensmittelverlusten und Lebensmittelverschwendung. Bis 2030 wollen die EU und ihre Mitgliedstaaten diese pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbieren sowie Verluste entlang der Produktions- und Lieferkette verringern. Bislang beläuft sich die Gesamtheit der Lebensmittelverluste und -verschwendung in der EU auf 87,6 Millionen Tonnen pro Jahr.

Bundesministerin Julia Klöckner: „Der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung ist eine ökologische, ökonomische und moralische Verpflichtung. Es ist gut, dass das Thema in der EU durch die Überarbeitung der Abfallrahmenrichtlinie und weitere Initiativen neuen Schwung bekommen hat. Deutschland geht auch hier voran mit einer nationalen, umfassenden Strategie gegen Lebensmittelverschwendung, die alle Sektoren der Lebensmittelkette mit einbezieht. Sämtliche Akteure werden in die Pflicht genommen. Das muss der Weg auch sein für Europa – in Deutschland gehen wir ihn bereits.“

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der Brexit-Unsicherheiten wird der EU-Kommissar für Landwirtschaft, Janusz Wojciechowski, den Agrarministern über die Lage auf den Agrarmärkten berichten.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung ist die Vorbereitung des Weltgipfels der Vereinten Nationen zu Ernährungssystemen, der im September 2021 stattfinden soll: Bis zum Frühjahr kommenden Jahres wollen sich die EU-Mitgliedstaaten hier auf Ratsschlussfolgerungen verständigen. Dazu wird die Sondergesandtin der Vereinten Nationen und frühere Agrarministerin von Ruanda, Dr. Agnes Kalibata, in der Sitzung sprechen.

Die dänische Delegation wird zudem über die aktuelle Situation zu SARS-CoV-2-Ausbrüchen in Nerzfarmen in Dänemark informieren.

Quelle: bmel.bund.de

Von redaktion

Versäumt

LENK KOMMUNity Netzwerktreffen in Regensburg Aiwanger: „Unsere Kommunen schaffen die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung“; Glauber: „Klimaschutz und Klimaanpassung gelingen nur gemeinsam mit den Kommunen“ Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber haben dem Leiter der LENK, Dr. Ulrich Buchhauser (Mitte) symbolisch ein Steuerrad zum 5-jährigen Jubiläum überreicht.Foto: StMUV   Download Beim Rundgang informierten sich Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber über aktuelle Themen der Kommunen im Bereich Energiewende.Foto: StMWi   Download REGENSBURG  Kommunale Erfolgsgeschichten zum Klimaschutz, Best-Practice für eine gelungene Energiewende vor Ort und Austausch zwischen Landes- und Kommunalpolitik auf Augenhöhe standen beim fünften Netzwerktreffen der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) im Mittelpunkt. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Umweltminister Thorsten Glauber thematisierten gemeinsam mit Vertretern der Kommunen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der kommunalen Energiewende und würdigten erfolgreiche Praxisbeispiele.   Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Kommunen sind die Macher der Energiewende. Hier werden Projekte angestoßen, Flächen ausgewiesen und Bürger mitgenommen. Damit die Energiewende gelingt, muss sie wirtschaftlich vernünftig, technologisch offen und vor Ort umsetzbar sein. Unsere Städte, Gemeinden und Landkreise zeigen jeden Tag, wie das funktioniert.“   Im Rahmen des Netzwerktreffens wurde die LENK zudem anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens gewürdigt. Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat sich die Landesagentur als zentrale Ansprechpartnerin für Kommunen im Bereich Energie und Klimaschutz etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes in Bayern.   Umweltminister Thorsten Glauber betont: „Die mehr als 2.000 Landkreise, Städte und Gemeinden im Freistaat sind zentrale Akteure auf dem Weg zu einem klimaneutralen Bayern. Durch ihr Engagement mit den Menschen vor Ort tragen sie maßgeblich dazu bei, Klimaschutz und Klimaanpassung Hand in Hand weiter voranzubringen.“   Die LENK KOMMUNity ist die zentrale Plattform der Landesagentur für Energie und Klimaschutz für Wissensaustausch und Vernetzung kommunaler Mitarbeiter in den Bereichen Klimaschutz, Klimaanpassung und Energie. Seit 2021 unterstützt sie Bayerns Kommunen mit Fachinformationen, Online-Veranstaltungen sowie einem landesweiten Netzwerk aus über 1.600 Klimaschutzmanagern und politischen Entscheidungsträgern. Das jährlich stattfindende Netzwerktreffen ergänzt das Angebot seit 2022 und bietet Raum für fachlichen Austausch, Praxisberichte und neue Kooperationen. Das diesjährige Netzwerktreffen fand am 15. und 16. Juni 2026 im Marinaforum Regensburg statt. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Praxisbeispiele aus Bayerns Kommunen sowie aktuelle Fragen der kommunalen Energie- und Klimapolitik.   Als Kompetenz- und Beratungsstelle der Bayerischen Staatsregierung unterstützt die Landesagentur für Energie und Klimaschutz die Umsetzung der Energiewende und der bayerischen Klimaschutzoffensive. In landesweiten Kampagnen informiert die LENK über Energiewende und Klimaschutz, setzt eigene Projekte um und begleitet Maßnahmen. Die Fachaufsicht über die Landesagentur mit Sitz in Regensburg haben das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.   Weitere Informationen gibt es auf www.lenk.bayern.de.