München:
Bayerns Wirtschaftsminister sieht Handlungsbedarf am Arbeitsmarkt
Aiwanger: „Bayerns Arbeitsmarkt ist stark. Damit das so bleibt, brauchen wir mehr Flexibilität“
Die bayerische Arbeitslosenquote lag im Juli 2026 bei 4,1 Prozent. Gegenüber Juni 2026 (4,0 Prozent) ist sie saisonbedingt um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärt: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Bayern weiterhin den mit Abstand stärksten Arbeitsmarkt Deutschlands hat. Gleichzeitig häufen sich die Alarmsignale aus der Wirtschaft. Damit unser Arbeitsmarkt auch künftig stabil bleibt, brauchen wir mehr Flexibilität. Ein entscheidender Hebel ist ein modernes Arbeitsrecht. Es ist unverständlich, warum sich die Gewerkschaften gegen die europäische Wochenhöchstarbeitszeit stellen. Sie würde Arbeitnehmern und Unternehmen mehr Flexibilität ermöglichen, ohne den Arbeitsschutz zu schwächen. Gerade in einer modernen Arbeitswelt mit mobilem Arbeiten und projektbezogenen Tätigkeiten brauchen wir zeitgemäße Rahmenbedingungen.“ Aiwanger weiter: „Qualifizierung ist der Schlüssel für den Erfolg unserer Wirtschaft. Neue Technologien verändern Berufsbilder in rasantem Tempo. Deshalb müssen wir Aus- und Weiterbildung sowie lebenslanges Lernen weiter stärken. Gleichzeitig wollen wir noch mehr junge Menschen für eine berufliche Ausbildung begeistern.“ Mit Blick auf die Reform des Bürgergeldes fordert der Minister: „Leistung muss sich wieder lohnen. Wer arbeitet oder mehr arbeitet, muss am Ende auch deutlich mehr im Geldbeutel haben. Unsere Transfersysteme dürfen keine Fehlanreize setzen. Arbeit muss sich immer mehr auszahlen als staatliche Leistungen. Dazu gehören auch flexible Beschäftigungsformen. Minijobs sind für viele Menschen der Einstieg in den Arbeitsmarkt und oft das Sprungbrett in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Diese Chance dürfen wir nicht kaputtregulieren.“ In den bayerischen Regierungsbezirken liegen die Arbeitslosenquoten im Juli zwischen 3,7 Prozent in Schwaben und 4,7 Prozent in Mittelfranken. Damit liegen alle Regierungsbezirke weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent.
Quelle:stmwi.bayern.de
